last Update 01.03.2011, 1:30 am _____________________________________________________________________________________________________________________________________________
Südinsel Teil I (06.02.2011 - 28.02.2011)
Neuseelandreise 06.02.2011 - 21.04.2011
So nun hat die Reise begonnen...
6.2. - 8.2 Anreise Hamburg-Dubai-Bangkok-Sydney-Christchurch
Es hat alles damit begonnen, dass die Hamburger Taxifahrer nur einen Karton bis 180 cm mitnehmen. Leider ist mein Fahrradkarton 187 cm. Zum Glück gibt es so was wie Kurrierdienste. 12:30 Uhr am Flughafen haben mich meine Hamburger Freunde bereits in Empfang genommen. Man war das eine Überraschung... Mit ordentlich Sekt wurden die Abschiedstränen nicht ganz so feucht. Nach einer fast 1,5 stündigen Eincheckarie (zum Glück war ich so früh am Flughafen, die haben mir meinen super geilen, gepackten Karton wieder auseinder genommen, alles abgesaugt etc... man, man , man..) konnte ich dann doch noch ganz entspannt in Flieger sitzen und bis Dubai erst mal schlafen...war die letzte Zeit ein bisschen wenig :-).
Vielen Dank für die vielen lieben Abschiedsgeschenke.
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Einen Ultra Protect Stift für meine Nase Danke Anja | | Ein Glückswichtel..der kommt gleich als Erstes an den Lenker, sobald ich das Fahrrad in Christchurch ausgepackt habe Danke Steffi und Heiko | | Viel Urlaub- und Partymusik... da kommt man richtig in Stimmung Danke Anni... und denk daran, ich komme wieder | | Einen Hamburger Aufkleber. Der kommt auf das vordere Schutzblech, damit die Kiwis wissen wo ich her komme :-) Danke Oli und Verena |
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...und Krümel ist natürlich auch dabei.... Danke Simone und Arne |
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Mein Hamburger Verabschiedungs-Komitee ihr seit so geil.... | | Blick aus Zoll Sicht, als die es Mal wieder genau wissen wollten |
Nach ca. sechs Stunden und einer Stunde Verspätung bin ich in Dubai gelandet.... schon beeindruckend was die da im Öl-Land so alles an Glanz und Protz auffahren...
Nun sitze ich hier in meinem Airport-Hotel. Nach Dubai Zeit ist es ca. 2 Uhr (ca. 3 Stunden Zeitverschiebung). 6:30 Uhr bekomme ich einen Weckruf und 8:20 Uhr ist Boarding Time... ab nach Neuseeland... zumindestens mal in die Richtung...
Ein paar Eindrücke, die ich von Dubai aus der Luft und am Flughafen mit genommen habe...
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Flughafen Dubai... da kann man vom Boden Essen... | | Abflug am nächsten Morgen | | Abflug am nächsten Morgen | | Abflug am nächsten Morgen |
Morgens 9:20 Uhr, nach Dubai Zeit, geht es in einer neuen Maschine (Boing 777) ab nach Bangkok. Nach dem ich bereits auf dem flug nach Dubai so was Ähnliches wie Hühnchen gegessen habe, wurde ich diesem Flugzeug wieder gefragt: "was ich gerne zum Essen möchte"... dazu später mehr...
Ca. sechs Stunden später bin ich in Bangkok gelandet. Ich bin mir ganz sicher (und das auch nur von den ersten Eindrücken aus der Luft und vom Flughafen), dass es mehr Flüge von Bangkok raus als nach Bangkok rein gibt... wer will dahin? Alles grau in grau. Komplett konträr zu Dubai... hier ein paar Bilder und Eindrücke...
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Das Entertainment in der Boing 777 | | Bangkok grau | | Bangkok noch mehr grau | | ohne Worte.... |
Nach der Landung raus aus der Maschine, zwei Mal das Gepäck checken lassen und eine Stunde später wieder rein in die Maschine... macht Sinn :-(. Das Beste ist, dass die Stewardess beim Servieren wieder fragte: "Fish or Chicken" und zum zweiten Mal bestelle ich: "Chicken" ... ist nicht besser geworden als beim ersten Mal...
Nun gehts ab nach Sydney...neun Stunden Flug... zum Glück hab ich seit Dubai zwei unterhaltsame Personen neben mir sitzen. Erwin und Thomas... zwei aus der Gegend von Düsseldorf die nach Neuseeland fliegen um alte Tracktoren zu kaufen... naja wer drauf steht :-)
Hier die ersten Eindrücke von Sydney aus der Luft
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und wieder Entertainment... diesmal habe ich Avatar Spezial Edition geschaut... | | Ich glaube die Sydneyraner haben mehr Boote als Autos... | | und noch mehr Boote... | | mehr von Sydney habe ich leider noch nicht gesehen |
Nach der Landung wieder Raus aus der Maschine... nach ca. einer Stunde, und diesmal nur ein Mal Gepäck checken, gehts wieder rein in die Maschine. Der freundliche Steward erklärt mir wieder wie ich meinen Platz 34a finde... den finde ich mitlerweile im Schalf... gut... nach dem Start werden zum dritten Mal die Speiskarten verteilt und was gibt es wieder-... mich wunderts nicht- ...ratet mal-... Hühnchen und Fisch :-( . Gut, als mich diesmal die nette Stewardess fragte: "Chicken or Fish" hab ich dieses Mal "Fish" gesagt ... hab mich aber vorher, so schlau wie ich bin, bereits mit Thomas abgestimmt, im Zweifel sein Hühnchen zu bekommen, weil er eh nichts essen wollte... naja ich hab dann Fisch und Hühnchen gegessen... war aber noch immer nicht gut... hier die ersten Eindrücke nach einem 3 stündigen Flug nach Neuseeland aus der Vogelperspektive.
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...und das Entertainment funktioniert noch immer... | | ...ist das ein blau... | | ...bei diesem Blick kommen mir jetzt schon die Schweisperlen auf die Stirn... | | ...und noch mehr Berge... |
Endlich in Christchurch gelandet... und die Frisur hält immer noch :-)
Am Flughafen mein Fahrrad entgegengenommen.... von Weitem schon habe ich einen ziemlich zerfetzten Karton gesehen... meine schlimmsten Befüchtungen haben sich bestätigt... in diesem, noch schwer erkennbaren Fahrradkarton, war mein Fahrrad.... ab durch den Zoll damit... haben viel gelacht, die Zöllner und ich... Nach ca. einstündiger intensiven Auseinandersetzung mit dem wieder Zusammenbauen meines Fahrrades war es geschaft... hatte auch einige interessierte Zuschauer, u.a. auch aus Deutschland.
Dann endlich Radhose an und ab aufs Rad... bei ca. 20° (wohl bemerkt abends um ca. 18 Uhr) linksfahrend strait nach Christchurch rein. Es richt hier alles nach Sommer, nach Tannen, Pienienwald und frisch geschnittenem Gras. Doch eines sollte man machen bevor man so eine Tour mit ca. 20 kg Gepäckam am Rad beginnt. Das Fahrverhalten bei vollgepacktem Fahrrad zumindestens mal zu Hause testen. Mhh... hätte nichts geändert aber ich hätte gewusst, dass es sich nicht so leicht fahren lässt... aber ich werde mich schon daran gewöhnen. Nach ca. 10 km war ich am Hagly Park angelangt... ab dort habe ich mich auf die Suche nach einem backpacker (BBH) gemacht. 10 weitere km in den Beinen und schon die ersten Eindrücke von Christchurch gesammelt habe ich ein nettes Backpacker gefunden. So und jetzt erst mal nach der ca. 30 stündigen Reise schlafen und Morgen gehts auf Entdeckungstour nach Christchurch..
Hier noch ein paar Bilder
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... ohne Worte ... | | ... Nach dem ersten Checken ist nichts kaputt ... | | und es ist vollbracht. Ca. 1,5 Stunden nach der Landung in Christchurch | | und noch ein kleines Feintouning an der Satteleinstellung |
Tag 1: 9.2.2011 Christchurch
Heute Morgen hat es erstmal geregnet als ich aufgestanden bin. Nachdem ich mir mein Frühstück gemacht hatte (ich war gestern Abend mit Glen, das ist der Backpacker Chef, im Supermarkt einkaufen) und den Abschnitt der Anreise auf meiner Internetseite eingepflegt hatte, kam schon wieder die Sonne raus. Dennoch war es Heute nicht so warm. Gefühlt max. 20° und ein kühles Lüftchen. Hab mich erst Mal ein wenig in Christchurch umgesehen. Eine Mege alte, eingestürtze bzw. durch Gerüste gestützte Gebäude, die durch das Erdbeben (Stärke 7,5) im Dezember 2010, beschädigt wurden. Auf dem zentralen Platz hab ich auf einer Treppe vor einer wunderschönen Kathedrale erst Mal in der prallen Mittagssonne Mittag gemacht. Danach hab ich mich elektronisch noch ein wenig ausgestattet. (siehe dazu auch Bilder [4-6] im fotoalbum ). Als erstes musste noch ein GPS-Gerät her. Die Suche nach eine Backpacker-Unterkunft in einer fremden Stadt, wenn man die genaue Adresse bereits hat, kann mit so einem GPS ziemlich erleichtert werden. Weiterhin sehe ich den Vorteil darin, dass ich abends meinen Track von tagsüber auf mein Netbook übernehmen und so die Route auswerten kann. Ich muss doch wissen wieviel Höhen Meter bzw. Kilometer ich gefahren bin :-). Ich habe mich bereits in Deutschland bei Globeltrotter informiert. Eine Sotware für Neuseeland musste aber erst bestellt werden und ist noch ein wenig teuer als in Neuseeland selbst. Daher hab ich mich entschieden alles hier zu kaufen. Das Modell hab ich bereits in Deutschland festgelegt. (Garmin Dakota 20). Die Herausforderung für heute Abend ist noch, die Software auf mein Netbook ohne CD-Laufwerk zu bekommen. Ich hab natürlich im Internetcafe die Software bereits auf einen Stick gezogen. Ich hoffe nur die Installation startet.
Als Nächstes hab ich mich bzgl. UMTS schlau gemacht. Da ich auch viel ausserhalb der großen Städte unterwegs bin, bietet es sich an, ein UMTS-Stick von vodafone zu nehmen. Mit dem sollte ich überall in Neuseeland (Süd- und Nordinsel) eine Abdeckung von 97% haben. Das gilt es noch zu beweisen...
Hier ein paar Eindrücke von Christchurch. (siehe dazu auch Bilder [1-3] im fotoalbum).

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Vom Erdbeben gezeichnete Kirche in Christchurch | | Alte und neue Archtektur hamonisch ins Stadtbild integriert | | Nostalgische Stadtbahn Für die Grünen unter uns. Vielleicht sollte Die Stadt Hamburg für Ihr Bauvorhaben "Satdtbahn" sich hier ein Beispiel nehmen. Würde ggf. für mehtr Zustimmung aus der Öffentlichkeit beitragen. | | einfach nur schön. |
Nun muss ich noch die Route für Morgen planen. Da ich unabhänig von 3 Personen gesagt bekommen habe, dass ich unbedingt nach Kaikoura zum Delphinschwimmen bzw. zum Walewatching fahren muss, hab ich mich entschieden, von meinem ursprünglichen Plan, gleich mit dem ersten Track abzuweichen. Von Christchurch aus sind das ca. 190 km komplett gegengesetzt zur ursprünglichen Planung. Das sollte in zwei Tagen zu schaffen sein. Ein Tag in Kaikoura mit Delphinen planschen und wieder zwei Tage zurück in Richtung Christchurch. Bis dahin sollte Stefan aus Berlin angekommen sein. Stephan habe ich über das Forum im Globeltrotter kennen gelernt. Wir wollen ein paar Touren gemeinsam machen.
Tag 2/3: 10.2.2011 - 11.2.2011 Kaikoura
Erste Etappe Christchurch => Gore Bay (120 km) "Hello Kitty goes New Zealand"
Eigentlich wollte ich nach Domett fahren aber dazu gleich mehr.
Heute Morgen war ich so aufgeregt, dass ich bereits 7:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und einem blauen Himmel, der nicht schöner in einem kitschigen Film aufgenommen werden könnte, aufgestanden. (Das Wetter hat sich übrigens den ganzen Tag nicht verändert). Nachdem ich geduscht, gefrühstückt und meine Sachen gepackt hatte, war es doch schon wieder 9:30 Uhr. Ich sag nur, der Spruch: „Der early bird kann mich mal“ holt einen Abends wieder ein. Gerade bei Touren über 100 km. Daher mein neues Motto, ich mache mir den early bird zum Freund und fahre das nächste Mal etwas früher los. Als erstes hatte ich noch kleinere Auseinandersetzungen mit meinem neu gekauftem GPS gehabt. Das wollte meiner Meinung nach immer in die falsche Richtung fahren. Nach ca. 5 km haben wir uns dann doch noch angefreundet und werden auch Freunde bleiben. Ist schon cool wenn der kleine da auf dem Lenkrad einen aufmerksam macht, dass man gleich mal abbiegen muss :-). Die weiteren 35 km waren ätzend. Ich kann nur sagen, dass eine Schnellstraße in Neuseeland für Radfahrer genauso schlecht zu fahren ist wie in Deutschland. Da hilft auch der Linksverkehr nichts. Nun weiß ich auch warum in Neuseeland die Helmpflicht für Radfahrer verordnet wurde. Nein, nicht wegen den Stürzen, sondern wegen den herumfliegenden Steinen, wenn gefühlt so ein 100 Tonnen Gerät mit 2 Anhängern entgegenkommt. Da hilft nur Gesicht auf die Brust und den Helm als Schutzschild gegen den Brummi verwenden. Einmal hat es bei mir richtig auf dem Helm geknallt :-(.
Das Wetter ist prima. In der Sonne hat es bestimmt 30°. Dennoch geht immer ein kühler Wind. Da ich durch die Sonne und die Anstrengung schwitze und das Trikot immer feucht ist habe ich mich nach wenigen Kilometer entschieden wieder meine Windstopper Jacke anzuziehen. Gute Idee, es gibt nichts Schlimmeres als die ganze Zeit das Gefühl von Kühle am Rücken zu spüren.
Nach ca. 40 km bin ich in ein Restaurant mit großem Spielplatz eingekehrt. Als Erstes habe ich mich auf einer Kinder-Wippe mit meinem Mittagessen ausgebreitet. Selbstgemachte Käsebrote, Paprika, Molkedrink und noch ein Twix haben mich wieder gestärkt. Danach habe ich mich mit einem Kaffee auf die Terrasse des Restaurants gesetzt und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Da habe ich Alex kennen gelernt. Alex hat gerade mit seinen zwei Kindern und seiner Frau auf dem Spielplatz herum gealbert. Ich bat ihn, ein Foto von mir zu machen und so kamen wir ins Gespräch. Alex ist ursprünglich aus den USA. Er arbeitet für eine Zulieferfirma von Airbus. Daher kennt er Hamburg. Letzten Winter ist er auch auf der zugefrorenen Alster spazieren gegangen. Nun ist er für sechs Jahre in Neuseeland eingesetzt. Seine Familie reist mit. Er sagte zu mir, dass es für ihn das Wichtigste sei, dass seine Familie dabei ist. Und so sind wir auf die Werte im Leben gekommen. Ich musste feststellen, dass die Werte die ich habe und mir von meinen Eltern vermittelt wurden, auch mit den Werten der Leute die von einem anderen Kontinent stammen, übereinstimmen. Es hat mich darin bestärkt, dass meine Werte nicht falsch sind. Daher können mir Menschen nur leid tun, die Werte wie „Familie“ und “Partnerschaft“ hinten anstellen bzw. mit Füßen treten, ihren Partner als besten Freund abtun und meinen sie leben alleine in dieser Welt.
Alex hat mir empfohlen, nach Gore Bay ans Meer zu fahren. Da gäbe es auch einen schönen Campingplatz. Ob es Cabines (Art Schlafmöglichkeit in einer Hütte) gibt wusste er nicht. Ich bin dann mal da hingefahren. Die Strecke wurde auch besser. Es waren nicht mehr so viel LKWs unterwegs. Schafe über Schafe und ab und zu auch ein paar Kühe… Aber ich kann nur sagen, es ist schon was anderes mit einem Trekking Rad und einem Zusatzgepäck von rund 25 kg einen Berg hoch zu radeln. Da sind die Alpen mit dem Rennrad ein Kinderspiel. An km 75 kann ich mich noch gut erinnern. Ich war so platt. Habe kaum noch Wasser und fahre wortwörtlich auf dem letzten Tropfen. In Summe habe ich ca. 7 Liter durchgelassen. Ich kann nur empfehlen bei jeder Gelegenheit die Flaschen nachzufüllen. Es gibt teilweise Strecken da kommt 20 km nichts. Interessant ist auch wenn man in ein Restaurant oder Tankstelle geht und fragt, ob sie die Flaschen mit Wasser auffüllen können. Die Fragen doch tatsächlich welche Temperatur das Wasser haben soll bzw. entschuldigen sich, wenn das Wasser nicht ganz so kühl aus der Leitung kommt. Schon verrückt, fast schon beschämend diese Freundlichkeit der Neuseeländer. Aber seither bestelle ich direkt Wasser zum nachfüllen mit ca. 6,7° Leitungstemperatur :-). Km 75 war auch der Kilometer, bei dem ich den IPod rausgeholt habe und mir elektr. Musik auf die Ohren gehauen habe. Bin mir vorgekommen wie beim Spinning….aber es hat geholfen. Danke Kasi, du hast genau die richte Mugge aufgespielt. Nach genau 121 km in den Beinen stand ich am Meer. (da sitze ich auch gerade auf einem angespülten Baum und schreibe die Erlebnisse des Tages runter).
Leider sieht der Zeltplatz etwas leer aus. Der Empfang ist leer, kein Kiosk und etwa 5 Camper. Die ersten Camper mit Geschirr in der Hand hatte ich gleich angesprochen. Die waren natürlich aus Hamburg und dann noch aus Bergedorf :-). Sie erklärten mir, dass es keine Cabines gibt, und dass der Chef des Platzes ab und zu Mal vorbei kommt und schaut ob neue Gäste angekommen sind. Sie hatten mir angeboten vor ihrem Zelt zu schlafen. Die Gelegenheit hatte ich fast genutzt, da ich auf jeden Fall meinen Schlafsack und Isomatte, die ich mit viel Schweiß durch die Gegend fahre, auch noch Mal testen möchte. Und außerdem ist geiles Wetter. Das mit dem Essen war schon ein größeres Problem. Ich hatte alles aufgefuttert und hatte Hunger wie ein Bär. Sie konnten mir nichts abgeben, da sie nur noch zwei Tage in NZ sind und nicht mehr genügend Essen für drei dabei hatten. Der nächste Supermarkt ist aber 8 km weit weg. Und nach einem Trip mit 120 km in den Beinen muss man schon sehr viel Hunger haben um dann noch mal in Summe 16 km zu fahren. Daher habe ich mich entschlossen bei einem Motel anzufragen. Ein freundlicher Herr öffnete mir die Türe, konnte sein Slang kaum verstehen. Dennoch habe ich verstanden, dass er ein Zimmer ohne Frühstück für mich hat. Ich habe nach Essen gefragt. Er bot mir an, ein Abendbrot mit einem Frühstück "for free" für mich zu zubereiten. 10 min später hat er mir Hühnchen (und zwar wesentlich besser als im Flieger) mit Salat, Brot, Joghurt, Müsli, Obst, Kaffee, Milch und O-Saft vorbei gebracht. Ab sofort bin fest davon überzeugt, dass es kein freundlicheres Volk als die Neuseeländer auf dieser Welt geben kann. Nach dem ich gegessen und frisch geduscht hatte, fühlte ich mich mal wieder wie ein Mensch. Dann gleich ab an den Strand. Hier hätte ich auch noch übernachtet. Siehe Fotos. Habe den Laptop aufgeklappt (UMTS funktioniert hier leider nicht) und angefangen zu schreiben. Die Wellen reichen fast bis an meine Schuhe heran.
Morgen geht’s weiter nach Kaikoura. Das werden dann aber nur ca. 80 km sein…
Hier ein paar Fotos
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Strahlend blauer Himmel beim Losfahren | | ...ich kann es kaum erwarten... | | ... immer nur voran und die Lanschaft genießen.. | | Strand von Gore Bay |
weitere Bilder siehe Fotoalbum Bild [7-9]
Zweite Etappe Gore Bay => Kaikoura (80 km) "...Nachdem alles begann..."
Nachdem ich gestern fix und fertig ins Bett gefallen war und ich mich auch noch mit meinem GPS auseinander gesetzt hatte und dieses kleine Scheißding mir einfach nicht meine gefahrene Route rausgeben wollte, bin ich heute Morgen wieder in meinem Luxus- Apartment mit einem Sonnenschein aufgewacht. Vom Bett aus konnte ich schon über die gesamte Küste von Gore Bay Ausschau halten. Leider waren viele Wolken am Himmel, die ich aber im weiteren Verlauf des Tages zu schätzen lernte, denn es war nicht so heiß wie gestern.
Mein erster Akt an diesem Morgen war erst mal zum 8 km weit entfernten Supermarkt zu radeln, um Nahrung für den Tag einzukaufen. Diesmal gab es wieder Käsebrot mit Paprika. Apfel, Mohrrübe und 2 Bananen kamen noch dazu. Molketrink und Brot natürlich nicht zu vergessen. Vor dem Supermarkt habe ich erst mal Brote geschmiert. (siehe Foto).
Danach ging es endlich los. Die Strecke heute ist zwar wesentlich kürzer als die von Gestern, dafür aber hügeliger. Es stellte sich bald heraus, dass die Hügel ausgewachsene Berge waren.
@Mirko: wie 2007 in den Alpen… mit jedem Tag läufts besser…-:)
Die Strecke war nicht nur bergig, sondern hat mich mit meinem Wasservorrat zum zweiten Mal an die Grenzen gebracht. Hab mich wieder leer gefahren. 30 km ohne Tanke oder sonstiger Wasserstelle ist mit 1,5 Liter Wasser kaum zu schaffen. Zum Glück war da eine längere Baustelle mit einer langen Rotphase. An der Ampel hab ich erst mal zwei im Camper um ein wenig Wasser angeschnorrt. Gekühlt bei ca. 6,7° konnte ich dann meine Flaschen wieder füllen.. und weiter ging es. Das Wichtigste ist, dass der Motor versorgt wird. Ein Auto ohne Bezin fährt auch nicht. Daher min. jede Stunde etwas Essen und viel Trinken. Wie unschwer auf den Fotos zu erkennen ist hatten die Berge, zumindest für den zweiten Tag, es in sich. Zum ersten Mal lernte ich meine 21 Gänge zu schätzen. Mit ca. 6,5 km/h und 70 U/min keuchte ich die Berge hoch. Und plötzlich der ersehnte Blick. Die Küste von Kaikoura war zu sehen. Und wo es rauf geht, geht es bekanntlich auch wieder runter. Beschleunigt auf ca. 50 km/h musste ich ein wenig langsam machen, da das Fahrrad mit dem Gepäck angefangen hat zu flattern…-:(
Am Wasser angekommen lagen noch ca. 20 km bis Kaikoura vor mir, die ich flach an der Küstenstraße ab radeln konnte. Flach schon aber ein Wind der sich schon bald in ein Sturm verwandlete. Teilweise musste ich auf flachen Stücken den letzten Gang einlegen, da der Wind so heftig war. Ich habe mir dann mal wieder Elektro Sond von Kasi auf die Ohren gehauen, diesmal Moonbootica, und ab gings mit ca. 6 km/h gegen den Wind...bum...bum..bum..bum,..
Nach ziemlich genau 80 km in Kaikoura angekommen hab ich mir gleich das nächste Backpacker gesucht. Coole Bude. Hatten nur noch ein 4-Bett-Zimmer frei. Naja, nachdem ich die letzten 3 Nächte in puren Luxus Apartments gewohnt hatte, sollte das doch auch mal funktionieren.
Ich muss sagen, ich glaube, ich bin auf meiner Reise angekommen. Das gehört dazu. In einer großen Küche sich das Abendessen mit allen Anderen zusammen zubereiten und am gemeinsamen Tisch mit Engländer, Holländer und Deutschen zusammen zu essen. Natürlich musste ich erst mal wieder einkaufen. Spagetti mit Tomatensoße, Oliven und Mozzarella Käse waren auch dabei. Das obligatorische Bier beim Kochen muss ich eigentlich nicht erwähnen. (Siehe Fotoalbum [10-15]). Eine nette Engländerin Namens Louise, hat mir gleich noch ein Geschenk gemacht. Sie hat mir ein Aluminium Fahrrad mit integriertem Flaschenöffner geschenkt. Sie meinte Fahrrad und Bier passen zu mir :-). Kommt Morgen auch gleich noch an Lenker.
Morgen geht’s zum Walewatching. Bin mal gespannt ob ein Boot rausfährt. Heute sind wegen Sturm keine raus gefahren. Zum Delphinschwimmen muss man sich einen Tag vorher anmelden. Das kann ich aber erst morgenfrüh machen, so dass ich noch eine Nacht länger in Kaikoura bleiben muss. Dann kann ich wenigstens meine Beine ein wenig entspannen und auch mal relaxen..
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Nahrungszubereitung vor dem Supermarkt | | Es gibt keine Probleme nur Herausforderungen | | Küste von Kaikoura | | Backpackerleben....
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weitere Bilder siehe Fotoalbum Bild [10-15]
Tag 4: 12.2.2011 Kaikoura, Albatross Backpacker
Heute ist der erste Tag, an dem nicht Fahrrad fahre. Die Nacht habe ich auch soweit gut hinter mich gebracht. Na ja mit drei Frauen im Zimmer. Zwei Deutsche und eine Engländerin. Aber was will ich schon mit Frauen :-). Nach dem reichhaltigen Frühstück, hatten Louise und ich uns zusammen beschlossen, für den heutigen Tag eine Walewatching Tour und für Morgen (Sonntag) Dephinschwimmen zu buchen. Leider war das Wetter die letzten zwei Tage so schlecht, dass alle Buchungen auf den heutigen bzw. auf Sonntag verlegt wurden. So konnten wir uns für das Delphinschwimmen nur noch auf eine Warteliste setzen lassen. Walewatching haben wir fest auf 12:30 am Sonntag gebucht. Nach dem die geplanten Wasseraktivitäten für den heutigen Tag ins Wasser gefallen sind, sind wir erst mal ca. 4 Stunden bei 30° um die Halbinsel von Kaikoura gewandert. Hab ich mir einen Sonnenbrand im Nacken zugezogen…:-(. Was ich auf dieser Tour gesehen habe ist nicht zu beschreiben. Buchten, traumhafte Küsten, schlafende Robben am Strand…. und das alles mit eine englischen Kinder Psychologin im Schlepptau. Zwischen durch ein Anruf von der Delfinschwimm Agentur mit der geilen Nachricht, dass wir am nächsten Tag 5:30 Uhr beim Delphinschwimmen dabei sind. Cool…. Aber 5:30 Uhr :-(. Morgens wohlbemerkt! Gegen 17 Uhr mal wieder hungrig zurück, haben wir erst mal im Supermarkt eingekauft. Zusammen haben wir uns Nudeln mit Chilli-Soße zubereitet. Salt natürlich auch. Es sollte nur ein kleiner Snack sein, da abends das angekündigte BQ ab 20 Uhr stattfindet. Es war ein bisschen mehr als nur ein Snack. Dennoch flutschten die Steaks und Würstchen abends trotzdem noch rein. Ein deutsches Pärchen, Dirk und Petra, haben mich überredet, ein bisschen Wein mit zutrinken. Da ich wusste, dass ich morgens früh raus muss, wollte ich mich zurück halten. Ging aber leider nicht war zu lustig und alles weiter dazu Morgen.
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einfach nur mal wieder schön... | | ... puh viel zu heiß... | | Küste Halbinsel von Kaikoura | | Vorglühen beim BQ |
Tag 5: 13.2.2011 Kaikoura, Albatross Backpacker
Wie bereits Louise gestern Abend angekündigt hat, hatte sie mich heute Morgen um 5 Uhr geweckt. Nach 4 Stunden Schlaft und einer Flasche Wein, die ich zwangsweise beim gestrigen BQ trinken musste, war es schon eine riesige Herausforderung überhaupt nur die Augen aufzumachen, ganz zu schweigen tatsächlich aufzustehen. Da wir nicht wirklich viel Zeit hatten, 5:20 hatten wir Termin beim Veranstalter, konnte ich nicht lange darüber nachdenken. Bürste in Kopf, Kaffee hinter her und los gings. Nach dem wir die ersten Anweisungen bekommen haben, wie wir uns im Wasser zu verhalten haben, robbten wir uns in unsere Neopren-Anzüge. Mit dem Bus ca. 2 km zum Boot, es war noch stockdunkel, richtig viel wahrgenommen hatte ich noch nicht. Endlich auf dem Boot und abgelegt kam er – der Sonnenaufgang. Ich sag nur: „ The early bird catch the sunraise“. So was hab ich in meinem Leben noch nicht gesehen…. da fehlen mir die Worte (siehe Foto). Nach ca. 15 min. Bootsfahrt gins ab ins Wasser. Alleine schon auf der Treppe hinten am Boot zu sitzen und die Flossen ins Wasser zu halten war schon eine Herausforderung. Gefühlt 5° nicht mehr. Später hat sich herausgestellt, dass es doch ca. 16° waren. Mit einem lauten Hupen und Schnorchel im Mund durften wir alle zusammen ins Wasser springen. Es wurde nicht wärmer.... Puh… die ersten Minuten wollte ich sterben. Als die ersten Delphine an mir in greifbarer Nähe vorbei kamen, war die Kälte vergessen. Was für ein Gefühl sich mit den Delphinen und ca. 20 anderen Verrückten, sich zusammen im Wasser zu bewegen. Ich hatte mir noch zusätzlich eine Wasserkamera ausgeliehen. Erst dachte ich, dass min 90% der Bilder und Videos “bull shit“ sein müssen, da der Auslöser ca. 3 sek. braucht um tatsächlich das Foto zu schießen. Das Ergebnis heute Abend war überwältigend. Ich kann leider nur einen ganz kleinen Einblick der Eindrücke der letzten 2 Tage geben. Ich bin überzeugt, dass keine Speicherkarte der Welt so groß sein kann, um alle Eindrücke zu sammeln die ich in meinem Kopf abgelegt habe. Nach dem die erste Euphorie vorbei war hat sich das schlechte Gefühl in der Magengegend eingestellt. Alles riecht nach Gummi, die Brille riecht nach Spülmittel, die Maske und Haupe presst nach ca. 30 min wie ein Betonklotz auf den Kopf und dann kommt noch die Wellenbewegung über und unter Wasser dazu. Zwei Wassergänge habe ich mitgemacht, den dritten habe ich mit vielen anderen ausgelassen, sonst hätte ich auf eine ganz unangenehme Art mit den Delphinen gesprochen. Andere taten das bereits. Aber die Skipper waren behilflich. Nach ca. 2 Stunden wieder zurück war ich komplett erledigt. Schnell unter die Dusche, noch schnell das Zimmer wechseln, da ich eigentlich nur für zwei Nächte gebucht hatte und schlafen. 12 Uhr aufstehen. 12:30 wieder aufs Boot und Wale gucken. Eigentlich wäre ich nicht gegangen aber Louise, die verrückte Kinder-Psychologin aus Bristol, hat mich überredet. Wieder aufs Boot. Hätte ich das mal nicht gemacht! Wieder ist mich schlecht und richtig spannend ist es auch nicht. Viele alte Leute, die darauf warten, dass endlich Mal ein Wal auftaucht und die Flosse in die Luft hält. Zwei Mal haben wir einen gesehen, zwei Mal habe ich abgedrückt und ab wieder nach Hause. Mit einen riesigen Hunger ab in Supermarkt. Ich habe mich bereits nahrungstechnisch für meine morgige Tour vorbereitet. Nudeln und Soße! Louise hat richtig gute englische Käse-Omelett gebacken und ich habe noch einen Salat dazu gemacht. Heute Abend nur noch ein wenig abchillen und ggf. mein verf… GPS installieren. Mittlerweile kann ich die Strecke auf den Computer laden, aber ich sehe noch keine Daten dazu… aber ich habe noch ein paar Abende… :-).
Spätestens 9:00 Uhr morgenfrüh geht’s ab zurück Richtung Christchurch. Diesmal werde ich mehr im Landesinneren fahren um die Schnellstraße zu vermeiden. Die genaue Route muss ich noch schnell planen. Eins ist aber sicher…. es wird bergiger und wie das Wetter wird kann man eigentlich hier erst sagen, nachdem man es erlebt hat.. :-). Meine Beine sind auch wieder richtig fit und schreien danach gefordert zu werden. Noch ein Tag rumhängen und Boot fahren, ich würde verrückt werden… und ab geht’s auf´s Fahrrad…:-).
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I´am singing in the sunraise..... | | Mama und Baby Delphin
| | ...kurz vor dem Erfrierungstod... | | ...bin dann Mal weg... |
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mhhhhhhhhhhhhhhh.............. | | was für ein geiler Tag |
weitere Bilder siehe Fotoalbum Bild [16- 18]
Tag 6: 14.2.2011 Kaikoura => Culverden (107 km) "Dirk und Petra"
Der 14 Februar. Der Tag der Verliebten. Ich weiß genau wer mich heute nicht geliebt hat. Das Wetter! Ich habe eine Mütze voll Regen abbekommen aber dazu gleich mehr.
Heute Morgen war eigentlich alles ziemlich entspannt. Ich war früh wach. Hatte meine Sachen zusammen gepackt und noch schnell gefrühstückt. Nach dem ich festgestellt hatte, dass ich gestern im Supermarkt Knoblauch Toast statt normalem Toast gekauft hatte, musst schnell eine Lösung her. Dirk war die Lösung. Er hatte bereits gefrühstückt und wollte sowieso noch Knoblauchbrot für abends kaufen. Somit konnten wir einfach tauschen und gut war. Ich richtete mir wieder mein Launchpaket für den Tag. Diesmal sogar mit gekochtem Ei. 9:30 Uhr gings los. Diesmal war abzusehen, dass eine nicht ganz einfache Strecke, mit wenig Ortschaften auf dem Weg, vor mir lag. Um mein Wasser Problem in den Griff zu bekommen, habe ich mir noch eine dritte Flasche mitgenommen. Von Dirk habe ich noch zusätzlich Desinfektionsmittel für Wasser abgekauft. Somit habe ich ab sofort auch mal die Möglichkeit, an einem Fluss meine Wasserflaschen nach zu füllen, ohne gleich den Durchmarsch zu bekommen.
Krümel war diesmal übrigens auch rechtes vorne neben dem „driver seat“ fest im Sattel. @Simone, ich pass gut auf deinen Krümel auf. Nach ca. 5 km Fahrt stellte sich der Regen ein. Ich fühlte mich wie in Hamburg. Die ganze Zeit ein Nieselregen…so ein richtiges „Schiieet Wetter“. Den Sommer konnte ich an der Temperatur des Nieselregens fühlen.
Nach einer weiteren Stunde hat sich ein permanentes Pochen in meinem Kopf eingestellt. Bei jedem Tritt wurde es heftiger und Hunger hatte ich auch. Also links ran, ein Unterschlupf war weit und breit nicht zu sehen, und erst mal Mittag. Kopfschmerztabletten mit Käse Brot. Da es immer Noch nieselte wurde mir schnell kalt. Da kam mir die Idee mit meinem wasserabweisenden Schlafsack. Gesagt getan, Schlafsack raus und erst mal ca. 1 Stunde de Augen zu. So ein Mittagschläfchen in der freien Natur bewirkt wunder :-). Der Schalfsack hat somit auch seine Wasserfestigkeit bewiesen:-).
Dann wieder ab aufs Rad. Eine super Strecke. Geteerte Straße, kaum befahren. Berg hoch und runter, vorbei an Schafsherden, Rehherden und sogar Alpakaherden. Über schöne Brücken vorbei an Seen. So ein Regen bringt fabelhafte Düfte hervor. Teilweise riecht es hier wie in einem Walnusswald. Dann wieder intensiv nach Pinienwald. Bei dieser Inspiration der Nattur, ist die Idee geboren, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Dazu liest bitte mehr auf der Startseite.
Am eigentlichen Ziel in Waiau, nach ca. 80 km und vollkommen durchnässt, angekommen, musste ich feststellen, dass es hier nichts gibt. Da ich eigentlich noch gut in der Zeit lag und die Knochen noch nicht müde waren, hab ich mich entschieden noch 20 km weiter nach Culverden zu radeln. Nach 107 km und über 1200 Höhenmeter in den Beinen hab ich mich in einem kleinen alten Hotel eingemietet.
Die Strecke Morgen wird eine Erholung werden. Ca. 100 km mit nicht mehr als 250 Höhenmetern nach Christchurch. Werde schauen, dass ich noch im Laden, wo ich das GPS gekauft habe, vorbeikomme. Es fehlt mir immer noch die Halterung für den Lenker. Vielleicht können die mir auch helfen, mein Streckendaten, die ich bis jetzt aus dem Internet gezogen habe, auszulesen. Abends werde ich Stefan aus Berlin treffen, sein Fahrrad ist nach mehr als drei Tagen Verspätung auch endlich angekommen. In der Zwischenzeit durfte er auf Kosten von Emirates im Holyday Inn in Christchurch pennen.
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Mittagsplätzchen am Eingang einer Plantage | | Rehherde.. die haben mich ganz schön dumm angeschaut... | | Nieselregen..und weiter gehts.... | | ein schwarzes Alpaka
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weitere Bilder siehe Fotoalbum Bild [19- 21]
Tag 7: 15.2.2011 Culverden => Christchurch (98 km)
7:00 am, ich liege wach im Bett. Die ersten Sonnenstrahlen fallen durch die nicht ganz blickdichten Vorhänge. Ich war aber noch zu müde um aufzustehen. Das von der Hausherrin persönlich zubereitet Ripeysteak mit Pommes und Salat von gestern Abend liegen mir noch schwer im Magen. Schlafen kann ich nicht mehr, daher habe ich mich entschieden, den Rechner mal hochzufahren, nachdem ich gestern Abend total müde,ohne ein Wort zu schreiben, ins Bett gefallen bin. Gegen neun hatte ich kurz mit Anni, die sich noch nicht wirklich von ihrer Geburtstagsfete am Samstag mit nachträglichen absacken auf dem Kiez erholt hatte, geskypt. Rechner aus, Frühstücken, Launchpaket, diesmal vom Hause zubereitet, eingepackt und bei einem pervers gutem Wetter ca. 10 Uhr aufs Rad gesessen. Kein Wind, kein Regen und nicht ganz zu heiß. Perfekt! Das Schlimmste beim Radfahren ist definitiv der Wind. Kein Regen, kein Berg kann einen so in die Knie zwingen wie ein starker Wind. Habe noch kurz mit der Wirtin geschnackt. Sie meinte, dass ich auf der Nordinsel nicht nur auf den Verkehr aufpassen soll sondern auch auf die Leute. (I should take care with people that I´ll speak…). Ich weiß nicht genau was sie mir damit sagen wollte, aber ich bin schon mal gewarnt.
Auf dem Highway 70 ab Richtung Christchurch. Bei kleineren Berganstiegen hatte ich ein leichtes Schleifen gehört. Erst dachte ich es wären meine Scheibenbremsen, die gestern bereits bei Regen auffällig geheult hatten. Für die Technik-Freeks unter uns. Es ist hilfreich, gerade bei Berganstiegen wenn man, wie bei meinem Fahrrad, die Federung vorne fixieren kann. Das spart bei jedem Tritt rund 30% Kraft. Nachdem ich einem Schäfer geholfen hatte seine Schafe über die Straße zu bekommen, indem ich den Verkehr ein wenig zurück gehalten hatte, hatte ich die Ursache des Schleifens entdeckt. Eine Schraube meines hinteren Gepäckträgers hat sich verselbstständigt. Gott sei dem Dank, der die Kabelbinder erfunden hat. Drei Kabelbinder dran und gut ist. Das hält bombig. Tasche wieder dran und weiter. Km 35, ein kurzes Mittagpäuschen in der Sonne. Km 56 komme ich an einem Cafe vorbei. Da der Kaffee heute Morgen nicht so gut war, entschied ich mich hier einzukehren um einen Kaffee zu trinken und schon mal die ersten Eindrücke des Tages zu dokumentieren. Haben nun 2:30 pm und es liegen noch ca. 45 km vor mir.
So nun ist es 7:30 pm. Um 8 pm treffe ich mich mit Stefan aus Berlin vor der Kirche am Hauptplatz in Christchurch. Noch schnell ins Internetcafe und ein paar Worte loswerden. Nach meiner wohlverdienten Kaffeepause hab ich mich wieder auf den Weg gemacht. Leider bin ich wieder auf der Road 1. Die LKW´s knallen an mir vorbei. So schlimm ist es mir am ersten Tag gar nicht vorgekommen. Gut, Ipod in die Ohren und die noch verbleibenden 45 Km abradeln. Unterwegs habe ich noch einige verrückte Fotos geschossen. siehe Fotoalbum Bild [22- 24].
@Wolfgang. Ich musste unterwegs auch mal an Dich und unser letzt järiges Unitmeeting denken. "Wine and Dine", einkehern konnte ich leider nicht, da Alkohol und Radfahren nicht zusammen passen. Siehe Fotoalbum Foto Nr. 25
20 Km vor Christchurch habe ich eine Motorradwerkstatt gefunden. Da bin ich gleich mal eingekehrt. Der Chef des Hauses hat sich so über meinen Besuch gefreut, so dass er übschwinglich meinen Gepäckträger repariert hatte. Alle Schrauben wurden gleich mit Loktite gefestigt. Als Dank soll ich ihm eine Postkarte aus Deutschland schicken. Das werde ich tun. In dieser Werkstat kann man coole Quads ausleihen. (Siehe www.canterburyatv.co.nz).
Hello Ted, thanks for your Help. I`ll send you an postcard from Hamburg after I am back.
Mit repariertem Gepäckträger ab die letzten 20 Km nach Christchurch. Als erstes zu John (hatte mir das GPS vor einigen Tagen verkauft), der mich bereits erwartete. Der bestellte Halter für mein GPS war da. Hab ich gleich montiert. Dann hatte ich mir noch erklären lassen, wie das mit der Auswertung der Daten funktioniert. Hätte ich ein wenig mehr Zeit gehabt hätte ich das auch noch herausgefunden....:-(. Aber wie es halt immer so ist. "kaum macht man es richtig - funktionierts". So kann ich nun ab Heute meine eigenen Diagramme ins Netz stellen. Dann hab ich mir ein Backpacker gesucht. Beim Ersten gab es nur Einzelzimmer fuer 80 NZ$. Das ist mir zu viel. Ich bin nun ein erprobter Backpacker und kann mit mehreren in einem Zimmer schlafen. Also weiter zum Nächsten. Coole Bude. Bett fuer 28 NZ$ in einem 9-Bett Zimmer. Naja schaun wir mal wie das funktioniert.
So jetzt los und mit Stafan die Route für Morgen planen
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Skyline mit einem Wasserfleck von gestern auf der Linse | | ... das habe ich wircklich selbst geknippst... | | was Kabelbinder so alles halten können... | | ..meine erste Baustelle in NZ... |
weitere Bilder siehe Fotoalbum Bild [25- 26]
Tag 8: 16.2.2011 Christchurch => MT Sommers in Richtung Lake Tekapo (118 km) "the long way to myself"
7:30 am. Bin heute Morgen aufgewacht und dachte ich habe verschlafen. Ich bin fest davon überzeugt, dass meine Uhr bereits 8:15 am angezeigt hat. Nachdem ich alles gepackt hatte, ist mir aufgefallen, das, warum auch immer, es plötzlich eine Stunde früher war. An mir kann das nicht liegen :-). Die Uhren gehn hier einfach anders. Wahrscheinlich ist das traumhafte Wetter, heute ohne Wind, daran schuld gewesen, dass ich zu früh aufgewacht bin. Das 9-Bett Zimmer war gar nichgt so schlecht. Zum Schlafen reicht das alle Male. Was mich ein wenig gestört hat, waren die Leute die dort nächtigen. Ich war es nun aus dem letzten Backpacker gewohnt, dass man sich freundlich begrüßt und ein wenig schnackt. Hier gar nicht. Alles so 18-23 jähriges Volk. Die sind noch ziemlich unentspannt...müssen warscheinklich die ganze Zeit cool wirken....:-).
Die zu früh aufgestandene Stunde konnte ich gleich nutzen um ein wenig zu skypen und zu schreiben...
Gestern Abend hatte ich mich mit Stefan aus Berlin getroffen. Wir haben bei Spagetti und Apfelsaftschorle (kein Alkohol) in einer gut besuchten, einheimischen Kneipe zusammen die heutige Route nach Lake Tekapo geplant. Dies ist nicht die Route, die ich ursprünlich mal eingezeichnet hatte, da ich nun aber weiß, wie es ist, die Route 1 zu fahren und einige Leute mir empholen haben an diesen Platz zu radeln, freue ich mich bereits auf die 3 tägige Fahrt dort hin.
Wir treffen uns 9:30 am wieder vor der Kirche. Bin mal gespannt wie das mit Stefan und seinem Trailer hinten am Fahrrad funktioniert.
Stefan hat bereits auf mich gewartet. Eine Bekannte von ihm, die er wohl Gestern auf dem Schiff kennen gelernt hat, musste gleich noch Fotos von uns knipsen. Klar, sie kam aus China und hieß Champai oder so...
So, nur noch das GPS eingestellt und los. Wie gesagt so ein GPS in der Stadt ist cool, führt einen durch die Stadt wie ein scharfes Messer durch den Rettich... Messerscharf.
Die nächsten 75 km war es einfach nur flach...easy going. Für Stefan war das perfekt. So konnte er sich an den Trailer gewönnen. Das Gespann (Stefan, sein Fahrrad und sein Trailer) macht einen guten Eindruck. Wir legten einen guten Schnitt hin. Nach 40 km mal kurz Pause dann gleich weiter. In der Hitze geht auch langsam wieder das Wasser aus. Nach ca. 60 km endlich eine Tanke. Gleich mal Wasserfalschen auffüllen. Die nette Frau von der Tanke meinte, wir sollten bis Mount Sommers radeln. OK das taten wir dann auch. Bei km 75 dann der "Rakaia River". Ein mächtiger Fluß, der in einem tiefen Tal liegt. (siehe Foto im Fotoalbum). Der Ausblick war amazing. So, runter rollen ins Tal über eine kleine Brücke und wo es bekanntlich runter geht, geht es auch wieder rauf. Das war die erste wirkliche Herausforderung für Stefen und seinem Anhänger. Da der Hänger gefedert angehängt ist, zieht der Hänger bei jedem Tritt gegen die Fahrtrichtiung. So verliert er viel Kraft. Ob er damit die großen Berge herauf kommt kann ich noch nicht abschätzen. Da es Stefans erster Tag auf dem Bike ist, hat der Berg ihn gut mitgenommen (kenne ich noch von mir, ich war am ersten Tag auch ganz schön platt). Ich bin eigentlich von einer Gesamtstrecke von 100 km ausgegangen. Da hatte ich mich aber leider um 20 km verschätzt. Das waren genau die Mehrkilometer, die am Ende Stefan komplett erledigt hatten. In Mount Sommer angekommen, haben wir gleich das nächste B&B angefahren. Die wollten doch tatsächlich 160 $ exkl. Frühstück. Die spinnen wohl die Neuseeländer. Also zwei Fahrminuten weiter, direkt den Campingplatz angefahren. Erinnerte mich irgendwie an Core Bay. Nur 5 Camper, keine Rezeption und schon gar nichts zu Essen. Die Tanke vorne am Eck hat bereits um 6 pm zugemacht. Auf dem Platz kamen uns gleich zwei super nette Pärchen entgegen. Die einen aus Kanada die anderen aus Jena. Der Mann aus Kannada ist übrigens Gerry. Gerry ist der Weltmeister im Doppelt- Ironman in der Altersklasse über 60. Respekt! Ich habe mir natürlich gleich ein Tatou von ihm auf den Unterarm ritzen lassen :-). Coole Socke der Alte. Er hat uns gleich erklärt, dass morgens immer eine alte Dame vorbei kommt und 10 € / Nacht einnimmt. Cabins gabs leider nicht. Stefan hat sich sofort dran gemacht sein 30 € - Zelt aufzustellen, wohlbemerkt im Sonnenuntergang bei ca. 25°. Ich begutachtete schon mal die Küche, besser gesagt was man da so als "Küche" bezeichnet. In der Küche steht ein altes durchgesessenes Sofa und eine alte Matratze. Siehe Foto. Dies habe ich mir sofort als Schlafstätte für diese Nacht ausgeguckt. Matratze an Boden, Schlafsack drauf und gut ist. Endlich eine warme Dusche. Für 50 Cent darf man 5 Minituten lang mit warmen Wasser duschen.
Das Problem mit dem Essen hatte ich noch nicht gelöst. Dabei hatte ich nur Schwarzbrot und Käse für das morgige Frühstück und mein Launchpaket für den Tag. Gerry und seine Frau haben mich leiden gesehen und mich mit ihren Lebensmittel überhäuft, so dass ich mir in der sperlich ausgestatte "Küche", Nudeln mit Mohrrüben und ein bischen Steackgewürz zusammen braten konnte. Das war großartig. Stefan schläft schon lange und ich klimpere hier noch die letzten Zeilen in den Kasten rein.
@ Stefan: gute Leistung für den ersten Tag. Resepekt!
Bis zum Lake Tekapo sind es Morgen nun noch ca. 140 km. Diese Etape wollen wir splitten, da es Morgen wirklich in die Berge geht. Ich hoffe Stefan ist erholt und kann wieder mit vollen Kräften in die Pedale hauen...
Morgen wieder unter dem Motto "Eins kann mir keiner, eins kann mir keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben....." Danke Anni für Deine geil zusammen gestellte Partymusik.
@Stefan aus dem Süden: das Lied erinnert mich natürlich auch an Deine Furte Zeit... Offener Jeep und mit lauter Musik durch Müllheim...:-)...ist schon ca. 20 Jahre her..
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Hase (ohne Häschen) knabbert an seiner Mohrrübe :-) | | Stefan on road mit seinem Trailer... | | mit Volldampf bei 30° vorraus... | | mein Schlafplatz für diese Nacht :-( |
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Zwei Kämpfer nach dem Aufstehen | | .... wir und der Weltmeister Gerry.... |
Um noch ein paar schöne Landschaftsfotos zu sehen siehe Fotoalbum Foto [27-29 ]...lohnt sich :-)
Tag 9: 17.2.2011 Mount Sommers => Geraldine (50 Km) "Vincent Lukas best wishes tour"
Und manchmal kommt es anders und zweites als man denkt…
Der heutige Tag hat perfekt anfangen. Ich konnte perfekt auf meiner, ein bisschen in die Jahre gekommene, Matratze pennen. Draußen war bereits richtig was los. Zwölf Oldtimers aus den 20iger Jahren fuhren auf den Campingplatz gefolgt mit zwei Bussen voll Rentner. Die sind tatsächlich an mir mit dem Rollator vorbeigerollt und haben mich beim Packen bestaunt. Wäre ich nicht von alleine aufgewacht, hätte mich wahrscheinlich die Platzchefin geweckt. Puh da hab ich noch mal Glück gehabt. Die sollte lieber das Geld bei Dunkelheit einsammeln und nicht bei Tageslicht. Dann würde sie ihre Gäste vielleicht nicht ganz so erschrecken. Stefan hatte sich wieder soweit erholt. Mein Plan war, über Geraldine nach Fairlie zu radeln. Die ideale 100er Strecke. 50 km flach bis Geroldine und dann ab in die Berge für die nächsten 50 Km bis Fairly. Nach Lake Tekapo wäre es dann am nächsten Tag nur noch 50 km gewesen. So hätte man den Nachmittag dort verbringen können. Stefan wusste noch nicht genau, was er von meinem Plan halten soll. So haben wir den genauen Stecken Verlauf zu dieser Zeit mal offen gelassen. Dann noch schnell die Email Adressen mit Gerry ausgetauscht, uns verabschiedet, am Kiosk vorne am Eck noch alles für den Tag eingekauft und ab aufs Rad.
15 km easy going. Ich lobte den schönen Tag noch. Hab den Schafen ein Lied gesungen und mir gings blendend. Dann ein Krachen und ein Schleifen hinter mir. Die Verbindung zum Trailer hat sich bei Stefans Fahrrad gelöst. Dummerweise sind die Verbindungsteile quer über die Straße verteilt gewesen. Das Problem besteht darin, dass der Trailer an der Achse, direkt beim Schnellspanner befestigt wird. Da die Befestigung ca. 5 mm aufträgt hat er sich auch eine neue, etwa 5 mm längere Achse besorgt. Dennoch war diese auch zu kurz. Mit nur 2-3 Gewindegängen war die Mutter angezogen. Das kann auf Dauer nicht halten. (Hätte mich auch gleich fragen können:-)). Die Gewindegänge waren, nach dem wir die Achse gemeinsam begutachtet hatten, nicht mehr zu sehen und wir standen nun da. Nach wenigen Minuten hatten uns Gerry und Caroline eingeholt. Mit Kabelbinder und Tapeband haben wird die Verbindung notdürftig geflickt. (Kabelbindererfinder sei ein Zeites Mal Gedankt). Klar war, dass wir so nur nach Geroldine und nicht nach Fairlie in die Berge kommen. Also gemütlich zu viert Richtung Geraldine. Beim Orari River haben wir eine ausgedehnte Mittagspause direkt am Wasser einfließen lassen. So kamen wir bei reisendem Wasser und purem Sonnenschein ins Gespräch. Gerry erzählte mir von seinen drei Kindern und seinem 5 jährigen Enkelsohn. Einer seiner Söhne studiert sogar in Moskau. Er sagte zu mir, ohne dass ich ihn darauf angesprochen habe, dass es das Schönste ist, mit Ceroline un den Kinder zusammen zu sein. So, und da waren Sie wieder. Die Werte im Leben…. Kinder, Partnerschaft, Gesundheit…. oder auch anders herum aber sie gehören zusammen, wie der Deckel auf dem Topf. Also auch in Kanada denken die Menschen im Grunde nicht anders. Wenn ich genau einen Wusch in meinem Leben frei hätte, würde ich mir wünschen, dass ich mit 63 Jahre mit meiner Frau durch ein fremdes Land radle, an einem Fluss Mittag esse und wir uns über unsere tollen Kinder und Enkelkinder unterhalten. ……Dann habe ich alles im Leben richtig gemacht.
Nach ca. einer Stunde Plasch am wilden Fluß wieder aufs Rad und die letzten 15 Km nach Geraldine. Leider haben wir erfahren, dass der einzige Radladen seit gestern für die nächsten zwei Wochen geschlossen hat. In einer Werksatt hat man uns gesagt, dass im 40 km entfernten Timaru es drei Radläden gäbe. Was tun, mit den Rädern und einem getapten Trailer dort hin fahren? Nein! Defently not! Gerry und Caroline wollen diese Nacht auf dem Campingplatz übernachten. Dort gibt es auch Cabins. Da entschlossen wir uns, hier zu bleiben und Stefan versucht mit dem Bus nach Timaru zu kommen, um dort in einem der drei Radläden eine längere Achse zu ordern. Die nette Frau im Reisebüro meinte, dass am heutigen Tag die Hinfahrt kein Problem wäre, aber das Zurückkommen. Sie bot uns an, dass ihr Mann uns mitnehmen könnte, da er in der nächsten Stunde dort ein paar berufliche Erledigungen machen würde. Das kam uns natürlich wie gerufen. Schnell auf dem Campingplatz einchecken (57 $ / Cabine, können aber bis zu 6 Personen nächtigen). Billiger als der Campingplatz selbst pro Person gerechnet. Nachdem Duschen wurde Stefan bereits vom Mann der Officeleiterin abgeholt. Ich bin nicht mitgekommen. Das Wetter ist zu perfekt, mal an den Rest des Körpers die Sonne kommen lassen und nicht nur an die Arme und Beine ...ach und außerdem bekommt Stefan das gut alleine hin. Gerry hat der Officeleiterin versprochen (die Augen von Ihr haben es ihm angetan :-)) heute Abend zwischen 5 und 7 pm auf ihre zwei Kinder (9 und 11 Jahre alt) als Gegenleistung aufzupassen und mit ihnen die französisch Hausaufgaben zu machen. Von Hause aus spricht er Französisch, denn nicht alle Regionen in Kanada sprechen als erste Sprache Englisch. Da hab ich doch mal wieder etwas gelernt.
Der Campingplatz ist großartig. Bin am überlegen, ob ich morgen nicht noch ein Tag dran hänge, auf der anderen Seite muss ich doch jetzt endlich mal in die Berge… Ich konnte den Mittag nutzen um die Wäsche zu waschen. Es gibt hier Waschmaschinen.
Heute Abend werden wir ein BQ machen. Wir alle (ohne Stefan) waren groß im Supermarkt einkaufen. Würstchen, Lamm, Salat, Bier und Wein. Gerry will ein Fest machen…warum auch immer. Er ist ein super witziger Mann.
Nach dem ich die Mittagssonne noch genossen und ein paar Worte ins Netz gestellt hatte, war Stefan bereits wieder von Taniden zurück. Im Bikeshop wurde die Achse verlängert. In der Mitte durchgetrennt und ein Stück eingeschweißt. Perfekte Sache. Die wollten nichts dafür haben. Die sind alle soooo nett. Mental gestärkt haben wir das BQ vorbereitet. Ich habe Melone mit Schinken und Bier mitgebracht. Stefan hat den Wein gebracht und Caroline hat die Lamm Würstchen gebraten. Dazu gabs Reis und angedünstetes Gemüse, welches Gerry in der Küche zubereitete. In einer größeren Gruppe mit französischen Schweizern haben wir bis spät in die Nacht hinein geschnackt und uns Witze erztählt. Ist schon eine Herausforderung diese in Englisch zu erzählen :-).
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Oldtimertreffen auf dem Campingplatz | | Dem Kabelbindererfinder und Tapebanderfinder sei Dank | | Launchtime am reißenden Fluß | | ...noch ein wenig kalt zum Schwimmen... |
Weitere Fotos siehe Fotoalbum Foto [30-36 ]
@Simonarne: ich habe speziell für euch ein paar Kleinigkeiten bereits besorgt. siehe Foto 31.
@Selina und Chira: für euch Beiden habe ich auch noch ein paar Delphine eingepackt. siehe Foto 31.
Tag 10: 18.2.2011 Geraldine => Lake Tekapo "Krümel auf Kuschelkurs"
@Ulrich: alles Gute zum Geburtstag
Prozess der Liebe.
Stefan und ich haben bestens in unserer „Cabine“ genächtigt. Gut ausgeschlafen, haben wir mit Gerry und Caroline zusammen Frühstück gemacht. Ein nettes schweizer Pärchen hat sich auch noch zu uns gesellt. Wie es halt so ist, man kommt ins Schnacken und schon ist 10 am. Vielleicht wird der „early bird“ doch nicht mehr mein Freund :-). Dann die große Verabschiedung. Gerry und Caroline fahren direkt nach Dunedin. Wir fahren in die gegengesetzte Richtung zum Lake Tekapo. Mit Gerry bin ich so verblieben, dass wir in den nächsten Jahren für einen Urlaub die Wohnungen tauschen. Ich und (das lass ich mal offen) mach Urlaub in Kanada und Gerry und Caroline in Hamburg…Coole Sache. Er hat Lamas… - so ein bisschen Lamas füttern sollte ich doch hinbekommen. Geht man eigentlich mit Lamas gassi?
Stefan ist voll motiviert, hat die Strapazen von Getsern weggeschalfen und so geht´s wieder ab aufs Rad. Easy going die ersten 30 Km. Ein paar kleine Berge. Stefan meistert diese mit Bravour.
@Tino: Stefan ist kein Pechvogel. Meiner Meinung nach gibt es das gar nicht, sondern es gibt nur eine falsche Einstellung. Stefan neigt zum Halb-Glas-Leer-Typ. Warte ab noch ein paar Tage in Neuseeland mit mir auf dem Rad und er ist ein Halb-Glas-Voll-Typ.
Aus aktuellem Anlass und da es so schön“ easy going“ war, dachte ich heute über das „Entlieben“ nach. Ich bin darauf gekommen, dass es ein passives und ein aktives “Entlieben“ geben muss. Das „Entlieben“ ist ein Prozess der entweder passiert, weil man neben einander her lebt (passiv) oder, aktiv, wenn man die Liebe nicht, oder nicht mehr bestätigt bekommt. Viele machen dann eine Therapie um sich zu „entlieben“.
Ich stelle mir die Frage, wie eigentlich die gesamte Wertschöpfungskette der Liebe ist und hab mal eine Ganzheitliche Betrachtung gemacht. Mir schien ein Prozessmapping mit einem typischen IT-Projekt sinnvoll. Die einzelnen Phasen möchte ich noch kurz zusammenfassen und erläutern.
1.Phase: Ausschreibung, Angebotslegung, Projekt Initialisierung
2.Phase: Konzeption, Umsetzung , Schulung und Test bis zum Going Live
3.Phase: Stabilisierung und Betrieb
4.Phase: Update
Die erste Phase ist das Verlieben. Es kribbelt alles und es ist alles rosarot und wunderschön. In IT-Projekten ist am Anfang die Euphorie auch am höchsten, bevor später die Ernüchterung kommt.
In der zweiten Phase kommt die Liebe mit ins Spiel. Liebe ist, wenn man weiß, was man dem Partner Gutes tut kann, in „Guten“ wie in „Schlechten“ Zeiten. … einfach für einander da sein. Im IT-Projekt muss man im Team an einem Seil ziehen, um den Go Live Termin in Time, Budget und Scope zu erreichen.
Die dritte Phase ist meiner Meinung nach die Schwierigste. Das „Verliebt sein“ in der Liebe. Wie soll das gehen? Nicht ganz einfach, da muss man jeden Tag daran arbeiten. Man muss für den Partner interessant bleiben. Auch mal etwas aus“ der Norm“ unternehmen. Und wenn es nur ein Picknick an einem schönen See (Elbe) ist. Versuchen Interessant für den Anderen zu bleiben und miteinander reden.
Die vierte Phase ist die Phase des“ Entliebens. Die muss nicht zwingend eintreten, wenn die ersten Phasen gut gemanaged wurden. Wie bereits erwähnt kann die passiv oder aktiv erfolgen. In der IT wird hier entweder die Software nicht weiter entwickelt und wird irgendwann abgeschaltet, oder sie wird einfach ausgetauscht.
Es kann natürlich auch sein, dass nach der Ersten gleich die dritte Phase eintritt. Ich würde hier ein Flirt dazuzählen. In der IT würde das Projekt bevor es wirklich begonnen hat einfach gecanceld werden.
Kompliziert wird es, wenn in der dritten Phase eine neue Ausschreibung gemacht wird. Im Prozess der Liebe bedeutet das, dass ein Liebhaber bzw. eine Frau noch mit ins Spiel kommt. Der Ausgang dieser Phase ist dann ungewiss und kann ich nicht weiter beschreiben.
Fazit: der Prozess der Liebe ist zu kompliziert um ihn in aller Tiefe zu beschreiben. Daher höre ich nun auf und geh auf die Ereignisse des Tages über.
Acht Km vor Farlie habe ich mich mit Stefan an einem Aussichtspunkt so weit verständigt, dass ich heute noch zum Lake Tekapo fahre und er in Fairlie bleibt. Das sind genau 50 Km. Ich muss unbedingt meinen 100er voll machen. Das war genau die richtige Entscheidung für beide gewesen. Stefan wird Morgen zum Lake Tekapo nachkommen.
Zweite Tageshälfte:
Nach dem ich mich von Stefan verabschiedete, hatte mich mein GPS auf eine Schotterstrasse geführt. Ich muss zugeben ich habe heute Morgen die Settings vom GPS noch mal geprüft und festgestellt, dass die noch nicht ganz richtig waren. So musste ich dem blöden Ding noch sagen, dass ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und dass er die Autobahnen auslassen soll. Mir ist nun auch klar, warum ich am ersten Tag mit Stefan mich um 20 Km verschätzt hatte. Das GPS war auf Luftlinien- Entfernung eingestellt. Wer braucht den so ein Scheiß. Hab ich ein Flugzeug oder bin ich Pilot? :-) Schön über die Schotterwege, die u.A. mit Kühe versperrt waren, zu schlendern und in die Welt um mich herum einzutauchen. Dann kam ein Fluss. Nein, eine Brücke gab es nicht. Schuhe aus und durch (siehe Foto). Krümel ist jetzt noch schockiert. (Simone, du hast mir nicht gesagt, dass Krümel wasserscheu ist :-)). Das Abenteuer hat begonnen. Leider hab ich nicht bemerkt, dass ich um Farlie herum geführt wurde und ich keine Möglichkeit hatte, meine Wasserfalschen aufzufüllen. Vom Fluss hatte ich mich da bereits zu weit entfernt. Ca. 4 Km weiter auf der rechten Seite eine alte, braune Schüssel mit dem Schriftzug „Just married“ auf der Rückscheibe. Bin gleich mal rüber gefahren. Da hab ich Dave und Shelley kennen gelernt. Der Fahrer hieß Jeff. Die beiden haben doch tatsächlich heute Morgen in einer kleinen, niedlichen Kirche am Lake Tekapo geheiratet. Er bot mir gleich einen Zug von seinem Joint an, den ich dankend ablehnte. Wobei die Entfernung per Luftlinie zum Lake kannte ich bereits… so hätte ich vielleicht doch hinfliegen können :-). Die Zwei, sprich Dave und Jeff, kamen mir vor wie die Zwei von Blues Brothers.
Dave erzählte mir, nachdem ich ihm erklärt hatte, dass ich aus Deutschland komme, dass die beiden heute Morgen mit der Musik vom Ramstein getraut wurden… scharfe Sache :-). Shelly war auch voll stone und meinte gleich, wenn ich an der Westküste vorbei komme muss ich unbedingt in Franz Joseph bei ihrem Bruder vorbei. Der hat dort einen Backpacker… mal sehen ob ich vorbeikomme.
So, die Fahrt ging weiter. Durst hatte ich immer noch. An der nächsten Brücke ab runter zum Fluss und Wasser auffüllen. Es war ein richtig reißender Fluss, so dass ich mir wenig Gedanken bzgl. Bakterien machte. Also Desinfektionsmittel blieb in der Tasche.
So jetzt weiter. Dann kam die Rampe… ich kann nur sagen cool. Endlich mal was für die Beine. Ramstein habe ich leider nicht auf dem iPod, sonst hätte ich die aufgelegt. So musste wieder Moonbootica herhalten. Mehrere Km im 21igsten Gang nach oben… dieses Glücksgefühl kann ich nicht beschreiben. Der Planet hat auch nicht mehr so gedrückt und die Welt war in Ordnung. Die letzten 10 Km waren eher flach, aber stark windig, so dass mein durchgeschwitztes Trikot schnell wieder trocken war. Ich befand mich wie in einer "nicht wirklichen Welt". Weites Land umgeben von den unterschiedlichsten Bergen. Rechts von mir eher die runden, grasbewachsene mit Schafen-drauf-Berge. Links von mir in ein bisschen wolken eingenebelte Berge und vor mir das Mittelgebirge von NZ. Die sehen fast aus wie die Alpen. Noch eine Kurve und ich sah den Lake Tekapo. Ein so schöner See. Ich werde Morgen den Tag hier verbringen. Stefan wird gegen spät Mittag dazu stoßen. Wenn es nicht regnet, momentan sieht es leider danach aus, werde ich die linke und die rechte Seite des Sees, ohne Gepäck, abfahren. Rund herum kommt man leider mit dem Fahrrad nicht. Ich bin heute Nacht wieder in einem Backpacker untergekommen. Ich sag nur 380 Gramm Rumpsteak mit einem wundervollen Salat bewirken Wunder. So jetzt noch mit den anderen Backpacker ein Bierchen oder zwei.
@Carsten. Für dich habe ich ein ganz besonderes Bild geknipst. Siehe Bild Nr. 39.
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Gefühlsbeschreibung am Morgen | | verdiente Mittagspause | | Abenteuer pur.... | | Krümel noch ganz fertig vom vielen Wasser... |
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Bild des Tages (Jeff, Shelley und Dave)
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Weitere Fotos siehe Fotoalbum Foto [37-39 ]
Tag 11: 19.2.2011 Lake Tekapo
Erholung für die Beine.
Den heutigen Tag hab ich erst Mal ganz ruhig angehen lassen. In der Nacht hatte es geregnet. Als ich gegen acht Uhr aufgestanden bin hat es noch immer ein wenig geregnet (es war den ganzen Tag stark bewölkt). Bisschen Internet surfen, leider nicht mit UMTS, da es hier mal wieder keinen Empfang gibt, sondern per Rechner im Backpacker. Danach hab ich erst mal mit Michael (Michael ist zur Zeit, verständlicher Weise, nicht mein "Favorit Name"), der auch mit mir im sechser Zimmer gepennt hat, Frühstück gemacht. Michael ist aus dem gleichen Grund in Neuseeland wie ich. Wir haben schnell im Gespräch festgestellt, dass wir uns sehr ähnlich sind. Nach dem dreistündigen Frühstück musste er dann doch Mal los nach Christchurch um seinen Mietwagen zu tauschen. Der Mietwagen hatte irgendwelche Probleme mit der Benzinleitung. Wir hatten in unserem Gespräch festgestellt, dass Frauen auf Bad Guys stehen.. in Deutsch auf Ar…… Da gehören wir nun mal nicht dazu. Aber eines ist uns auch bewusst. Wir werden uns nicht ändern, denn das Leben das wir führen ist geil.
Nach dem Frühstück und gepackten Rucksack mit Badezeug hab ich mich mal wieder aufs Rad geschwungen. Von Stefan hatte ich bis dahin nichts gehört. Ab vorbei an den heißen Quellen (geh ich vielleicht heute Abend noch ein wenig baden) auf Schotter am See entlang. Diesmal ohne Gepäck –oh wie angenehm. Nach kürzester Zeit endete der Weg in einer gemütlichen Bucht. Nicht ärgern, absteigen, Handtuch ausbreiten und Buch lesen. Ich schleppe 5 Bücher mit mir rum. Zwei Krimis und drei Bücher über Neuseeland. Die möchte ich nicht ungelesen wieder nach Deutschland schleppen.
Leider bin ich direkt nach der zweiten Seite eingeschlafen. Die nächsten zwei Stunden vergingen wie im Schlaf. Ab und zu kam ein Wasserski oder ein Sketski vorbei. Schwimmreifen hinter einem Boot mit schreienden Peoples drauf waren auch zu sehen. Da hat es mich doch schon wieder gekribbelt. Konnte nicht länger rumliegen und meine Zeit totschlafen. Bin gleich mal zu der Stelle am See gefahren, von wo aus die Boote, meiner Ansicht nach, gestartet waren. Es sah alles so privat aus. Beinahe wäre ich weiter gefahren. Aber fragen kostet ja bekanntlich nichts. Also ich mich, freundlich wie ich bin, vorgestellt und gefragt ob das hier öffentlich sei. Ein fast schon nicht erwartetes „Yes“ wurde mir entgegengebracht. Auf die Frage was das kostet bin ich schon fast vom Glauben abgefallen. John, der Kapitän sagte mal ganz cool „Nothing, it is for free“. Puh da war ich mal wirklich peinlich berührt. Unvorstellbar in Deutschland. Ich glaube ich muss hierbleiben. Das Leben und vor allem die Leute sind so easy going…. die wollen nicht gleich aus allem ein Profit schlagen…
So, also ab in den Neoprenanzug und Schwimmweste drüber. Das Wasser war nur im ersten Moment kalt. Kurze Einweisung. Das letzte Mal bin ich bei meinem Junggesellen-Abschied in Harburg auf einer Anlage gefahren, da musste ich keinen Wasserstart machen. Aber das kann doch alles auch nicht so schwer sein. Nach dem sechsten Anlauf hat es dann auch geklappt. Cool, gleich mal zwei Runden um den See. Als ich bereits mehrere Minuten fest auf meinen Brettern stand, hatte ich das Gefühl, dass ich bereits in der Profiklasse mitfahren könnte. Wie gedacht so getan. Der Aufschlag auf der Wasseroberfläche nachdem Absprung über die rechte Außenwelle des Bootes war ziemlich schmerzhaft. Gut, die Bretter wieder sortiert an den Füßen angebracht und weiter geht’s… immer schön in der Spur bleiben. Noch ne Runde und ab zurück ans Ufer. Die Neuseelaender sind alle so freundlich. Wir hatten uns noch ein wenig unterhalten. Ich glaube so schlecht war ich gar nicht :-)
So jetzt Hunger stillen. Auf dem Weg zum Supermarkt hab ich Stefan getroffen. Er hat sich auf dem Campingplatz neben an mit seinen Zelt einquartiert. Heute Abend wollen wir uns treffen und über die nächsten Touren sprechen. Jetzt aber erst mal gebratene Nudeln, mit Würstchen, Ei, Käse und ein wenig Zwiebeln. Mhhhhh
Morgen geht’s auf jeden Fall wieder aus Rad. Die genaue Stecke werde ich gleich mal im Internet planen. Ein 100er sollte, nach der heutigen Erholung, drin sein.
Ab Heute habe ich die "ActionEuros" eingeführt. Für jeden Tag den ich nicht Fahrradfahre sondern nur Action mache, können Euros gespendet werden...also los ....
Ich sag nur "KG" und da gleich fünf davon. Heute ist ein Bus mit Kanadischen Granaden angerollt. Fünf davon bei mir im Zimmer.... mal sehen wie ich die 100 Km Morgen aushalte :-)
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Bild des Tages (Chef Papa of Sking)
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Mein Schalfplatz an diesem Mittag...
| | sieht das gut aus... | | mehr.... mehr... mehr |
Tag 12: 20.2.2011 Lake Tekapo => Otematata ( 111 Km) "Annettes Weg Strecke"
Die Ereignisse überschlagen sich.
Als gestern Abend Stefan darüber gelästert hatte, dass KG´s schnarchen, dachte ich er sei nur neidisch, da er alleine in seinem kleinen Zelt schlafen muss. Dazu aber gleich mehr…
Stefan und ich haben uns nach dem Essen im Backpacker getroffen. Im Internet haben wir die Stecke für heute geplant. Eigentlich möchte er aber noch etwas am Lake Tekapo bleiben und mit seinem Mountainbike in die Berge fahren. Da ich eh die große Tour, nach der gestrigen Erholung vorhatte, haben wir uns drauf verständigt, dass wir uns in ca. sieben Tagen wieder in Queenstown treffen. Ich werde tiefer in den Süden abtauchen als er, mit der Gefahr, mehrere Regentage zu haben. Nach dem die Routen ausgearbeitet waren, haben wir uns im Dunkeln noch etwas an See gesetzt. Totenstille, kein Wind, die Wasseroberfläche wie ein Spiegel und lauwarme Luft. Das ist mal ne Stimmung. Einmalig! Es ist leicht bewölkt, so dass einzelne Sterne zwischen den kleinen Schäfchenwolken mit ihrem Funkeln zu sehen sind. Wir haben noch ein wenig über Dies und Das philosophiert und uns für die nächsten Tage verabschiedet. Als ich ins Zimmer kam, empfingen mich bereits die ersten zwei KG`s. Nicht so wie Man(n) es sich vorstellen würde nein, mit Augenmaske und Körper in Sarglageposition. Wahrscheinlich liegen unter der Augenmaske noch Gurkenscheiben zubereitet mit ein wenig Cremefresh. Na ja, war eh müde.
7 Uhr musste ich aufstehen und mich vergewissern, ob das Bett noch steht. Stefan hat nicht übertrieben. Die Eine sägte die ganze Nacht wie eine ganze Arme kanadischer Holzfäller. Also Flucht nach vorne. Der early Bird hat eh schon gezwitschert. Um Punkt 9 Uhr, vollgepackt auf dem Rad in Richtung Otematata. Da mein kleiner (mein GPS) nun seit 2 Tagen weiß, dass ich mit dem Rad fahre, hat er mich auch sofort wieder rechts auf eine Schotterstrasse geführt. Ein wenig an einem schönen See entlang. Nach 4,1 Km Ende. Ein gespannter Zaun über die Straße verhinderte mein Weiterkommen. Das angebrachtes Schild verriet eindeutig, dass man aus diesem Gebiet draußen bleiben soll. Da hat doch so ein Energieversorger sein Wasserkraftwerk mitten auf die Straße gebaut. Hier fehlte wohl die richtige Beratung. Man, Man, Man…. Im ersten Moment stand ich da und hab die Hinweise auf dem Schild noch Mal gelesen, um ganz sicher zu gehen was da gerade abgeht. Ich war kurz davor wieder umzudrehen (oder Dave anrufen, damit er mit einem Joint vorbei kommt. Dann hätte ich über dieses blöde Kraftwerk drüber fliegen können). Da habe ich die etwas merkwürde Konstruktion für Wanderer über den Zaun entdeckt. Mhh.. ich nicht dumm, Gepäck abladen und Fahrrad über den Zaun gehievt. Weiter bis zum Ende des Kraftwerkes, wo auch das heruntergepresste Wasser sich wieder ein wenig beruhigte. Eine Anglerfamilie hat sich da heute Morgen um halb zehn schon das Mittagessen herausgezogen. Dann mehrere, schöne Kilometer am Kanal entlang. Keine Autos, keine LKW´s. Dann wieder eine Sperrung. Ich weiß nicht was das soll! Die spinnen doch alle. Also wieder die gleiche Aktion, aber dieses Mal das Fahrrad am Zaun vorbei und weiter. Das Fahrrad zum Dritten Mal am Zaum vorbeihieven kam dann ca. 3 km weiter. So jetzt endlich wieder die Route eight, die direkt vom Lake Tekapo kommt, erreicht. Es läuft so easy bergab, so dass ich fast vergessen hätte auch mal etwas zu essen. Km 35 habe ich mich dann Mal wieder an einem Weidezaun niedergelassen, um mein selbstgemachtes Mitttagessen zu genießen (Spiegelei auf beiden Seiten gebraten im Toast mhhh). In beide Richtungen konnte ich kein Ende der Straße entdecken. Links und rechts nur grüne Felder mit Scharfen, die am Horizont mit kahlen Bergen abgegrenzt wurden. Unbeschreibbar.... Gestärkt wieder in die Pedale getreten. Km 43, 4. Ein kleines Schlagloch und ich höre, wie die hintere Felge auf den Asphalt durchschlägt. Nach meiner ersten Diagnose, hatte ich das Ventil in Verdacht. Vielleicht hatte ich es, als ich in Christchurch gelandet bin, nicht wieder richtig zugedreht. Für den Flug hatte ich ein wenig Luft aus den Reifen gelassen. Mit einem kleinen Ventilschlüssel, den ich dummerweise ganz unten in meiner Werkzeugtasche hatte, hatte ich versucht das Autoventil fester zu zudrehen. Ging nicht! Dennoch kam die Luft aus der Nähe des Ventils. Philipp aus der Schweiz, der Richtung Lake Tekapo am heutigen Tag unterwegs war, hatte bereits angehalten und sich nach dem Rechten erkundet. Da die Luft, nach dem Festziehen des Ventils immer noch hörbar entwich, entschied ich mich dafür das Hinterrad auszubauen. Schlauch raus und aufpumpen. Ein fast nicht mit dem Auge erkennbares Löchen hat sich da eingeschlichen. Beim Abtasten mit dem Daumen der Innenseite des Mandels, habe ich eine kleine Klammer entdeckt. Nicht größer als eine normal große Tackerklammer, aber stabil wie ein Stahlnagel. Mit der Zange konnte ich das kleine Ding gar nicht greifen. So mussten die Zähne dran glauben. Wie ein Sprießen aus der Hand zog ich dieses blöde Metallteil von der Innenseite aus dem Mantel. Dabei hatte ich doch extra den Keramik verstärkten Marathon Extreme von Schwalbe zu Hause drauf gezogen. Das nächste Mal werde ich wieder Vollgummireifen fahren :-)
Mir ist eingefallen, dass der Zöllner in Hamburg bei der Kontrolle des Fahrrades und des Fahrradgepäcks mir den Klebstoff für das Flickzeug mit der Begründung: "Gefährliche Flüssigkeit", weggenommen hat.
@Helli: liegt jetzt schön bei Dir im Keller :-)
Tja ich habe natürlich noch einen neuen Schlauch dabei, es darf nur jetzt nichts mehr passieren, sonst steh ich blöd da. Darum muss ich unbedingt dran denken, in der nächsten größeren Stadt in einem Bikeshop Kleber zu kaufen und am Besten den kaputten Schlauch gleich wieder zu reparieren.
Neuer Schlauch rein, Schlauch aufpumpen, Rad einbauen, Gepäck dran und fertig. Bei der Montage des Mantels ist mir aufgefallen, dass nach den gut 700 Km bereits eine merkbare Abnutzung des Reifeprofils zu sehen war. Ob der Mantel die Gesamtstecke von über 4000 Km hält möchte ich bezweifeln. Ich denke die Mischung ist zu weich. Das merkt man auch beim Fahren. Der Reifen schwimmt ein wenig und dass kommt nicht nur vom vielen Gepäck. Aber schauen wir mal.
Wie viel Platten werde ich auf meiner Strecke noch haben? Keine Ahnung. Jeder Platten sollte meiner Meinung nach aber extra belohnt bzw. gespendet werden. Für jeden Platten Plus 5 €. So gibt’s ab heute nicht nur die „ActionEuros“ sondern auch noch die "PlattenPrämie".
@An Alle: Ich höre so viele Komplimente über das was ich hier schreibe und erlebe. Das muss euch doch eine kleine Spende wert sein? Bisher ist die Anzahl der Spender sehr übersichtlich. Also haltet Euch nicht zurück und denkt daranb, "Jeden Tag eine gute Tat….."
Philipp leistete mir moralischen Beistand, bis ich wieder aufs Rad in Richtung Otematata gestiegen bin.
@Philipp. Vielen Dank, dass du angehalten hast. Wünsche dir eine gute Zeit und freue mich von Dir in meinem Gästebuch zu lesen.
Nachdem die Strecke bisher gefühlt nur bergab ging, bekam ich eine kleine Challenge kurz vor Zielanlauf nach ca. 111 Km. Ab in Supermarkt, Vorräte auffüllen und den nächsten Campingplatz angefahren. Die Cabines waren leider ausverkauft, so dass ich weiter zu einem Motel geschickt wurde. Die wollen hier 85$ die Nacht. Der Schwabe in mir lässt das nicht zu. Ich handelte den Preis auf 50$ pro Nacht runter, wenn ich statt dem Bettzeug meinen Schlafsack verwende. Hab ich eh dabei :-)
Duschen, Kochen und nun schreiben. Man geht es mir gut. Ein erholsamer Tag geht zu Ende. Zum Glück waren ein paar unvorhersehbare Zwischenfälle eingeflossen damit ich heute Abend mit einem befriedigenden Gefühl zu Bett gehen kann.
@An Alle: einen kostenlosen Tipp von mir. Äpfel die schön rot am Wegrand wachsen, schmecken nicht. Sehen nur gut aus. Fazit: sollte man für teures Geld im Supermarkt oder auf einem Markt kauften.
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Anglerfamilie am Kraftwerk werkeln
| | Philipp aus der Schweiz
| | Und weiter gehts...
| | Rote Äpfel am Wegrand |
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Bild des Tages. Krümel wirkt ein wenig verzweifelt
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Tag 13: 21.2.2011 Otematata => Oamaru (103 Km) "Uschi's Weg"
Jeden Tag eine gute Tat.
Bin heute Morgen so entspannt in meinem 1,8 Meter Bett aufgewacht. Ist doch mal wieder schön alleine in einem Zimmer zu schalfen (Ohne Waldarbeiter). Dazu kommt, dass ich hier komplett alleine in der Bude bin und machen und tun kann was ich will. Noch nicht einmal die Cheffin war da. Reingelassen hatte mich der Kneipenwirt von nebenan, der Gestern kurz die Simon angerufen hatte und den Preis mit ihr verhandelte. Als ich nach einem Schlüssel fragte, bekam ich die Antwort: "hey du bist in Neusseland, hier brauchst du nichts abzuschließen". Ich habe mein Fahrrad dann doch lieber mit auf mein Zimmer genommen. Sicher ist sicher.
Nun sitze ich hier und geniese mein Nutella Brot und trinke meinen Kaffee. Es sieht bewölkt aus, aber mit gefühlten 25° perfekt zum Radeln. Heute wird es noch mal ein ganz entspannter Tag geben. Es geht flach bzw. bergab an die Küste. Auf Morgen freue ich mich mit über 1500 Höhenmter und über 114 Km wird das die nächste Challenge.
@Carsten: Krümel stinkt nicht!
Beim Geschirrspülen habe ich heute aktiv darauf geachtet, wie das Wasser im Abfluss entfleucht. Tatsächlich gegen den Uhrzeigersinn! Puh das sieht für uns Europäer komisch aus. Ist aber nun mal so, wenn man sich auf der anderen Seite der Kugel rum tummelt. Man würde ja tatsächlich in Spanien rauskommen, wenn man von Neuseeland quer durch den Kern bohren würde. Aber das würde nur Dr. Snuggels machen. Wo müsste man sich eigentlich auf der Erde befinden, um genau in Deutschland rauszukommen?
Gegen 10:30 Uhr war ich dann endlich mal im Sattel. Es sah rechts im Westen ziemlich gewittrig aus. Die linke Seite war da schon mit dem bilderbuchblauen Himmel schöner anzusehen. Der Ohrwurm von Kathlen "Over the Rainbow" hat sich bei mir im Hirn festgefressen. Ich hätte ihn heute Morgen nicht zwei Mal hören sollen. So schwebte ich bei schwülwarmen und gewittrigen 25° am türkisblauen Wasser entlang. Das Wasser kommt von den Bergen und wird über kalkhaltiges Gestein, welches vor ca. 23 Millionen Jahren entstanden ist, ins Tal geführt. Das calciumcarbonat haltige Wasser schimmert daher so türkisfarben. Diese, doch sehr wissenschaftliche, Information habe ich im Laufe des Tages abgegriffen.
Heute Morgen hatte ich endlich auch mal Zeit den Sattel und die Sattelstange nachzuziehen und zu ölen. Die letzten zwei Tage hat es bei jedem Tritt geknarrt. Das ging mir ziemlich auf den Sack :-). Da dieses Knarren weg war hörte ich nun andere seltsame, knackende Geräusche von meinem Hinterrad. Ich denke das sind die Speichen, die komische Laute von sich geben. Bei Km 3,5 kurz mal angehalten und die Speichen näher begutachtet. Könnte vielleicht die ein oder andere etwas fester gespannt werden. So habe ich dann den Speichen Schlüssel, der auch ganz unten in der Werkzeugtasche lag, rausgekramt. Scheiße, der passt gar nicht und ich dachte das Zeug ist genormt. So muss ich nun nicht nur Flickenkleber sondern auch einen Speichen Schlüssel im nächsten Bikeshop kaufen, da ich es irgendwie im Gefühl habe, dass es mir im Laufe meiner Reise die eine oder andere Speiche am Hinterrad, das nicht zuletzt dem zusätzlichen Gepäck von rund 30 Kg geschuldet ist, zerfetzen wird. Wenn es Eine auf der Seite des Kettenkranzes zerfetzt, habe ich verloren. Zum Wechseln einer Speiche auf dieser Seite muss der Kettenkranz mit einem Spezialwerkzeug abgezogen werden um an die Bohrung der Speiche zu gelangen. Also wichtig, im nächsten Bikeshop auch dieses Spezial-Tool zu besorgen. Der Reifen kam mir bei der Betrachtung der Speichen auch wieder ein wenig luftleer vor. Ich überprüfte den Druck. Sieben Bar waren drin, eigentlich ist der Mantel nur für max. sechs Bar ausgelegt. Egal, habe noch ein Bar nachgeschoben und schon schwimmt der Reifen nicht mehr so.
Die fast schon romantische Biketour am See entlang wurde abrupt durch eine Staumauer beendet. Dann schön weiter bis Km 22. Mein Kleiner hat mich angewiesen, rechts in einen Feldweg einzubiegen. Ca. 1 Km entlang an Kuhweiden über Schotter. Ich Hatte ein merkwürdiges Gefühl, da die Speichen knarren und ich auch kein Schlauchflickkleber dabei hatte. Wenn was sein sollte, stünde ich ganz schön dumm da. Also wieder zurück auf die Straße. Nachdem ich eine ausgeworfene Tageszeitung aufgelesen hatte, habe ich mir eine Mittagspause bei Km 35 gegönnt. An einer Steinmauer schön die Zeitung gelesen bis ich dann durch die Hitze, die Sonja heut mal wieder verbreitete, eingeschlafen bin. Ca. 30 Minuten dösen tut gut. Dann noch schnell, das zuvor am Straßenverkauf eingekaufte Obst, eingeworfen. Im Supermarkt ist Obst kaum zu bezahlen. Die Lebenshaltungskosten in NZ sind um einiges höher als in Deutschland. Sonnengebräunt und gut gelaunt wieder ab aufs Rad. Mittlerweile habe ich 4 Mal Strich. (Radfahrer unter uns wissen was ich meine).
Kurz von Duntroon musste ich rechts ran. Da waren ausgespülte Felzen wie auf Kreta in Matala zu sehen. Vor mehre Millionen Jahren ist Kreta irgendwie in Schieflage geraten, so dass der Süden aus dem Wasser gehoben wurde. (wahrscheinlich war da eine ganze Arme von schnarchenden KGs unterwegs). Die bis dato wasserdurchfluteten Felzen kamen ans Tageslicht. Die Höhlen darin wurden in den 60er und 70er Jahre von den Hippies als Wohnstätte genutzt. Heute sind die Höhlen nur durch Führungen zu erreichen. Ein paar Fotos geknipst und weiter. An der „Fliegenden Sau“ vorbei bis zum Wegweiser Richtung Pass „NGAPARA“. Da war sie, die Challenge für heute. Bin mal gespannt was das für „Elefant Rocks“ sind, die noch zusätzlich auf dem Wegweiser ausgeschildert waren. Nach wenigen Kilometern kamen mir drei Neuseeländer Jungs mit ihren Mountenbikes entgegen. Finn, Jonny und Alex. Finn hatte die Lauffläche des Hizterrades, die sich Stück für Stück auflöste, notdürftig mit Tapeband geflickt. Er fragte mich ob ich ihnen helfen kann. Da er einen neuen Mantel dabei hatte verstand ich sein Problem nicht wirklich. Er hatte Bedenken, dass er den neuen Mantel mit seiner, eher aus dem Baumarkt gekauften, Luftpumpe nicht aufgepumpt bekommt. Nach längerem Hin und Her habe ich ihm erklärt, dass das alles" Bulshit" ist und dass ich ihm jetzt den neuen Mantel draufziehe. Meine Luftpumpe schafft das schon. Da hab ich entdeckt, dass er einen Mantel der Fa. „NIMBUS“ drauf hatte. Schon Albus Dumbeldore hatte gewusst, dass man zum Siegen den „NIMBUS 2000" benötigt. (spätestens jetzt müssen die Harry Potter Freunde unter uns vor Lachen am Boden liegen). Nach 10 Minuten war der neue Mantel montiert und aufgepumpt. Da staunten die Neuseeländer. Finn wohnt in Auckland. Da ich ca. zwei Nächte in Auckland nächtigen werde, habe ich die Einladung in sein Flat nicht abgelehnt. Die Drei sind weiter über den „Dansey Pass“ gefahren. Der Planet drückte die nächsten Km extrem. Auf die Abkühlung musste ich nicht lange warten. Ein richtig schöner, angenehmer Sommerregen hat mich wieder runtergekühlt. Es ist einfach unbeschreiblich, wie frische Erde beim Regen duftet. Tropfen auf dem Teer verdampfen. Gräser und Blumen entfalten erst jetzt ihren gesamten Dufthaushalt. Ich komme schon wieder ins Schwärmen… Am Elefantenfelzen angekommen, habe ich mich mit Paule aus Pinnenberg noch ein wenig festgequatscht bevor ich von den langweiligen Elefantensteinen noch ein paar Fotos geknipst habe. Da habe ich ein älteres Englisches Pärchen kennengelernt. Er Chemiker obduzierte gerade ein Kalkstein. Von ihm habe ich auch die Information über das türkisfarbene Wasser erhalten. So jetzt aber schnell, will noch in Oamuru in Bikeshop, um für meine Tour Morgen vorbereitet zu sein.
In Oamuru angekommen sofort in den nächsten Bikshop. Schlauchflickkleber, Speichen Schlüssel und Kettenkranzabzieher gekauft. Ein Paar neue Handschuhe, mit eingelassener Geleinlage, gekauft. Ich hoffe die helfen mir meinen mittlerweile tauben kleinen Finger an der linken Hand wieder zum Leben zu erwecken. Schauen wir mal. Dann zum nächsten Backpacker. Sieht hier aus wie in einem alten Western Salon. Mal wieder eine Coole Bude. Im sechser Zimmer mit einer Österreicherin untergekommen. Lisa und ich haben erst mal zusammen gekocht. Draußen regnet es schon wieder. Ich hoffe das Wetter steht Morgen auf meiner Seite.
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türkisblauer See
| | Hippiefelzen | | Defekter NIMBUS
| | Wettervorhersage aus der Tageszeitung
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Bild des Tages: Die NIMBUS Besieger
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Weitere Fotos siehe Fotoalbum Foto [40-42 ]
Tag 14: 22.2.2011 Oamaru => Dunedin (114 Km ) "Keep on cycling"
Highway to Hell. (Freigabe ab 16)
Es hat die ganze Nacht durchgeregnet und der Wind hatte die Rollläden die ganze Nacht an die brüchige Außenwand geschlagen. Außerdem war es sau kalt im Zimmer. Lisa hatte schon lange geschlafen als ich gegen ein Uhr ins Bett gegangen bin.
Als ich heute Morgen gegen acht Uhr aufgestanden bin regnete es noch immer. Kein Wetter um ein Vorhaben von ca. 120 Km und 1500 hm zu starten. Im Regen bereits zu starten ist eine ganz andere Sache als in Regen zu kommen. Gut, erst mal Frühstücken und dann mal weiter schauen. Habe mich lange mit Lisa über Beziehungen unterhalten. Lisa hat auch irgendetwas mit Arbeits-Psychologie studiert. Ich konnte ihre Meinung über Partnerschaft, Freundschaft in der Partnerschaft etc. nicht wirklich teilen. Ich war wahrscheinlich auch vielmehr damit beschäftigt, ob ich bei Regen aufs Rad sitze oder nicht. Aber was hält mich in Oamaru. Eine Stadt bei Regen zu besichtigen macht auch kein Spaß. Pinguine, für die die Stadt bekannt ist, angucken kann ich noch wenn ich im Rollator-Alter bin. Steck ich in die gleiche Schublade wie Wale gucken. Morgen soll es wieder schön werden (OK der Wetterbericht hat das für heute auch zugesagt). Dunedine soll eine schöne Stadt sein und da ich Morgen eh einen Erholungstag einlegen möchte, bietet sich Dunedine dazu an. Es gab in Summe mehr Gründe zu fahren als nicht zu fahren. Nicht zu Letzt, dass „Doktore of Chemical“ die heutige Strecke bereits geordert hatte bevor ich sie gefahren bin. Kann doch Frank nicht enttäuschen.
Also nicht länger überlegen, Sachen packen und los. Der erste Berg, noch in Oamaru, war schon hart. Heute ist mir nicht wirklich nach „Over the Rainbow“, sorry Kathleen, heute ist mir eher nach „Highway to Hell“. Die ganze trübe Stimmung, die Wellen wie sie den Strand aufwühlen. Der Regen peitscht mir ins Gesicht. Die Füße fangen bereits nach 5 Km schon an kalt zu werden. Da habe ich mir meine Schuhüberzieher rausgeholt. Da die Knie auch schon langsam kalt waren, habe ich noch die Beinlinge an meine Gore Hose montiert. So jetzt warm eingepackt weiter im Regen. Langsam werden auch die Finger kalt. Ich möchte aber nicht noch Mal anhalten um meine langen Handschuhe, die auch so eine geniale Geleinlage haben wie meine Neuen Kurzen, aus dem Gepäck zu robben. Die liegen nämlich in irgendeiner der Taschen ganz unten drin. Wird schon gehen. Nach ca. 15 Km hab ich Klaus aus Deutschland mit seiner Partnerin getroffen. Ich bat ihn ein Foto von mir in voller Montur zu machen. So kamen wir ein wenig ins Schnacken und weiter gings.
Bei Km 35 hab ich dann doch mal Hunger verspürt. Der Regen hatte sich ein wenig gelegt und an einem Weidezaun hab ich mal wieder mein bekanntes Mittagessen eingenommen. Immer schön weiter an der Küste entlang. Die peitschenden Wellen waren meine Musik. Nach ca. 40 Km war ich wieder auf der "Route Nr. One" angekommen. Ein LKW nach dem anderen. Die Berge waren bis dato noch sehr überschaubar. Das diesige Wetter, die Gischt der LKWs im Gesicht und dazu noch die Kälte, bringt einen schon auf viele Gedanken. Mein kleiner Freund wollte mich bis dato bereits zwei Mal auf eine Schotterstrasse führen. Heute nicht! Bin froh wenn ich bei diesem Scheißwetter überhaupt auf „normalen“ Straßen durchkomme.
Dann endlich mal ein richtiger Berg. Schalte langsam die Gänge zurück. Als endlich eine Rampe kam wollte ich in den letzten, den 21. Gang schalten. Knack! Der Kettenwerfer hat sich in den Speichen verheddert. Ich wäre fast Kopfüber auf dem Teer gelandet, da ich noch in meinen Klicks, fest verbunden mit den Pedalen steckte. Wie gesagt nur fast. Zwangspause! Habe die Gangschaltung wieder aus den Speichen gefummelt und den Kettenwerfer wieder etwas hingebogen. Das sollte heute nicht das letzte Mal sein, dass ich schwarze Finger bekomme. Dann wieder aufs Rad. Der Regen wird stärker. Ein wenig Wind kommt noch dazu. Da die Gangschaltung nun nicht mehr in den letzten Gängen richtig funktioniert, habe ich mir vorgenommen, Morgen in Dunedine in ein Bikeshop zu gehen und die Schaltung neu justieren zu lassen. Oh freue ich mich drauf Morgen mal auszuschlafen und vielleicht nur ein Buch zu lesen. Bin gerade an einem spannenden Krimi von Tess Gerritsen „Die Chirurgin“, am Lesen. Das erste Buch von ihr „Leichenraub“ habe ich in meinem letzten Urlaub in Brasilien am Stand von Buzius in der Nähe von Rio, nachdem ich mich die Tage zuvor im Amazonas mit Kaimanen und Pyrannias beschäftigt hatte, verschlungen. Ich war dort in einer schönen Loge untergebracht und habe meinen ersten Hochzeitstag am 31.7.2010 mit candellight und einer Flasche Sekt gefeiert. Schön wars. Ich schreibe bewusst in der „Ich-Form“. Ich weiß nicht ob meine Ex-Frau das genauso sieht. Laut Ihrer Aussage lebten wir in einer Illusion.
Nächster Berg. Noch einen drauf. Gib mir mehr. Wieder die Kette in die Speiche. Verdammt! Fast hätte es mich aufs Maul gehauen. Also wieder absteigen und Kette aus dem Zwischenraum zwischen großem Ritzel und Speiche fummeln. Meine Hände zum zweiten Mal mit Kettenschiere voll. Es regnet ununterbrochen. Wieder ein Berg. Die Oberschenkel brennen. Es ist kalt. Ich weiß langsam nicht mehr, ob meine Finger einfach nur schwarz von der Kettenschmiere oder bereits abgestorben sind. Da ich die kleinen Gänge nicht mehr nutzen kann muss ich mit den Mittleren fahren. Gib mir mehr. Die Schenkel brennen. Es ist fast so, als wenn Jan, der Spinning Trainer aus Hamburg, bei mir am Stellrad eine weitere Stufe einstellt. Oh Scheiße ist das kalt und die verfickten LKWs nehmen keine Rücksicht. Die Hupen eher noch. Fickt euch doch selbst. Als die Rampe kam hat die Kette komplett durchgedreht. Die Kette hat sich zum wiederholten Male zwischen dem großen Ritzel und der Speichen komplett ins Metall gebohrt. Scheiße! Liege im Straßengraben am Berg und versuche die verdammte Kette daraus zu ziehen. Hab meine neuen Handschuhe erst mal ausgezogen und aufs Gepäck gelegt, so dass die nicht gleich am ersten Tag aussehen wie Hulle. LKWs peitschen derartig an mir vorbei, so dass die Handschuhe durch den Sog der Gischt mit gefegt wurden. Scheiße Nochmal!
Bekomme die Kette nicht los! Muss zwangsläufig den Kettenwerfer abbauen. Immer noch keine Chance das verklemmte Kettenglied frei zu bekommen. Mit der Kombizange am Ansatz des Kettengliedes und der Griff des Kreuzschraubendrehes als Hammer genutzt, konnte ich mit ein wenig behutsamer Gewalt das Kettenglied dazu überreden da wieder raus zu kommen. Dann alles wieder zusammenbauen, Kettenwerfer justieren und weiter. Ist gar nicht so einfach, am Berg im mittleren Gang anzufahren und nicht ganz so weit nach links zu schwenken. Und schon der nächste LKW.
Im Stehen Vollgas. Ja gib mir mehr. Es schmerzt alles. Bitte noch mehr Steigung… Illusion…die Spinnt die Alte…pah… Regen, Kälte, ich spür nur noch meine Beine. Das Regenwasser sammelt sich langsam mit meinem Schwitzwasser in der Hose. …will ein anderes Leben… kann nur lachen… Singe Highway to Hell. Lasse es zu, dass sich ein paar Tränen unter der komplett verregneten Brille sammeln. Die Knie merke ich langsam auch nicht mehr. Der Berg hört nicht auf. Wie Geil…mehr…fühle mich einem anderen Mann hingezogen, was für eine Scheiß Aussage…… Mittlerweile kann ich bei jedem Ausatmen meinem Atem sehen. Das Wasser in der Trinkflasche ist so kalt, so dass es beim Rausziehen aus der Flasche an den Schneidezähne schmerzt. Scheiße ist das kalt geworden.
Km 90. Plötzlich ein Verbotsschild für Fußgänger und Radfahrer. Die scheiß Neuseeländer müssen hier nun noch eine Schnellstraße aufmachen. Es ist bereits 18 Uhr. Mein Navi führt mich wieder auf eine Schotterstraße. Es riecht alles nach nassem Schotter. Die Steigung wird nicht weniger. Aber irgendwie und warum auch immer funktioniert meine Gangschaltung wieder. Moonbootica läuft mittlerweile zum vierten Male in der Entlosschleife. Runterschalten! Puh, kann kaum noch schalten, so kalte Finger habe ich. Das Hinterrad dreht fast bei jedem Tritt im Kies durch. Teilweise hebt sich das Vorderrad an der Rampe. Verfickte Scheiße tut mir die Knochen weh…“Ich denke an dich bei allem was du gerade durchmachst. Ich kann und will mich aber nicht zu sehr einmischen. Du wirst das Richtige für dich und uns tun“…. Fuuuuuuuuuck…… die Steine spritzen nach hinten weg. .. Illusion…. Ich radiere gefühlt das Profil bis auf den Schlauch runter. Es hört nicht auf steil zu sein. Und hier wohnen auch noch Leute! Die spinnen doch alle. Hoffentlich komm ich hier wieder gut raus. Aus der Ferne höre ich die Schnellstraße. Nach gefühlten elfundneuzig Km bin ich wieder an der "Route Nr. One" auf dem Pass der Schnellstraße angekommen. Der Fahrradweg führt auf der anderen Seite der Straße auf Schotter weiter nach unten. Was soll ich tun? Riskieren, dass ich bei der Abfahrt im Schotter aufs Maul falle oder die Schnellstraße verwenden und riskieren einen Strafzettel zu bekommen. Der Seitenstreifen sieht besser ausgebaut aus als bisher. Es gibt für mich keinen Grund nicht die Schnellstraße nicht zu verwenden. Noch 10 Km bis Dunedine. Wow, geht es hier runter. 41 Km/h…die Kälte gefriert mir im Gesicht. 53 Km/h. die LKWs auf der Gegenseite kriechen im ersten Gang. Erproben sich im Elefantenrennen. 61,7 Km/h ...nicht treten…was ist wenn sich jetzt wieder die Kette in den Speichen verfängt? Nach ca. 10 Km, um halb acht, war ich in Dunedine komplett durchgefroren angekommen.
Schöne Stadt. Auch bei Regen. Feiern irgendein komisches Fest. Gleich das nächste Backpacker angesteuert. Diesmal für 30 NZ$ ein Doppelbett. Zum Kochen war ich nicht mehr in der Lage. Nach einer halben Stunde heiß Duschen, Wäsche aufsetzen ging ich erst mal zum Chinesen neben an. Gebratener Reis mit Hühnchen. Jetzt noch ein Kaffee in der Backpacker Lounge.
…Man war das ein geiler Tag…
Vom Erdbeben heute Morgen in Chistchurch habe ich erst heute Abend in den Nachrichten gehört. Ist das Schlimm.. Vor wenigen Tagen habe ich mich noch in Christchurch aufgehalten und jetzt die vielen Toten und die vielen zesrtörte Häuser..:-( Die Kirche, die ich am 9.2 in Christchurch fotografiert hatte (siehe weiter oben auf dieser Seite, das rechte Bild), steht auch nur noch zum Teil. Ich habe es soeben in den Narchichten gesehen. Ich hoffe Luise von England ist nicht mehr dagewesen..
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heutiges Stimmungsbild | | hat irgendwie etwas... | | Probleme mit der Gangschaltung | | abgeschraubter Kettenwerfer |
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Bild des Tages: Marcus in kompletter Regenmontur |
Tag 15: 23.2.2011 Dunedin (Radpause) "Elmi und Judith noch zu Zweit"
@Alexander: Alles gute zum Geburtstag
Einfach mal so in den Tag reinleben.
Und Heute wieder Regen als ich aufgestanden bin. Hab irgendwie gar keine Lust in die Stadt zu gehen und sie zu erkunden. Genieße mein ausgedehntes Frühstück in der Küche mit den andern Backpackern. Am Tisch mit Deutschen, Schweizern (Julie) und Engländer haben wir viel Spaß. Später hab ich mich in meiner dritten Tasse Kaffee in den Aufenthaltsraum zurückgezogen. Hatte richtig Lust darauf am Computer etwas zu werkeln. Erst ein wenig Internetsurfen dann ein bisschen Schreiben. Da das Internet hier frei ist, habe ich mir erst mal einen MailClient (Thunderbird) aus dem Netz gezogen und installiert. So muss ich mich nicht immer bei meinem Provider einloggen, wenn ich meine Neuseelandmails lesen möchte. Da ich das Netbook erst kurz vor meinem Urlaub gekauft hatte, habe ich bisher keine Zeit gehabt, mich um weitere Installationen zu kümmern. Daher noch schnell iTunes ziehen und drauf auf die Platte. Ich dachte ich könnte die Partymusik von Anni auf den iPod laden. Scheiß Apfel. iTunes will doch tatsächlich, dass ich den iPod komplett auf Windows formatiere, bevor ich neue Mugge aufspiele. Da hat Kasi wohl von seinem MAC die Musik installiert. Da ich meine Moonbootica Power nicht auf Spiel setzen möchte, habe ich alle weiteren Installationen eingestellt.
So jetzt mal mit dem Rad in die Stadt. Ist kühl ,ich ziehe meine Windjacke an. Die Granaten hier sind wie die Schicksen in Hamburg. Wenn Sommer im Kalender steht wird sich auch sommerlich angezogen. Schön fürs Auge! Dennoch bin ich froh um meine Jacke. Ab ins nächste Radgeschäft. Wie erwartet haben die mich schon superfreundlich empfangen. Mein Rad sofort in Ständer eingeklemmt und sich an die Schaltung gemacht. Ein paar Schrauben gedreht, mir natürlich alles bis ins kleinste Detail erklärt, Kette vermessen (ich dachte die Kette wäre ausgeleiert => ist aber wie neu) und noch ein wenig Öl drauf. Wollten natürlich nichts dafür haben. Einen fünfer in die Kaffeekasse habe ich mir nicht nehmen lassen. So jetzt weiter, die Stadt mit dem Fahrrad erkunden. Ups, mir ist aufgefallen, dass ich nur meine Mütze aufhabe. Egal, ab ohne Helm durch Dunedine. Mit dem Rad eine Stadt zu erkunden macht super viel Spaß. Man kann in kürzester Zeit viel sehen. Langsam bekomme ich mal wieder Hunger. Das Angebot an Straßenverkäufen ist überwältigend. Schlussendlich habe ich mich mit vielen Studenten in eine Susi Bar am Straßenrand gesetzt. Eine Box voll Shusi für 6 NZ$. Das ist gut. Dann ist mir der Tipp von Kristine (danke Dir dafür) eingefallen. In Dunedine gibt es die steilste Straße der Welt. Die „Baldwin Street“. Jetzt bereue ich schon wieder das ich meinen kleinen zu Hause gelassen habe. Der hätte mich Schnurrgerade dorthin geführt. Naja kann ja Fragen. Die Baldwin Street liegt etwa fünf Km von Center Richtung Norden. Auf eine Länge von 161,2 Meter steigt sie auf 47,22 Meter an. Das sind rund 30%. Am steilsten Stück hat sie sogar bis zu 35%. Kann man kaum glauben wenn man unten an der Straße steht. Natürlich wollte ich die Straße mit meinem Rad bezwingen. Bin bis in die Hälfte gekommen. Es ist nicht das Problem, dass ich die Kurbel nicht mehr rum bekomme, sondern, dass ich das Gewicht nicht richtig verteilen kann. Das Rad ist vorne zu leicht. Ein Mountenbiker hat es geschafft. Ein Mountenbike hat nur 26“ statt 28“ Räder. Der Biker war kleiner und somit liegt der Schwerpunkt ganz anders. So habe ich mein Rad die zweite Hälfte geschoben. Oben angekommen, war mein T-Shirt nass geschwitzt. Unglaublich! Ich glaube da sind schon Menschen beim Hochlaufen gestorben. Viele Jogger haben sich zum Ziel gesetzt, die Balwin Street hoch und runter zu joggen... die spinnen doch alle.. Noch ein paar Fotos von oben und ab auf den Fahrrad nach unten. Die Leute, die Meisten sind Asiaten, haben mich ganz groß angeschaut. Ein geiles Gefühl. Bremse am Anschlag und runter. Bremsen haben gehalten.
Dann bin ich noch ein wenig durch eine große Shoping Mall gebummelt. Endlich mal FlipFlops gekauft. So muss ich jetzt nicht immer in Socken im Backpacker rumlaufen. Ein Eis war auch noch drin. In der Stadt kehrte ich dann noch ganz gemütlich in einem Café ein. Beim Buchlesen bin ich fast eingeschlafen. 16 Uhr… naja zurück ins Backpacker und erst mal ne runde Mittagschlaf halten. Mein Zimmer hat sich mit drei Deutschen gefüllt, die aus Christchurch kommen. Nachdem sie gestern noch verletzten Leuten auf der Straße geholfen hatten, hatten sie ihre Klamotten aus ihrem gesperrten Backpacker in Christchurch bei Dunkelheit geholt und so zu sagen nach Dunbedine geflüchtet. Es darf sich zurzeit keiner in den Gebäuden in Christchurch aufhalten. Gestern waren bis zu 48 Nachbeben verzeichnet worden. Nach meinem Mittagschläfchen habe ich mich wieder in den Aufenthaltsraum verzogen. Wer sitzt den da? Die Lisa aus Österreich. Die Welt ist so klein. Sie hatte mir erzählt, dass das Beben sogar in Oaramu zu spüren war. Puh das macht einen ganz schön nachdenklich.
Dennoch hau ich mir jetzt erst mal 350 Gramm Filetsteak vom Neuseelandsrind, welches ich heute Mittag noch bei meiner Shoppingtour gekauft hatte, hinter die Kiemen. Einen grünen Salat dazu und die Welt für mich ist wieder in Ordnung.
Wir haben halb elf und der Chef des Hauses hat gerade folgende Ansage gemacht. Der Aufenthaltsraum wird ab Mitternacht zum Schlafraum umgewandelt, da noch einige Leute aus Christchurch zu erwarten sind. Da wird einem mal wieder das Ausmaß der Katastrophe bewusst.
Morgen geht’s ab Richtung Curio Bay. Die Strände sollen da phantastisch sein :-). Das sind ca. 180 km. Diese sollte ich eigentlich gut in zwei Tagen schaffen. In Curio Bay werde ich mit Julie, die Morgen mit dem Bus bereits dort hin fährt, im einzigen Backpacker den es dort gibt, zusammen kochen. Das ist jetzt mal wieder eine Challenge :-).
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Bild des Tages |
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Baldwin Strasse von unten | | Baldwin Strasse von oben | | Beim Sushi Essen entdeckt |
Tag 16: 24.2.2011 Dunedin => Owaka (Richtung Cureo Bay) (128 Km) "Daniels, Claudias, Selinas und Chiaras Route"
@Petra: Alles Gute zum Geburtstag
Sieben Uhr dreisig. Ich sitze mit meinem Nutella Brot in der Küche. In den Aufenthaltsraum kann ich nicht, da dieser, wie Gestern bereits erwähnt, ein Schlaflager geworden ist. Das Wetter kämpft noch mit sich. Aus den hohen Küchenfenster kann ich den Sonnenaufgang, blauer Himmel durchzogen mit roten Streifen über dem Meer sehen. Richtung Landesinnere sieht es leider nicht so schön aus. 10° haben wir heute Morgen. Naja! Laut Streckenprofil (hab ich auch schon mal online gestellt) hab ich gar keine Möglichkeit mir heute viel Gedanken zu machen. Gleich ab an Berg. Auf den ersten 5 Km ca. 200 hm und ab dem 15. Km noch Mals gleich ein Hügel mit fast 300 hm. Bei Kilometer 25-30 werde ich heute Mittag einlegen. Bergtechnisch wird es dann bis Kilometer 75 schön flach. Kurz vor Owaka noch ein kleines Bergchen und der Tag wäre geschaft. Aber wie immer sehn wir mal was der Tag so bring. Wie die Auswertung zeigt, werde ich heute meinen zweiten 1000er Abschnitt beginnen.
Das war doch schon alles sehr optimistisch angegangen.
Ein Tag mit vielen Facetten:
Schlussendlich hilft es ja nicht rum zu Memmen. Ab aufs Rad mit Dir! Der erste Berg kam schneller als mir lieb war. Hab noch keine fünf min. auf dem Fahrrad gesessen. Dunedin liegt am Berg bzw. ist in eine Bucht eingebaut worden. Unweigerlich muss man beim Rein- und Rausfahren über diesen Hügel kommen. Man ist der steil. Bin ich ausversehen in die Badlwin Street eingebogen? Nach weiteren 10 min. ist mir der Saft schon wieder aus der Jacke gerannt. Hätte ich vorher ausziehen sollen, bin aber von dieser Steigung überrascht worden. Es war noch nicht mal möglich, an der Ampel anzufahren. Musste das Rad über die Ampel schieben und aus einer Seitenstraße wieder starten. Dann endlich oben. Mein Navi hat mich kreuz und quer durch Dunedin geführt. Wenn es runter ging, ging es auch meistens gleich wieder hoch… und wie!… Besteht eigentlich Dunedine nur aus Baldwin Straßen? Ich würde Dunedin in „Baldwin“ umbenennen. Dunedine spricht eh jeder anders aus. Aber meine Gangschaltung schnurrt wieder, als wenn nie etwas gewesen wäre. (@Marc: nun muss ich den kurzen Käfig nicht anbauen. Aber schon mal einen guten Tipp. vielleicht komm ich noch Mal drauf zurück). Endlich an der Rout Nr. One angekommen, habe ich, kurz bevor ich fast den fatalen Fehler gemacht hätte auf diese aufzufahren, mit einem Ampelarbeiter geschnackt. Der hat mir erklärt, dass die alte Straße fast parallel zu Rout Nr. One verläuft. Perfekt! Die nehmen wir. Ich sitze nun seit ca. 1,5 Stunden im Sattel und habe gerade Mal die Stadtgrenze von Buldwin erreicht. Meine Klamotten sind so nass, als wären sie direkt vor dem Schleudergang aus der Waschmaschine gezogen worden.
Die Wolken lösen sich langsam im Nichts auf. Die hervorkommenden Sonnenstrahlen erwärmen mein Gesicht. Jacke aus! Aber nicht zu weit weglegen, da ich diese vielleicht gleich wieder brauchen könnte. Die Klammoten trocken im warmen Fahrtwind. Auf der fast nicht befahrenen Küstenstraße entlang an traumhaft schönen Buchten, Strände… oh man ist das geil hier. Ich komme nicht voran, da ich alle hundert Meter anhalten muss, um ein Foto zu schießen. Bei Kilometer zwanzig hab ich einen Surfer in einer Bucht beobachtet. Das Plätzchen war so schön, so dass ich beschlossen hatte, bereits hier schon die Mittagspause einzuläuten. Diesmal sogar mit Nüssen und Rosinen. Es ist unbeschreiblich, eigentlich könnte ich hier den ganzen Tag verbringen.
@Aufruf an alle Krankenkassen: Verschreibt "Radfahren auf Neuseeland" statt "Therapieren" die eh nichts bringen.
So auf du faule Socke. Es liegen noch ca. 100 Km vor dir. Bei Kilometer 35 musste ich mich entscheiden, ob ich wieder in Richtung Route Nr. One oder an der Küste strampeln wollte. Natürlich Küste! Ist doch so geil hier! Diesen Entschluss sollte ich noch bereuen.
Nach ca. 5 Kilometer fing der Schotter an. Mittlerweile hat mich die Schotterstraße bereits so weit von der Küste entfernt. So dass das Wasser nicht ansatzweise mehr zu sehen war. Und wieder die „Baldwin Hügeln“…meine Fresse!… die Steine spitzen unter dem Schutzblech hindurch. Irgendwie kam mir die Situation bekannt vor. Im Gegensatz zum letzten Mal ist es aber warm. Also Berg hoch, Berg runter….. Ich komme mir vor wie einer Kiesgrube. Zwar stehen immer wieder Scharfe blöd rum, die können aber meine Laune, die bereits ziemlich in Keller gefallen ist, auch nicht aufbessern. Könnte ich jetzt nur die Partymusik von Ann-Marie hören… Da Apfel-Kasi, nun betätigter Weise, die Mugge auf dem iPod vom Apfel gezogen hat… bekomme ich diese in diesem Urlaub ohne Formatierung nicht rüber. Dann singe ich halt. „Eins kann mir keiner….“. was ist denn noch drauf? „My Way“ von Frank Sinatra… naja da kenn ich den Text nicht. „Nothing else Matter“ von Metalica… Das erinnert mich an einen der schönsten 3:05 min. in meinem Leben. „Nothing Else Matter“ von Lucie Sylvers…. Die Wenigsten Leute wissen, dass man darauf einen Wienerwalzer tanzen kann. Lotto King Karl mit“ Hamburg meine Perle“. „Sexmachine“ von James Brown. „Fly away von Lenny Kravitz. ..... Aber ich kann das alles jetzt nicht hören. Also weiter die Rillen, mit meinen in Summe ca. 120 Kilogramm, in den Kies ziehen und ab rauf auf den Berg. Nach über einer Stunde Kiesfahren kam mir ein Schäfer auf einem grünen Quad und seinem Hund hintendrauf entgegen. Den hielt ich gleich mal an. Er meinte noch ca. 18 Km dann wäre ich in Milton. „Waaassss noch 18 Km diese Scheiße“.. er bot mir einen Kaffee bei sich zu Hause an… wie Cool ist das den :-) … da es aber bereits nach 14 Uhr war und ich immer noch 75 Kilometer vor mir hatte, musste ich ablehnen. Weiter im Kies. Gott sei Dank. Nach ca. 5 Kilometer verwandelte sich der Kies in eine Traumhafte, fast schon selbstrollende Teerstraße… So ab nach Milton. Oh endlich auch wieder meine geliebte Rout Nr. One. Wie geil endlich mal wieder ein Truck.... und noch einen… ach ist der schön groß… wie habe ich euch vermisst. In Milton, bereits schon ein wenig angeschlagen, in ein Cafe und erst Mal ein Muffin mit einer großen Tasse Kaffee bestellt.
Wieder hergestellt bin ich gegen 15:30 Uhr wieder aufs Rad. Noch ca. 25 Kilometer auf meiner Lieblingsstraße bis Balclutha, dann links ab nach Owaka. Das zieht sich. Das Wetter auch und zwar zu. Balclutha ist die „River“ Stadt. Der „Clutha River“ fließt dadurch. Dann weiter, noch 30 Kilometer bis Owaka. Jetzt ist endlich Mal Land in Sicht. Flach ist anders. Eine Fußgängerin hatte mir zuvor noch erzählt, dass es ab jetzt flach bis Owaka werde… mhh …was für Drogen hatte die genommen? Es war mittlerweile schon fast 18 Uhr. Die Sonne war schon lange nicht mehr zu sehen. Stattdessen erhellten die ersten Blitze denn Horizont. Es wurde kalt. Meine Knie waren rot. Also links ran, mal wieder die Beinlinge übergestülpt. Jetzt war Moonbutica Zeit… die letzten ca. 25 Kilometer gegen den Wind und gegen den leichten Regen haben mir den Rest gegeben. Zehn Kilometer vor Owaka noch mal den Motor ölen. Mein letztes Käsebrot habe ich mit einem Straus, der ziemlich neidisch schaute und zum Glück in einem Gehänge war, eingenommen. Von einem Hostel kam im Hintergrund ein Dudelsack Gepfeife. Neben dem "Bonduell-in- die-Dose-Lied, waren auch Stücke dabei, die meine damalige Frau bei Hochzeiten in der Kirche gesungen hat. Verdamt mir fällt der Titel nicht mehr ein... Als ich gegen 19:30 in Owaka ankam, sah es hier wie ausgestorben aus. Wäre ich nicht so langsam eingerollt, hätte ich die Ortschaft wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen, so klein ist die. Fast schon wieder am anderen Ende der Stadt draußen und die Hoffnung bereits aufgegeben einen Backpacker in dieser Totenstadt zu finden, war links doch ein Schild mit „Backpackers“ drauf zu sehen. An der Türe ein Schild… „Such dir ein freies Zimmer. Wenn du Hilfe brauchst ruf an. Wir sehen uns“. Das ist doch wieder Neuseeland. Also nicht lange überlegen, dass nächste leere 4-Bett-Zimmer angesteuert und rein mit meinen Sachen. Das Fahrrad hab ich gleich ans andere Bett gestellt. Bin fast alleine da. Zwei Pärchen aus England und eine Schweizer Pärchen sind in der Küche beim Kochen.
Geduscht und wieder ein bisschen Mensch, habe ich mich, mit meinen noch im Rucksack zurückgeblieben Nudeln und ein wenig Käse, in die Küche aufgemacht. Einkaufen war nicht mehr. Man war ich platt nach dem Essen. Es hat sich rausgestellt, dass die Schweizer gar kein Paar waren, sondern Cousin und Cousine (Daniel und Petra).
@Petra: denk daran, es gibt mehr als einen Deckel auf einen Topf. "Think positiv" oder wie eine gute Freundin von mir sagen würde: "Chacka".
Ich glaube ich bin so platt von den 10 Kilometer Sandkastenfahren, die ich nicht mit eingerechnet hatte. Nicht einmal ein paar Worte konnte ich noch schreiben. Um 10 Uhr ging bei mir das Licht aus. Egal, da ich hier eh keinen UMTS Empfang oder W-LAN habe.
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Neid.... | | Baldwin am Morgen
| | Da schaut Krümel aber krimmig | | Straus mit Dudelsack Musik |
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Bild des Tages: Einfach nur Geil...
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Tag 17: 25.2.2011 Owaka => Cureo Bay (75 Km) "Wolfgang' s Tour"
Und es läuft....
Hab geschlafen wie ein Bär. Das Wetter heute Morgen, Teils strahlend blauer Himmel, Teils schwarz mit Wolken verhangen. Wie immer mal schauen was der Tag so bringt. Die Stecke heute wird „nur“ 75 Kilometer aber bergig. Sind doch wieder ca. 1000 hm angesagt. Aber eines steht fest. Heute Abend ist Kochen mit Julie in Curio Bay angekündigt. Ein fast entspannter Tag.
Da heute nur 75 Kilometer bis Curio Bay auf dem Zettel standen, konnte ich es heute Morgen mal wieder langsam angehen lassen. Da ich Gestern nicht mehr im Supermarkt war, musste ich mich mit meinem Nutella-Toast abgeben. Ohne Ei, Schinken oder sonstiges, was ein wenig Power für den Tag bringen könnte. Gepackt und gemütlich los. Die Berge sind nicht zu unterschätzen. Eine schöne Strecke. Die Straße gut ausgebaut, aber kaum befahren. Dennoch mach ich mir Gedanken, wie es zurzeit Stefan geht. Die Berge sind doch so, dass ich mir vorstellen könnte, dass er mit seinem Trailer Probleme haben könnte. Muss heute Abend, wenn ich vielleicht wieder Internet habe, Mal nachfragen. Der Titel des Ohrwurms, der mir der gestrige Dudelsackspieler ins Ohr gesetzt hatte, ist mir nach ca. einer Stunde Summen und Pfeifen wieder eingefallen. „Amazing Grace”. Man hätte ich schon längt drauf kommen können…man..man.. man..
Nach 20 Kilometer habe ich heute bereits wieder das Mittagessen mit Blick aufs Meer eingeläutet. Auf einem Stein das Netbook ausgebreitet, um wiederholt festzustellen, dass es hier im Süden kein UMTS gibt :-(. Es ist verdammt zugig. Richtig genießen konnte ich meine Pause nicht. Habe mich für die Weiterfahrt dann warm eingepackt. Beinlinge und lange Handschuhe. Passen zwar nicht mehr so gut zu meinem Outfit aber sie geben warm. (siehe Bild des Tages). Da ich mich in den "Catlins" befinde, werde ich immer wieder auf die Wasserfälle in dieser Gegend aufmerksam gemacht. Wasserfälle reizen mich aber nicht so. Die größten der Erde habe ich bereits letztes Jahr in Iqasu gesehen.
Dann weiter. Es ist schon zu spüren, dass ich heute in Summe über 1000 hm zu bewältigen habe. Zehn Kilometer vor Curio Bay bin ich in ein Restaurant mit WFy eingekehrt. So ein scheiß Netz 2KB/sek. Ich glaube mein Großvater hatte schon ein besseres Netz. Naja zum Texte einstellen und mich vor Lachen am Boden des Restaurants kullern, da Ralph sich wieder selbst übertroffen hat, reicht es. @Ralf: Danke für Deinen Beitrag.
@Ralph: man muss nicht alles Wissen. Man muss nur wissen, wo man es nachlesen kann :-). Noch eine Weisheit. Die Sonne steht hier gegen Mittag im Norden. Daher sind hier die besten Hänge zum Weinanbauen nicht die Süd- sondern die Nordhänge. Das ist auch bestimmt für Dich Wolfgang interessant.
Gestärkt und den Regenguss im Trockenen überstanden bin ich die letzten Kilometer bis Curio Bay gerollt. Im einzigen Backpacker, im Lazy Dolphin Lodge, gleich mal eingekehrt. Die Gegend ist so schön hier, ich überlege mir Morgen noch mal hier zu bleiben um ein wenig die Landschaft und den Beach zu erkunden. Auf der anderen Seite wieder ein Tag an dem ich nicht Radfahren kann. Ich mach es mal vom Wetter abhängig. Bei Sonne genieße ich den Strand, wenn’s regnet geh ich aufs Rad.
Habe heute Abend, wie vor zwei Tagen verabredet Julie getroffen. Leider gibt es hier wirklich nicht viel und wir mussten uns mit Nudeln, Käse, Eier und ein wenig Würstchen zufrieden geben. Alles teuer an einen Campingplatz eingekauft… Das Kleinschnippeln und Kochen hat bei offener Terrassen Türe mit Blick in die Bucht viel Spaß gemacht.
Das Internet ist hier einfach nur teuer und langsam. Daher werde ich manche Bilder nachliefern.
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Südküste | | Blick beim Radfahren
| | Blick aus dem Backpacker
| | Die wollte meinen Kecks
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Bild des Tages: Man ist das kalt hier...
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Tag 18: 26.2.2011 Cureo Bay "Seehundfreunde Fa. Elmendorf"
@Sandrina: "Happy Birthday to you, Happy Birthday to you, Happy BirthdayDear Sandrina, Happy Birthday to you"
Wie geil.
Gestern beim Abendessen hat mir Julie erzählt, dass sie sich Heute um 9 Uhr bei der Surfschule auf dem nebenanliegenden Campingplatz angemeldet hat. In der Bucht von Curio Bay mal zu Surfen wäre schon geil. Daher war der Entschluss, noch einen Tag länger in Curio Bay zu bleiben damit gefallen. Ich hatte 17 Jahre lang mit Daniel und Stefan gesurft. Zwar Windsurfen aber was solls wird schon klappen. Heute Morgen Punkt 9 Uhr, nach einem endlich mal wieder reichhaltigeren Frühstück, ab rüber zum Campingplatz. Ein Schild am Wohnwagen der Surfschule ließ mich von weitem schon Böses ahnen. „Surf School Closed on 26.2.“ … Was für eine Scheiße ist den das. Mit hängender Mine sind wir beide wieder in Richtung Strand, zurück Richtung Backpacker abgetakelt. Weiter vorne haben wir bereits Surfer im Wasser gesehen. Ok wenn nicht selbst surfen, dann wenigstens zuschauen. Im sandsitzend und von einem Seehund fast aufgefressen, haben wir die Surfer beobachtet. Es war eine Familie mit zwei Kindern. Als die Mutter als erstes aus dem gerade mal 13° kaltem Wasser kam, hab ich sie gefragt, ob sie noch eine andere Surf Schule außer die auf dem Campingplatz kennen würde und hab ihr unser Dilemma erzählt. Sie bot uns gleich an, das Surfzeug von ihnen zu nutzen, da sie eh gerade aufhören wollten. Puh ich sag nur mal wieder „Neuseeland“ es ist unglaublich. Da die neuseeländische Familie sich in einem kleinen Häuschen direkt am Strand fürs Wochenende einquartiert hatte, konnten wir direkt hinter her laufen und die Sachen tauschen. Wieder am Strand mit Neoprenanzug und Brett, hat uns der Seehund von vorhin wieder attackiert. Die sind schnell die Dinger… und sollen auch gut zubeißen können. Also ein paar Meter weiter weg haben wir uns dann getraut ins Wasser zu gehen. Alleine schon das Gefühl auf dem Brett zu liegen und gegen die Wellen anzukämpfen ist nicht zu beschreiben. Ich muss zugeben, es ist nicht so leicht, wie es im Film „Gefährlich Brandung“ mit Patrick Swayze gezeigt wurde.
Nachdem ich Julie vom hinterher schwimmenden Seelöwen durch ein Ablenkungsmanöver gerettet hatte und noch einige Versuche des Aufstehens mehr auf dem Zettel hatte, sah ich schon fast aus wie Patrick im Film. Kurz hatte ich es geschafft mal drauf zu stehen. Nach zwei Stunden sind mir dann die Flossen abgefroren. Mineralienhaushalt, zu mindestens was das Satz angeht, ist auch wieder aufgefüllt. So geil….
Die nächste Stunde hatten wir genutzt, uns am Strand in der Sonne aufzuwärmen. Die Bucht von Curio Beach ist 6 Kilometer lang. Sie lädt förmlich zum Joggen ein. Der Gedanke noch nicht ganz ausgereift, stand ich in meinen Joggingklamotten und Moonbootica auf den Ohren bereits am Start. Das kann ich nun wirklich nicht beschreiben. Alleine am Strand entlang joggen (und ich bin kein Jogger), die Wellen zu sehen, wie sie den Sand beim Brechen aufwühlen. Möwen, die den vom Strand zurückweichenden Wellen hinterherlaufen und wieder wie ein Huhn zurück stapeln wenn eine neu im Anmarsch ist. Unbeschreiblich… Ganz am Ende der Bucht angelangt, hab ich mich erst mal in Sand abgesetzt und das Meer genossen. Ich bin bestimmt eine halbe Stunde so gesessen. Meinen Apfel habe ich während dessen nach weiter interessanten Mugge untersucht. Unter dem Eintrag „Beatport Kompakt“ habe ich Eric-Prydz Spezial Version von Pink Floyd „The Wall“ gefunden. Volle Lautstärke und mit vollem Anpressdruck auf den Ohren joggte ich wieder zurück. „Hey teacher leaving kids alone….“. 2007 hatte ich diese Mugge beim Spinning laufend auf den Ohren. Der strahlend blaue Himmel von heute Morgen wurde langsam von den Gewitterwolken vom Landesinneren aufs Meer hinaus gedrückt und es wurde ganz schön windig. Nach in Summe 12 km Jogging bin ich doch schon geschafft. Frisch geduscht habe ich mich erst mal, in die Pantry des Backpackers mit Blick aufs tobende Meer und einem Kaffee, zurückgezogen um die weiteren Touren der nächste Tage zu planen.
Eigentlich sollte meine nächste Station Queenstown sein. Milford Sound soll aber auch so schön sein, liegt aber nicht auf meiner Route. Was tun? Nach Queenstown sind es rund 280 Km mit rund 1500 hm. Sollte doch in 2 Tagen zu schaffen sein. Muss ich mich halt mal anstrengen :-). In Queenstown möchte ich unbedingt, Bungee Jumping und Sky Diving machen. Eigentlich noch Rafting… aber wann soll ich denn endlich mal Radfahren :-(
Milford Sound liegt so zu sagen in einer Sackgasse mit einer Länge von min. 100 km. Da fahr ich nicht mit dem Fahrrad hin. Geplant habe ich im Moment, dass ich mir in Queestown ein Motorrad mieten und damit nach Milford Sound düse. Eine Nacht übernachten und wieder zurück nach Queenstown. Julie kommt ggf. mit. Sie wird noch einen Abstecher nach Steward Island machen… Auch schön… aber zeitlich geht das bei mir gar nicht. In Queenstown wollen wir uns wieder treffen.
In zwei Tagen nach Queenstown. Nicht die Km sondern die Unterkünfte sind das Problem. Entweder mach ich die Tour in drei Tagen, so dass ich in den größeren Städten eine Unterkunft bekomme, oder ich mache die Tour in zwei Tagen, mit der Gefahr, dass ich auf der Hälfte der Strecke im Umkreis von 50 Km keine Schlafmöglichkeit finde. Claudia, die Backpacker Chefin, kann mir auch keinen Rat geben. Ich glaube ich fahr Morgen einfach mal drauf los. Wird schon werden.
Während ich am Planen bin, reitet Julie am Strand entlang. Als sich heute Morgen Claudia mit einem Gast über ihr Pferd unterhalten hatte, hatte ich gefragt, on Julie auch mal reiten darf. Sie redete die letzte Zeit von nichts anderem. Am Mittag durfte Sie Müre am Strand ausreiten. Die Gelegenheit habe ich gleich mal genutzt um auch noch ein paar Meter am Meer entlang zu galoppieren. Ups, schon lange her, dass ich auf etwas unmotorisiertem ohne Räder gesessen hatte. Zumindestens hat er mich nicht abgeworfen, der Kleine.
So jetzt noch fertig planen. Julie ist bereits mit dem Bus abgeholt worden. Abendessen und ins Bett… Morgen wird’s hart…
Vielleicht muss ich den Osten auf der Nordinsel auslassen. Die Tage vergehen hier wie im Nu. Ich werde die Detailplanung der Nordinsel davon abhängig machen, wie schnell ich wieder oben in Picton bin. Einen Abstecher in die Tasma Mountains, um eine 2 Tages Wanderung durch einen der schönsten Nationalparks zu machen, möchte ich mir nicht nehmen lassen.
Habe für diesen geilen Tag noch ein paar "Action Euros" aufgeschrieben... also wer will spenden?
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Küste von Curio Bay
| | @Heiko: kann mit an die Schrankwand
| | Auf der Flucht ....
| | Wie ein Profi....
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Bild des Tages: Helden werden nicht jeden Tag geboren..
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Tag 19: 27.2.2011 Cureo Bay => Lumsden (174 Km) "Manni`s Tour"
Kilometer schruppen.
Nach dem eigentlich geschlafen wie ein Bär habe, war meine Laune bzw. mein Gemütszustand heute Morgen ganz unten. „Warum mach ich das eigentlich“, ging mir die ganze Zeit durch den Kopf. Mir war zum Heulen zu Mute… Scheiß Loch in das ich gerade falle. Heute ist Sonntag. Normalerweise würde ich am Sonntag schön ausschlafen, das Frühstück für meine Frau richten und ans Bett bringen und erst mal den Morgen ganz gemütlich einleiten. Am Mittag wäre dann ein Spaziergang um die Alster bei Minus Zwei Grad mit anschließendem Einschwung zur Alsterperle angesagt, um sich mit einer heißen Kartoffelsuppe wieder auf Temperatur zu bringen. Aber ich muss ja in NZ Radfahren! Irgendwann musste das Tief mal kommen. Aber ich mach das Ganze doch nur, um aus meinem Loch rauszukommen, daher kann ich mir jetzt kein neues Loch leisten. Wie hat mein lieber Bruder im Gästebuch geschrieben. „Es wird sich eine andere Türe öffnen.“ Die erste Türe ist mir mit Anlauf, ohne Ansage vor der Nase zugeschlagen worden.
Also 7 Uhr raus, Frühstück machen. Hab mir einen dicken Eierpfannkuchen für mein heutiges Launch gebraten und zwischen zwei getoastete Toast gelegt. Das obligatorische Käsebrot darf natürlich auch nicht fehlen. Frisches Obst und Gemüse fehlen mir seit ca. 3 Tagen. Das muss schnellsten wieder ran. Acht Uhr dreißig, gefrühstückt und gepackt auf dem Rad. Es geht kein Lüftchen. Es ist noch etwas von der Nachfeuchtigkeit in der Luft zu spüren. Die Sonne entfaltet langsam ihre Kraft. Die ersten 15 Kilometer war wieder Schotter angesagt. Festgefahren und kein Regen lässt es sich aber gut fahren.
Da alles so schön friedlich um mich herum ist, kann ich ein bisschen den gestrigen Tag revue passieren lassen. Da viel mit das Gespräch von gestern Abend mit Frau Prof. Dr. A.K. ein (Name soll ich nicht nennen). A. ist Professorin für Tanz Geschichte in Baldwin. Sie hat hauptsächlich in England studiert, da dieses Fach bis dato in Deutschland nicht angeboten wurde. Über ihr Fach hat sie sogar ein englisches Buch veröffentlicht. Es ist interessant sich mit jemand darüber zu unterhalten, welchen politischen Einfluss der Tanz im Dritten Reich hatte. Mh, war bisher nicht das Thema, welches bei mir an erster Stelle Stand, aber sehr interessant. Man merkte schon, dass Sie eine Künstlerin ist und auf einem andern Stern lebt. Dennoch hat sie den Bezug zur Erde nicht ganz verloren, da sie sich auch viel mit der Theorie abgibt. Künstler leben schon auf einem anderen Planeten. Das habe ich die letzten Jahre mitbekommen. Nicht negativ gemeint, aber ist halt so. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, ein Seil zum anderen Planeten zu werfen, so dass dieser nicht nach einer Vorstellung zu stark abhebet. Mehr aber noch musste ich das Seil als Tau nutzen, so dass er nicht nach unten, komplett durch das gesamte Universum knallt und am anderen Ende womöglich noch zerschellt.
Bei Kilometer 30 habe ich einer schönen kleinen Bar draußen in der Sonne mein Mittag mit einem Kaffee (to go) eingenommen. Da heute min. 140 km auf der Uhr stehen, habe ich die Pause nicht zu sehr ausgedehnt. Ich komme gut voran, da die Landschaft hier im Süden nicht so spannend ist und ich nicht laufend Fotos schießen muss. Erinnert mich eiun wenig an Schwarzwald. Alles flach und viele kleine, runde Hügel mit Scharfen und Kühe. Die schroffen Berge fehlen. Das Einzige was hier schön ist sind die Küstenabschnitte. Da ich mir immer noch Gedanken darüber mache, wo ich heute Nacht schlafe, habe ich für mich schon mal den Entschluss gefasst, wenn es so weiter läuft, bis Lumsden an die Rout Nr. Six zu fahren. Ich bin mir sicher, dass ich da eine Schlafmöglichkeit finde. Sind in Summe ca. 170 km. Also mal sehen. Bin wieder auf der Rout Nr. One angekommen. Ca. 30 Km wieder in Richtung Buldwin… meine geliebte Route Nr. One. Dann links in die Route Nr. 96 Richtung Lumsden bei Gore eingebogen. (Gore ist eine gute Marke für Sportbekleidung :-)). In Gore auch gleich mal in MC Donalds um Wasser zu lassen. Nein Ralph, ich brauche die Medikamente von denen du gesprochen hast noch nicht. Als ich noch schnell an der Theke anstand, um mir noch zwei Hamburger zu holen, durfte ich an einem unfreiwilligen Walewatching teilnehmen. Unverständlich für mich. Da reicht ein Tablett bei der Bestellung pro Peron nicht aus. Naja… schnell runter damit und weg hier.
Beim Einbiegen in die Route 96 hatte ich den Wind bereits frontal am Körper kleben. Bis dahin bin ich bereits in zwei Supermärkte abgebogen um mir frisches Obst zu kaufen. Gestärkt hatte ich mich dem Wind gestellt. In Riversdale, mein geplanter Schlafplatz, angekommen habe ich mir erst mal einen Kaffee (long black) mit einem Muffin gegönnt.
Alles was ich heute fahre, muss ich Morgen nicht fahren. Außerdem geht es Morgen in die Berge mit ca. 1000 hm. Da die Sonne gegen 17:30 noch schön hinter den Schäfchenwolken zu sehen war (die sehen hier anders aus, so platt gedrückt, als wenn der Sandmann mit seinem Karren drüber gerollt wäre), wusste ich, ich fahre weiter bis Lumsden. Die Km zogen sich da hin. Unendliche Straßen, Wind Frontal, da hat noch nicht Mal Moonbootica geholfen. Als ich endlich Balfour erreicht hatte und auf der Karte gesehen habe, das Balfour genau in der Mitte von Riversdale und Lumsden liegt, war das Loch wieder da. Am liebsten hätte ich das Rad in eine Ecke geschmissen. Nein aufgeben ist nicht! Also Mohrrübe und Snickers rein. Den Motor nachfüllen. Weiter mit ca. 10- 11 Km/h. Teilweise stehend. Man wo kommt den der scheiß Wind her. Gerry hat mir den Tipp gegeben, immer nur an den nächsten Kilometer zu denken. Daher habe ich immer von einer Baumreihe oder markanten Wegpunkt zum Anderen gedacht. Die Sonne war fast schon untergegangen. Es war bereits fast 20 Uhr. Noch schnell die letzten Bananen rein und weiter. Ich will noch vor Dunkelheit ankommen. Beim Drücken und Ziehen der Pedale konnte ich zuschauen wie die Sonne hinter den ersten Bergen verschwand. Weg war sie! Autos mit Licht kamen mir entgegen. Scheiße wo ist die verdammte Ortschaft. Können doch max. noch fünf Kilometer sein. Ein Schild aus Holz mit „Welcome in Lumsden“ kam nach der letzten Kurve auf mich zu. Ich glaube ich habe mich noch nie so gefreut in einer so verschiessen, kleinen Ortschaft, Mitten in Nichts, angekommen zu sein.
Es war natürlich alles zu. Einen Backpacker gibt es hier auch nicht. Hab bei einem Hotel, dass von außen schon kriminell aussah angefragt. Zimmer mit Frühstück 45 NZ$. Egal ich bin platt und brauche eigentlich nur eine Dusche, etwas zu essen und ein Bett. Normalerweise wäre ich da rückwärts wieder raus. Die Bedienung, eigentlich ganz nett aber auch in die Gattung „Wal“ einzuordnen hat mir Nudeln mit Tomatensoße und vermutlich alles was noch im Kühlschrank zu finden war, zubereitet.
Ins Bett und noch ein paar Worte schreiben. Ein Netz gibt es hier auch nicht wirklich. Man bin ich platt. Um kurz vor 12 gingen bei mir die Lampen aus.
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Auch eine Alternative zu Reisen | | Es gibt noch mehr von der Sorte "Krümel" | | Plattgedrückte Schäfchenwolken |
Tag 20: 28.2.2011 Lumsden => Qeenstown (106 Km) "die Eisprinzessin"
Es ist 7:30 Uhr und ich tippe noch schnell meinen Tag von gestern fertig. Heute nach Queenstown. Julie ist auch schon angekommen. Dies hat Sie mir per Mail bestätigt. Heute Abend werden wir mal sehen wie wir den Tag Morgen gestalten.
30 Kilometer habe ich hinter mich gebracht. Heute läuft es wie geschnitten Brot. Bin mal schnell für nen Kaffee mit einem heissen Apfelstrudel in das "lazybones Cafe" eingekehrt.
Ok eigentlich sollte ich nicht schreiben, dass es gut läuft. Die Spendenaktion läuft besser, wenn ich schreibe, das es mir den Arsch aufgerissen habe.
Also hier die Geschichte für die Spender: Seit heute Morgen schneit es. Gestern Abend bereits wurde Unwetter mit Temeperatursenkungen von über 40 Grad in den Nachrichten angekündigt. Bei ca. 20 Grad Minus bin ich heute Morgen mit kurzen Hosen aufs Rad. Krümel lauft mit Schneeschippe voraus und bahnt mir den Weg duch den fast zwei Meter hohen Schnee. Nach ca. 5 Km ist der total verwirrte Osterhase vorbei gekommen. Dem hab ich sein Schlitten abgekauft (oder war das der Weihnachtsmann ? weiss nicht) egal. Seither fahre ich mit seinem Schlitten und ca. 100 Schafe voran, die ich zuvor bei einem Schäfer gegen mein Rad getauscht hatte, durch die Gegend. Krümel ist Steuermann.
Alleine die Geschichte ist eine Spende wert...oder? -:)
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Hier kann man es sich gut gehen lassen
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Daniel, Kai und Judith..... vielen Dank für eure Spende.... ihr seit grossartig...
@Ann-Marie: ich drücke Dir für Dein heutiges Bewerbungsgespräch ganz fest die Daumen... 'Think positiv"
Ankunft in der Partyhauptstadt
Eigentlich hat der Morgen gar nicht so gut angefangen. Ich bin viel zu spät weg gekommen. Als ich die Frau, unten in der Küche gegen 9 Uhr, nach Frühstück frage, hat sie gesagt ist OK ich kann mich da hin setzen. Zwischendurch habe ich die Taschen an meinem Rad angebracht. Als ich dann zum dritten Male die Treppen rauf und runter gerannt bin und mein Frühstück immer noch nicht auf dem Tisch stand, hab ich mal nachgefragt. Man konnte mir schon anhören, dass ich das nicht gut finde. Sie hat sich entschuldigt und meinte sie wäre hier nur die Putzfrau (Cleaner). Verdammte Scheiße dann soll sie es halt gleich sagen. Sie hat mir dann in der Küche gezeigt, wo ich mein Frühstück selbst zu bereiten kann. Ich dachte ich bin in einem Hotel?!?
Kommt ein Engländer ins Osi-Land. Er fragte einen Mann, den er gerade am Wegrand stehen sah: „Hey Mister, wie komme ich hier in die nächste Ortschaft“ . Daraufhin antwortete der Mann: „ Ich bin nicht der Mister, ich bin der Melker“. :-)
Es ist bereits richtig warm und kein Lüftchen geht. Es macht richtig Spaß in die Pedale zu treten. Gegen Mittag bin ich in die Lazybones eingebogen. Mit einem Kaffee und einem Applepie habe ich mich ans Internet gesetzt. Bin fast vom Stuhl gefallen, als Gerry und Caroline hinter mir standen Sie meinten, sie hätten mein Fahrrad draußen stehen sehen. Habe dann noch schnell meine Seite fertig gestellt um dann mit den Zweien noch einen Kaffee zu schlürfen. Sie sind über den "Railtrail" nach Queenstown gekommen. Bin schon ein wenig neidisch, da das „die Radstrecke“ ist, die ein Radfahrer eigentlich in NZ fahren sollte. Aber liegt mal wieder nicht auf meiner Route. Gerry hat mir noch erzählt, dass er noch ins Internet muss, weil er auf eine Mail wartet. Es kann sein, dass sie ihr Gepäck, welches Sie in Christchurch in einem Hotel gelassen hatten, nicht wieder bekommen, da das Hotel eingestürzt ist. Ich hoffe sie haben Glück. Die Zwei haben ein Auto ausgeliehen und sind auf dem Weg zum Milford Sound. Ich werde Sie morgen Abend, wenn sie wieder zurück in Queenstown sind, besuchen. Noch ein Abschiedsfoto und wieder weiter.
Der Lake Wakatipu hat nicht lange auf sich warten lassen. Ich musste in jeder Kurve anhalten und ein Foto knipsen. Ein See so groß, dass man das Ende nicht sehen konnte. Zwischen zwei großen, schroffen Bergen eingeklemmt. Am rechten Uferrand die Küstenstraße ins Ufer eingelassen. Die Farben des Sees waren von tief schwarz bis hin zum schönsten türkis blau. Die Sonne hatte ein Farbenspiel im Wasser veranstaltet, welches ich so noch nie gesehenen hatte. Es waren so ziemlich alle Grün- und Blautöne zu sehen. Ich bin immer und immer wieder abgestiegen, habe ein Foto gemacht und mir bewusst gemacht was ich hier gerade sehe, bzw. wo ich gerade bin. Das letzte Mal, als ich aktiv meine Wahrnehmung, auf das was gerade um mich herum passiert, geschärft hatte, war meine Hochzeit. Es gibt doch tatsächlich so viele Paare, meistens "Sie", die nicht mehr wissen, wie ihre Hochzeit war, da sie so aufgeregt waren, so dass das gesamte Fest an ihnen vorbei ging. Nicht bei mir! Ich habe mich mit meiner Frau ganz oft gedanklich kurz zurückgezogen und wir haben uns die schönen Augenblicke ganz bewusst gemacht. Sei es die Musik, die Gäste oder einfach nur die Situation. Ich kann mich auf jeden Fall noch an alles erinnern. Aber wie schon mal erwähnt, ich kann hier nur für mich sprechen. Eines bin ich mir sicher. Eine Illusion war es nicht.
Vierzig Kilometer konnte ich das Panorama des Sees genießen. Moonbootica hat da nicht gepasst. Ich habe mich für „Frankie goes to Hollywood“ entschieden. Mit „Power of Love“, „Welcome to the Pleasure“ und “Relax” gings auf und ab. Meine Gefühle auch. Danach habe ich ein bischen Jorge Michael aufgelegt. Das Geheule kann man sich aber nicht lange antun und habe dann auf „Red Hot Cilli Pepers“ umgeschwenkt. Allmählich konnte ich Queenstown auch schon auf der anderen Uferseite sehen. Durch Frankton durch auf einen kleinen Radweg bis hin nach Queenstown. Ich war richtig traurig, dass ich bereits in Queenstown angekommen war. Die heutige Radstrecke gehört zu den schönsten, die ich bisher gefahren bin. Aber die Berge sind nicht gekommen. Die werde ich dann wieder an der Westküste spüren :-). Ich habe gehört, dass es für die Westküste eine Erdbenwahrnung gibt. Muss erst mal googeln, was da dran ist. Genau da lang möchte ich nähmlich.
In Queenstown erst mal geschaut, wo Julie im Backpacker untergebracht ist. Leider waren die Betten bereits „fully booked“. Es gibt so viele Backpacker in Queenstown, so dass ich nach dem dritten Anlauf ein Bett in einem 4-Bett Zimmer gefunden hatte.
Da ich für zwei Tage eingebucht bin, habe ich erst mal Wäsche gewaschen. Danach habe ich mich mit Julie getroffen. Oh man, ist die unentschlossen. Daher habe ich für mich entschlossen, ich werde mein Ding durchziehen. Morgen schaue ich erst mal, wie ich am besten nach Milford Sound komme. Danach werde ich mich ums Bungee Jumping kümmern. Ist gar nicht so einfach, da es drei unterschiedliche Anlagen gibt.
Stefan habe ich auch per Mail erreicht. Der ist aber noch weit weg von Queenstown an der Küste. Fährt mit einer Östreicherin durch die Gegend. Werde ihn vielleicht auf der Nordinsel wieder treffen.
Also ab in die große Stadt und noch ein wenig Fleisch hinter die Kiemen. Wer "El Arenal mag", ist hier gut aufgehoben. Gruppen von bis zu 50 Mann (besser gesagt Jugendliche von 16 – 20 Jahre) die von zwei Guides dazu animiert werden, unter viel Alkoholeinfluss bescheuerte Dinge auf der Straße zu tun, wie z.B Schubkarren rennen. Ansonsten rennen hier nur die Generation 20 Jahre jünger oder 30 Jahre älter rum. Entweder bin ich zu alt oder nicht in der Stimmung dazu. Wahrscheinlich beides.
Noch kurz einkaufen und ab meinen Block schreiben. Morgen dann gemütlich alles erkunden.
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Ein freudiges Wiedersehen | | Lake Wakatipu | | Straße am Lake Wakatipu | | Fahrradweg von Fankton nach Queenstown |
Ende Südinsel Teil I (06.02.2011 - 28.02.2011)
Südinsel Teil II (01.03.2011 - 16.03.2011) Nordinsel Teil I (17.03.2011 - 29.03.2011) Nordinsel Teil II (30.03.2011 - 15.03.2011)