last Update 17.03.2011, 09:00 pm _________________________________________________________________________________________________________________________________________
Südinsel Teil II (01.03.2011 - 16.03.2011)
Tag 21: 01.03.2011 Queenstown (Radpause) "Katrin die Action Lady"
@Stephan: Alles gute zum Geburtstag. Passt gut, dass ich an Deinem Geburtstag in der Partystadt bin :-)
Action Hero:
Nach meinem guten Müslifrüstück mit frischem Obst (Maike, heute musst du keine Möhre für mich essen), bin ich erst mal zum Infopoint gerollt.
Was man hier alles erleben kann, skydive, shotoverjet, heli, shotover raft, bungy (134 m) (43 m mit eintauchen ins Wasser), Canyon swing 109 m, kawarau river surfing, gondola, luge, ….. Wenn man alles mit machen möchte, dann braucht man min. eine Woche und der Geldbeutel wäre auch geschröpft.
Dennoch habe ich mich heute für ein Combi Paket entschieden. 11:30 Skydiving, 15 Uhr Bungyjumping und Morgen 6:30 nach Milford Sound per Bus. Da das Wetter dort schlecht sein soll, hab ich mich Widerwillens für den Bus entschieden. Aber vielleicht nicht schlecht, dann kann ich mal einen Tag die Füße hoch legen. Übermorgen geht es in die Westküste… das soll hart genug werden.
Also ab mit dem Bus ca. 25 min außerhalb von Queenstown zum Flugareal. Auf dem Flugareal habe ich noch einen Kaffee getrunken. Punkt 12:51 Uhr haben wir ein Schweigeminute für die Opfer von Christchurch, die genau vor einer Woche ums Leben gekommen sind, eingelegt. Dann gings los. Fluganzug an, Einweisung und mit 8 Personen in einen Flieger, in den max., unter normalen Umständen, der Pilot und ein weiterer Gast Platz hat. Aber es war schön kuschelig. Zu meinem Team haben Rix, der Mann für meine Sicherheit und Chris mein Kameramann, gehört. Nach ca. 10 min. haben wir uns auf 15000 Feed raufgeschraubt. Die schon etwas morsche Plastiktüre ging auf. Mein Kameramann ist als erstes rausgeklettert. Dann hat mich Rix Richtung Türe geschoben. Mh.. viel Zeit zum Überlegen war nicht mehr. Wie unten am Boden einstudiert, Füße unters Flugzeug klemmen, Gesicht nach hinten, Körperform wie eine Banane und los…. ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh
Es ist die erst oder vielleicht noch die zweite Sekunde, in der das Herz still steht. Im freien Fall angekommen, ist es nur noch geil. 60 Sekunden freier Fall…. Ein Kameramann der dich animiert Grimassen zu ziehen. Eine Erde die auf dich zufliegt. Wolken, die durchschlagen werden, wie ein Stein eine Fensterscheibe… Eigentlich bekommt man gar nicht so viel mit, da man sich viel zu sehr auf den Kamera Man konzentriert. Dann der Zug an der Leine und man hängt im Schirm. So nun kommt die Entspannungsphase. Die Brille abgenommen, da ich keine Kontaktlinsen trage, und den Gleitflug genießen. Während dessen hat Rix mir erklärt, wo welche Ski Gebiete liegen, wo Queenstown liegt etc.. Dann noch ein paar links- und rechtsdrehende Loops und eine Landung wie im Bilderbuch.
In Summe ist alles viel zu schnell gegangen. Der Adrenalinspiegel ist noch ganz oben. Runter mit dem Fluganzug und ab wieder in Bus zur nächsten Challenge. Mit ca. 20 Personen in einen kleinen Bus und ab durch Queenstown in die andere Richtung. Vorbei am Original Bungy Sprung von der Brücke. Mit 45 Meter nicht so hoch, aber man taucht mit dem Kopf im Wasser ein. Und es ist das Original von 1988. Aber ich zieh wegen 30 km Radfahren auch keine Radlerhose an. Daher weiter zum dritt höchten Bungy der Welt. 134 Meter. Ist ganz schön hoch. Von weitem schon sind die Seile, die über die Schlucht gespannt sind, zu sehen. In Mitte dessen die Absprung Station. Mit einer Seilbahn, die wackelt wie Hulle, wird man zur Absprung Stelle gebracht. Ich dachte nur „Higway to Hell“. Bis dahin war auch noch alles In Ordnung. Dann aber mal den ersten Sprung des Kollegen verfolgt wird einem schon anders. Keine Chance zu überlegen. Seil an die Füße und runter. Seit spätestens Cliff Hänger, Mission Impossible und nicht zu Letzt seit der Cliff Werbung, weiß ich wie ich mich nun zu verhalten habe. Adler Flug nach unten. Absprung ist nicht. Doppeltsalto hab ich auch mal gelassen. Es ist nicht normal einfach in die Tiefe zu springen. Der angeborene Instinkt weigert sich und möchte eigentlich die Beine in die Hand nehmen und wieder einen Schritt zurück machen. Geht nicht! Vorne steht ein Schild mit dem Wegweiser nach unten. Hat bestimmt der Teufel aufgestellt. Also wenn nicht jetzt, wann dann. Arme hoch und los… Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh…
Das Wasser im Fuß, welches bisher kaum zu sehen war, kommt immer näher… Ich hatte beinahe das Gefühl ich kann gleich einen Schluck draus trinken. Bevor ich mir den Kopf aufschlagen konnte, zog mich das gespannte Seil mit voller Wucht wieder zurück. Noch einmal nach unten. Man, ab Morgen werde ich mich in der Werbebranche anmelden. Das Wasser zum zweiten Mal fast erreicht, spannt das Seil zum zweiten Mal und schleudert mich nach oben. Geübter Griff ans Linke Wadenbein und Seil nach Links weg ziehen. In die Sitzhaltung gedreht geht es langsam wieder per Lastenaufzug nach oben. Hätte ich keine Ohren, würde ich jetzt im Kreis Grinsen.
Oben bei den Grinsern angekommen, sind wir voller Adrenalin wieder zurück aufs Festland gebracht worden. Nach einer 30 minütigen Busfahrt sind wir wohlbehalten in Queenstown wieder abgesetzt worden.
Nun kommt der Hunger durch. Seit heute Morgen nichts mehr gegessen. Rasch rüber in die originale Hamburger Bude. Ein Schlange bis auf die Straße. Aber man muss hier mal gewesen sein. Gleich natürlich einen Doubel Cheesburger mit Pommes bestellt.
Da ich Morgen mit dem Bus nach Milford Sound fahre (6:30...nicht meine Zeit) und ich mich den Tag über selbst verpflegen muss, muss ich noch schnell einkaufen. Noch ein paar Worte schreiben und ab ins Bett.
Ich hab die Videos in Youtube hochgeladen. Viel Spaß.
Skydive: http://www.youtube.com/watch?v=zKUfXQCgv9M
Bungy: http://www.youtube.com/watch?v=kVszliXC3jc&feature=mfu_in_order&list=UL
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noch kein Held | | zum Helden gemacht | | fast ein Held | | gleichs Spanns... |
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Bild des Tages: Frei wie ein Vogel | | Wasser.... |
Tag 22: 02.03.2011 Milford Sound (Radpause, mit dem Bus)
Kaffeefahrt:
Mh. 5:45 Uhr ist wirklich nicht meine Zeit. Hab mir gestern extra für Heute Eier im Supermarkt gekauft. Wollte mir Eibrot auf die Tour mitnehmen. Der Gasherd, ohne elek. Zünder, hat mir da gleich heute Morgen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wo bekommt man morgens, kurz vor sechs, ein Feuerzeug oder Streichhölzer her? :-(. Würde man mit Adrenalin Feuer machen können, müsste ich nur mit den Fingern schnippen, so voll gepumpt bin ich noch. Also wieder Käsebrot! Diesmal mit Prie statt mit Emmentaler. Abwechslung muss sein. Der Bus bog pünktlich, kurz nach 6:30 Uhr in die Straße des Pinewood Backpagers ein.
Ich hab es fast befürchtet, als ich in Bus eingestiegen bin. Das Durchschnittsalter hab ich glatt mal um min 30 Jahre gedrückt. Wahrscheinlich liegt eine ganze Wagenladung Rollatoren im Gepäckraum, unten im Bus. Nur bitte jetzt nicht noch Wale gucken. Bin gespannt wie viel Heizdecken der Busfahrer mir andrehen möchte.
Jetzt erst mal zwei Stunden bis Te Anau schlafen. Zum Glück hat mein Kasi auch an die Abteilung „Klassik“ beim Aufspielen der Musik auf den Apfel gedacht. Früher hatte ich keine Ahnung von klassischer Musik. Heute wahrscheinlich auch noch nicht. Dennoch habe ich so viel durch meine Ex-Frau kennen gelernt, so dass ich für nicht mittlerweile entscheiden kann, was gut und schlecht ist. Oder besser gesagt, was mir gefällt und was mir nicht gefällt. Ein Rosenkavalier von Straus gehört nicht zu meinen Favoriten. Für mich war es bisher auch immer spannend Neues in diesem Fach kennen zu lernen. Zu mindestens weiß ich nun, welche Stimmfächer es gibt, z.B. lyrischer Sopran mit Koloratur… früher hätte ich zur Bedienung gesagt: „ Jop , nimm ich und bitte bringen sie mir noch ein Bier dazu“. Ich kann auch mitreden, wenn es um die Palmina oder um eine Sirene geht. Eine Gretel ist mir auch ein Begriff. Aber mit mir kann man ja nicht über dieses Fach sprechen. Ich würde es nicht verstehen. Tja, reden einfach miteinander sprechen, das hört sich so einfach an, ist es aber für einige Personen leider nicht.
Zwei Stunden später in Te Anau haben wir in einem Shoping Cener Halt gemacht. Einen Kaffee habe ich mir gegönnt, bevor ich kurz ins Internetcafe nebenan gegangen bin. Die etwas ältere Liga hat sich die Kaffeemaschinen und Heizdecken im Dreierpack angeschaut. Der Himmel ist dicht mit Wolken behangen und es regnet. Ab jetzt beginnt die für mich noch unbekannte Strecke. Geile Strecke. Schon bereue ich, dass ich nicht mit dem Fahrrad unterwegs bin. Auf der anderen Seite wäre es eine harte Tour gewesen. Über den über 1000 Meter hohen Pass, bei Regen und ca. 10 Grad. Links und rechts Schieferberge, die fast senkrecht in die Höhe steigen. Unzählbare kleiner Bäche, die sich den Weg durch das Gestein bohren und die teilweise als Wasserfall neben der schmalen Straße aufklatschen. Es kommt mir fast vor, als wären wir in Bregenz ins Öz Tal in Richtung Sölden abgebogen. (Unterschied, da hatten wir Party Mugge im Bus und das Durchschnittsalter wäre geringer...wesentlich). Wir fahren durch Gebiete, in denen die ältesten Bäume der Insel stehen. Über zweitausend Jahre alt. Ab durch den über 2 Kilometer langen Tunnel Richtung Milford Sound. Im Tunnel läuft das Wasser als wäre die Straße ein Flussbeet. Der Tunnel wurde im Jahre 1932 fertiggestellt, jedoch erst ca. 20 Jahre später, 1952 der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Aus dem Tunnel raus, eröffnet sich mir ein unbeschreiblicher Anblick. Schwarze, fast senkrecht stehende Felswände, die mit weißen Wasserfällen durchzogen sind. Die daraus entstandene Struktur des Felzen ist wie im Bilderbuch zu beschreiben. Manchmal komm ich mir hier vor, wie in einer Komödie. Der Busfahrer erzählt, dass sich jeden Moment auf der linken Seite eine schöne Aussicht auftun wird und was passiert. Alle Silberköpfe packen die Kamera aus und drehen sich nach Links. Rechts herum klappt das auch ganz gut. Der Japaner neben mir, hat mir bereits das Augenlicht rausgeblitzt. Muss mich gerade an die Mail von Maike über links- und rechtsdrehenden Bakterien erinnern. @Ralph: lass es dir von einer Spezialistin gesagt sein. Geradeaus schwimmende Flussbakterien gibt es nicht und schon gar nicht die, die den Landweg nutzen.
Kurz darauf sind wir in Milford Sound angekommen. Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich die Strecke mit dem Rad noch Mal fahren. Da ich aber leider zu wenig Tage habe und es zur Zeit sau kalt ist, kann ich hier nur den Tipp geben, wenn man es möglich machen kann, sollte man hier mit dem Rad hinfahren und auf dem Schiff übernachten.
12:20 Uhr Boarding Time auf dem Schiff. Nun kann ich die nächsten zwei Stunden nutzen, meine Käsebrote mit einer frischen Paprika zu essen, ein paar Worte zu schreiben und natürlich auch die fantastische Aussicht zu genießen. Heizdecken wurden bisher nicht angeboten. Jedoch Kaffee und Tee verteilt. Warme Getränke bei diesem Wellengang sind gar nicht so einfach einzunehmen. Sprünge über die vom Wind aufgewühlten Wellen bringen die Koordination der älteren Generation ganz schön durcheinander.
Hab, denke ich, ein paar super schöne Fotos schießen können. Irgendwas muss ich ja tun. Verdammt, Ich muss aufs Rad…. Es macht mich schon fast krank, hier herum zu sitzen. Ich habe wieder diese Unruhe in mir. Mein Körper hat sich komplett regeneriert und ist fit für die Westküste.
Im Gespräch mit der neben mir sitzenden Gruppe, hat sich herausgestellt, dass ich hier mit einem kanadischen Golfclub unterwegs bin. Aha, wieder KG’s. Nicht so hübsch, schnarren wahrscheinlich aber genauso. Beim Ausladen des Gepäcks, haben sich die vermeintlichen Rollatoren als Golfgepäck entpuppt. Man darf sich auch mal irren :-). Das könnte ich mir auch noch gut vorstellen. Als Silberfuchs in Neuseeland und sonst wo auf der Welt die Golfplätze abzugrasen und ein paar Buggies und Boggies zu schießen. Wie Anne schon sagte: „Muss nur die passende Partnerin dazu“. Golfbälle werden ins Loch gespielt und nicht gesungen. Das kann ich mit Bestimmtheit mit meiner bisherigen Erfahrung auf der Driving Range behaupten. Dann hat es sogar noch angefangen zu Hageln. Zum Glück hatte das Boot eine Kabine. Wieder zurück im Bus durften wir die frisch beschneiten Mountens auf der linken Seite, in Fahrtrichtung des Busses, begutachten. Ich war so müde, dass ich mir nur noch meinen iPod angestellt habe. Mittlerweile läuft „Lascia ch‘io pianga“ (Rinaldo von Händel) zum 10ten Male in der Wiederholungsschleife. Das ist so schön, gleichzeitig aber sehr schmerzhaft, da dies die letzte Oper war, in der ich sie in Kiel spielen sah. Also umschwenken auf "la triviada" von Giuoseppe Verdi. Auch schön zum Schlafen. Nach genau 12 Stunden, davon 9 Stunden Busfahren, waren wir wieder zurück in Queenstown. Es ist Schweine kalt geworden. Ich werde für Morgen alle warmen Klamotten, die ich dabei habe, rauslegen.
Mein persönliches Fazit: Milford Sound ist eine Reise wert. Wer es möglich machen kann sollte mit dem Fahrrad fahren. Wäre das Wetter ein wenig besser gewesen, hätte sich der Tag für mich gelohnt.
Nun die Strecke für die nächsten Tage planen, ist gar nicht so einfach, da an der Westküste gar nicht so viele größere Städte liegen.
Das skydiving Video wurde für alle europäischen Länder plus Australien gesperrt. Die spinnen doch. Das Video wurde mit Musik hinterlegt. Jetzt zicken die bei youtube bzg. Urheberrecht etc.. rum. Hab gleich mal Einspruch eingelegt. Tipp an alle: Kommt nach NZ. Hier funktioniert es :-)
@Uschi und Wolfgang: vielen Dank für eure Spende @Katrin: Action passt zu Dir. Auch Dir vielen Dank für deine Spende
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Milford Sound
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Bild des Tages: Heute hats geschneit...
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Tag 23: 03.03.2011 Queenstown => Wanaka (77 Km) "Marcel-Könige geben nie auf"
Heute muss ich erst Mal mit verschiedenen Berichtigungen anfangen:
1. Ich habe heute festgestellt, als ich neben meinem Fahrrad mein Eibrot zu mir nahm, dass ich nicht 21 sondern 27 Gänge habe. Ich habe nämlich eine 9er Kassette hinten drauf. Na ja, ob ich im 21sten oder im 27sten Gang den Berg bezwinge…. es tut trotzdem weh…:-)
2. Das Schwarze Lama (Mitbringesel für Simone und Arne) ist kein Lama. Es ist ein Alpaka. Alpakas werden hauptsächlich wegen der Wolle gezüchtet.
3. Mama und Baby Wal aus Kaikoura vom 12.2. sind keine Wale sondern Delphine.
Erster richtiger Pass.
War heute Nacht alleine im 4er Dome. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum ich um 8:30 immer noch geschlafen habe. Dummes Zeug die letzte Stunde zusammen geträumt und endlich dann gegen 9 Uhr aufgestanden. Diesmal hab ich mir eine andere Küche (Gasherd mit elek. Zünder) gesucht. Endlich wieder Frühstücksei und Eibrot für mein Mittag. Hab mir viel Zeit gelassen und war dann erst gegen 10:30 auf dem Rad. Eigentlich hatte ich nach dem saukalten Tag und der saukalten Nacht vermutet, dass ich heute mein Fahrrad unter 3 Meter hohem Schnee frei buddeln muss. Nein, das war nicht so. Strahlend blauer Himmel und es war schon richtig warm. Ich bin komplett in kurzen Rad Klamotten gestartet. Da heute nur 77 Kilometer anstanden war ich ziemlich relaxed. Hatte ein wenig Zoff mit meinen GPS. Eigentlich sind wir über die letzten Tage gute Freunde geworden. Seit ich dieses dumme Teil mit Lithium Batterien statt mit Alkali Batterien stopfe, muss ich auch nur noch jeden zweiten Tag und nicht zwei Mal am Tag die Batterien wechseln. Ich könnte jetzt auf den Unterschied dieser Batterien eingehen und etwas von spezifischer Energie und höherer Energiedichte erzählen… muss aber nicht… Gut, das blöde Ding wollte nicht so, wie ich wollte. Ich wollte erst Mal die Route Nr. six ca. 6 Kilometer hoch fahren, bevor ich in die Passstraße einbiege. Mein Kleiner wollte das schon früher und mir einen Umweg von min 10 Kilometer einfahren. Wer hier der Chef ist, hab ich ihm dann gezeigt. Ich hab ihn ausgestellt. Unten am Pass angekommen hab ich die Serpentinen schon gesehen. Puh, das sieht aus wie in den Alpen. Eine Serpentine an der anderen. Es war heiß, eine Flasche nach der anderen hab ich leer gezogen. Die Aussicht ist atemberaubend. Kurz bevor ich, nach ca. einer Stunde auf 1100 Meter angekommen war, hab ich meine Falschen noch an einem Wasserfall gefüllt. Hab kurz mal drüber nachgedacht, ob es neben den recht- und linksdrehen und den wenn-es-schnell-wird-aus-dem-Wasser-über-den-Landweg-gehenden Bakterien auch noch die skydivenden Bakterien gibt. Die springen dann kurz vor dem Fall ab und landen im ruhigen Wasser weiter unten am Wasserfall wieder sanft und springen dann wieder rein in die Pfütze. @Ralf wie findest du meine Theorie?
Oben angekommen, hab ich erst mal Mittag gemacht. Meine Jacke musste ich anziehen, da der Wind ganz schön über den Pass zog. Danach ging es eigentlich nur noch bergab. "Eigentlich" deshalb, da mir der Wind entgegenstand, so dass ich teilweise dachte ich fahr rückwärts. Zwischendurch bin ich mal wieder in einem genielaen Cafe abgestiegen und habe im windstillen Hinterhof meinen Kaffee mit zwei Neuseeländern aus Wellington genossen. Die sind extra wegen einer alten amerikanischen Band, die am Samstag in Queenstown auftritt, in der Gegend. Dann weiter gegen den Wind. Weiter 30 Kilometer und ich war am Wanaker See. Hier geht ein Wind, unbeschreiblich. Ich habe zwei Windsurfer auf dem See beobachtet.
@Daniel, Stephan: das erinnert mich an alte Zeiten am Urner See. (siehe:"http://www.youtube.com/watch?v=6eRAh8SY8v8")
Dann den nächsten backpapacker gesucht und früh ins Bett, da es Morgen endlich mal wirklich hart wird. Habe mit zwei Personen gesprochen, die den Weg bereits anders herum gefahren haben. Die hatten den Wind im Rücken. Die Westküste ist für den Wind bekannt. Das Wetter ändert sich viertelstündlich. Sonne, Regen, Sonne…. Mal sehen wie es wird. Auf jeden Fall will ich die frühen Stunden am Tag nutzen, da der Wind meistens erst gegen Mittag aufflaut und gegen spät Mittag wieder abflaut. Wie gesagt, wie es läuft weiß ich erst Morgen Abend genau. Also ab ins Bett und 8 Uhr auf dem Rad.
Gute Nacht.
P.S. Skydive Video geht jetzt. Man muss nur mal Einspruch erheben :-)
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Ab in die Passstraße... | | und den Pass hoch...
| | Wasser nachfüllen...
| | und wieder runter....
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Bild des Tages: Der Passbezwinger.... 1100 hm
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Tag 24: 04.03.2011 Wanaka => Haast (42 km) erster Versuch "Claudia & Michael "Seenzaubertour" "
Es kam wie es kommen musste.
In der Nacht hat es Mal wieder geregnet und gestürmt, so wie ich es selten bei uns zu Hause erlebt hatte. Ich hatte mir schon Plan-B für den nächsten Tag überlegt. In der Nacht hatte ich auch Zeit ohne Ende zu planen, da zwei von den vier weiteren Personen im Dome meinten wieder einen Wald abholzen zu müssen. Jim, der erst gegen drei Uhr heute Morgen vom Saufen kam, hat es auf den Punkt gebracht. Tritt gegen das Bett und schob gleich noch den passenden Spruch nach: „Hey man, shut up…you mother fucker“. Es half. Zu mindestens für die nächsten fünf min. Als ich fast wieder eingeschlafen war, fing er an, den nächsten Wald zu roden. So konnte ich mich voll auf das Toben des Sturmes konzentrieren. Als der Sturm nachließ muss ich wohl dann auch mal eingeschlafen sein. Punkt sieben Uhr, stand ich mit voller Power im Bett. Meine Beine wollten eigentlich den direkten Weg zum Bike nehmen. Mit viel mühe, konnte ich sie dazu bewegen, den Umweg zur Toilette und noch schnell in die Küche zu nehmen. Kein Lüftchen ging als ich gegen acht Uhr das Bike bestieg. Es war bereits warm. Verrücktes Wetter. Kalt, Regen, warm, windig… was denn nun? Macht mich noch verrückt. Noch kein Verkehr der mich in meinem Tun gestört hat. Noch keine“ Leusels“ dieser Welt, die meinen, mit ihren Trucks die armen Radfahrer zu attackieren. Oder die „Ralf“s die meinen, mit ihren Cabrios der Chef auf der Straße zu sein. @Ralf: fährt dein Carpio überhaupt 150 km/h? :-)
Nach wenigen Kilometer hab ich den See Hawea erreicht. Mal wieder musste ich alle hundert Meter anhalten und ein Foto knipsen. Ich bin mir wie Pantau vorgekommen. Zwei Mal um meinem Helm streicheln und kurz drauf klopfen und in das Postkartenmotiv abtauchen. Dreißig Kilometer bin ich in dieser Postkarte gefahren. Die gesamte Reise ist so gestaltet, so dass ich nie weiter als einen Tag planen kann. Das nenn ich mal Kreativität. Die Kreativen unter uns kaufen sich allerhöchsten einen silbernen Golf und meinen, wenn sie damit dann in den Urlaub fahren, wahrscheinlich nur an Timmendorfer Strand, da das Geld nicht weiter reicht, wäre das kreativ. Vor zwanzig Jahren hätte ich das auch cool gefunden.
Zwei Schwaben, die versucht haben bei Windstärke 10, mit ihrem Gaskocher heißes Wasser für einen Tee zu machen, hab ich beim Mittag am See getroffen. Wenn der Schwabe wüsste, wie viel Gas er dafür verbraucht hat, und das das wahrscheinlich der teuerste Tee in seinem Leben war, hätte er den Tee kalt aufgebrüht. Zwischen den beiden Seen angekommen noch zwei Kilometer und es geschah, was ich schon lange befürchtet hatte. Das Knacken war nicht zu überhören. Das Hinterrad hat sofort links und rechts in der Scheibenbremse angeschlagen. Das dadurch entstandene Schleifen war nicht zu überhören. Eine Speiche, die vor wenigen Tagen, bei meiner Panne mit der Gangschaltung angerissen wurde, war gerissen. Der Bike-Monteur in Dunedine, hatte mir bereits damals gesagt, dass die Speiche reisen könnte. Da haben auch die Glücksspeichen von Helli nichts gebracht. In der nächsten Haltebucht raus und erst mal den Schaden begutachtet. Scheiße! Es ist tatsächlich eine Speiche, auf der Seite der Ritzel Kassette. Zum Glück hab ich Spezialwerkzeug gekauft! Taschen abpacken, Rad raus, Achse rausgenommen und Spezialwerkzeug (Ritzelzieher) angesetzt. Dumm ist nur, dass sich die Ritzel-Kassette mitdreht. Mit Hilfe eines Geschirrtuches, hab ich vergebens versucht, die Kassette fest zu halten. Nach wenigen Versuchen war mir klar, dass werde ich nicht alleine beheben können. Meine nächste Station „Haast“ hab ich für mich in diesem Moment auch schon für den heutrigen Tag gecanceled. Also was tun? Das nächste Auto angehalten. Hatte dem Fahrer, er kam aus den Staaten, erklärt was das Problem ist. Wie heißt unser Slogan: „Shared the Power“. So shareden wir diese. Ich, mit voller Kraft versucht das Ritzel mit dem Geschirrtuch zu halten und er hatte mit dem Engländer (nein, keiner von der Insel) und später noch mit der Zuhilfenahme der Kombizange, die er als Hammer verwendete, versucht die Verbindung zu lösen. Keine Chance! So verabschiedete ich mich von dem hilfreichen Amerikaner. Also was tun. Ohne Transport komm ich hier nicht weg. Haast liegt 100 Kilometer weiter und ist ein 300 Seelendorf. Wanaka ist touristisch und um einiges größer. Da wird es schon Bike Shops geben. Aber ich muss wieder zurück. Entschluss gefasst! Zurück nach Wanaka. Den nächsten Kleinbus, den ich angehalten hatte, war der von Walter und Isabell aus Österreich. Beide richtig nett, haben mich natürlich mitgenommen. Wir hatten uns bestens unterhalten. Walter hatte eine eigene Business Consulting Firma, die er verkauft hat und nun mit Isabell die nächsten Jahre nach NewYourk ziehen wird. Wie geil ist das denn? Da er im CRM Bereich tätig ist, hab ich mich gleich angeboten… Keine Angst, ich komme wieder zurück. So ein geiles Team gibt es nicht ein zweites Mal. Weiterhin habe ich von den beiden erfahren, dass man in Franz Josef Heli-Hiking machen kann. Cool, mal drei Stunden auf dem Mount Coock rum zu hiken… Mal sehen was der Tag in Franz Josef so bringt.
Wieder zurück in Wanaka, gleich den nächsten Bikeshop angesteuert. Tatsächlich mussten alle Speichen auf der Seite des Ritzels ausgetauscht werden. In der Zeit der Montage hab ich mich mal wieder um eine Übernachtungsmöglichkeit gekümmert. Bin wieder im gleichen Backpacker, aber diesmal in einen Dome neben an, untergekommen. Bisher teile ich das Zimmer mit zwei Lappländerinnen. Auch nett. Mal gucken wie die sich heute Nacht zu benehmen wissen.
Nach einer Stunde konnte ich mein repariertes Rad entgegen nehmen. Krümel geht’s auch wieder besser. Hatte mal wieder einen Schock, der Arme. So jetzt kann ich den Tag genießen. Der Wind ist wieder so stark wie gestern, so dass ich fast auf die Idee komme, mir hier ein Surfbrett (Windsurfen) auszuleihen. Konnte aber auf die Schnelle keinen Shop dafür finden. Sitze nun in der Sonne (windig aber warm) bei total verrückten und durchgeknallten Leuten, im Hintergrund gute Mugge und verschlinge meine vegetarische Pizza. Mhhh, noch ein Kaffee und das Leben ist schön.
So Morgen ein neuer Versuch Haast zu erreichen. Abtauchen in das Postkartenmotiv und versuchen nicht wieder so früh wie heute aufzutauchen.
Dont Worry, be happy, so konnte ich einen entspannten Mittag in Wanaka genießen, nette Leute kennen lernen und noch ein wenig, in der fast schon zu heißen Sonne, flezen.
Habe für den Tag heute eine Pannenprämie statt einer Plattenprämie in Höhe von 10 Euro vergeben.
weiter Fotos siehe [43-45] im fotoalbum.
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Postkartenmotiv morgens 9:00
| | Postkartenmotiv
| | Schwaben beimTeekochen
| | Der Übeltäter
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Bild des Tages: Walter und Isabell - die Marcus Retter
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Tag 25: 05.03.2011 Wanaka => Haast (142 km) zweiter Versuch "Manuela & Sascha -Rechts ist Gas!"
@Anja: Alles, Alles liebe zu Deinem Gebutstag. Lass dich feiern.... ein dreifaches Hoch nur für Dich
Manchmal braucht es einfach einen zweiten Versuch.
Wie soll es anders sein. Es hat die Nacht wieder gestürmt und geregnet als wenn der da oben etwas gegen mich hätte…. der Auch? Punkt sieben Uhr, meine gewohnte Zeit, lieg ich wach im Bett. Ich höre wie der Regen auf das dünne Wellblechdach des backpackers rasselt. Es ist so schön warm im Bett und draußen ist es nass und kalt. Die Nacht war es ausgesprochen ruhig, trotz sieben Personen im Zimmer. Fazit: Kanadierinnen => nein, Läppländerinnen => ja. Zu mindestens was das miteinander schlafen, in getrennten Betten natürlich, betrifft :-).
Was hilfts. Erst mal Frühstück und dann mal sehen was der Tag so bringt. Am Abend zuvor habe ich mit Ilze und ihrer Freundin noch ein Video zusammen geschaut. Eigentlich hab ich mehr geschlafen, ist hoffentlich nicht aufgefallen. Ich habe aus Spaß beim Verabschieden gesagt, wer Morgen um sieben Uhr dreißig mit mir Frühstückt, bekommt Rührei und einen Kaffee. Ilze hat es wahrgenommen. Da ich eh gerade für mein Launch das Eibrot am Braten war, habe ich gleich Mal zwei Eier mehr in Pfanne geklatscht. Dazu einen Kaffee. Man, so eine 22 jährige Lappländerin, lebend in Irland, kann man da schon beeindrucken. Mittlerweile hat Petrus auch die Gießkanne eingepackt und hat an machen Stellen bereits die Wolken weggezogen, so dass der strahlend blaue Himmel dahinter teilweise zu sehen war. Ja! Es war die richtige Entscheidung aufzustehen. Schnell zusammen packen und aufs Rad. Punkt 8:15 Uhr bin ich los. Die ersten vierzig Kilometer kenn ich bereits. Daher schnell durch um Neues zu entdecken. Trotz dass ich bereits gestern die Strecke gefahren bin, wirkt sie heute, bei dem doch noch sehr bedeckten Himmel, düsterer. Die Stille die sich um mich verbreitet hat, ich denke das liegt daran, dass heute Samstag ist und keine LKWs fahren, ist sehr beruhigend. Einzelne Sonnenstrahlen schaffen es, sich durch die dicke Wolkenschicht zu drücken und ein tolles Farbenspiel auf dem Hawea See zu veranstalten. Wieder tauche ich ab in ein Postkartenmotiv, nur diesmal in ein etwas Düstereres. Aber so schön.
Der See leuchtet teilweise so hell, so dass man denken könnte Kapitän Nemo feiert mit seiner Nautilus und dem gesamten Seevolk eine Party. Die Eindrücke sind mit meiner Kamera nicht einzufangen. Es ist schon schwierig diese in meinem Kopf zu behalten. Die ersten vierzig Kilometer hab ich kaum angehalten. Weiter und weiter. In der nächsten Ortschaft wollte ich kurz Mittag machen und einen Kaffee trinken. Ein Schild mit dem Hinweis „Makaror 17 Km“ kam mir gerade recht. Mittag bei ca. 60 Kilometer ist perfekt. Also weiter. In Makarora angekommen, steht da“ zum nächsten Café 10 Kilometer“. Die spinnen doch! Nein! Jetzt hab ich Hunger und jetzt ist Lunchtime auch ohne frischen Kaffee. Hab fast alles aufgefuttert was ich dabei hatte. Das Wetter hatte bis dato soweit aufgeklart, so dass ich ohne Jacke weiter fahren konnte. Frisch gestärkt wieder auf das Bike, mit dem Gedanken, in 10 Kilometer noch einen Kaffee nach zu schütten. Der Gedanke war gut. War leider für mich nicht umsetzbar. Von Weitem schon hab ich zwei riesen Busse gesehen. Da waren sie wieder die Silberfüchse. Haben den gesamten Laden blockiert. Schlimmer als bei einer Tupperware Veranstaltung? Keine Chance hier die nächste Stunde überhaupt nur die Kassiererin zu sehen. Also auf Kaffee verzichten. Wasserfalschen auf der Toilette füllen und weiter.
Aus der einen Postkarte aufgetaucht, abgetaucht in einer Postkarte die sich komplett von der anderen unterscheidet. Keine Seen, keine kahlen Berge oder grünen Wiesen mit Schafe. Eine Flora, wie ich sie hier auf der Insel bisher nicht gesehen habe. Bäume, Büsche und Sträucher, wie ich sie zuletzt im Amazonas gesehen hatte. Die Bäume waren so hoch und so dicht an der Straße, so dass die Sonne teilweise nicht durch kam. Ich musste die Jacke anziehen, da der Wald eine feuchte Kälte auf die Straßen schmiss. Bin mitten durch den Mount Aspiring National Park geradelt. Die Fahrt hat bestimmt zwei Stunden gedauert. Zwischen durch bin ich links zu den „blue Pools“ abgebogen. Das war ein Tipp von Walter und Isabell. Eigentlich ein Wanderweg für 15 Minuten. Geht aber auch mit Fahrrad. Musste mal kurz absteigen und das Fahrrad ca. 10 Stufen eine Treppe hochtragen. Die Pools waren leider gar nicht so blau. Eher graugrün. Dennoch eine schöne Gegend und ein Genuss über die engen, frei schwingenden Brücken zu gehen.
Wieder zurück auf der Straße kam der Haas-Pass. Kurz mal die Jacke aus und rauf da. Das war doch kein Pass! Ich hoffe da kommt noch mehr. Meine beiden Beine ziemlich beleidigt in den Pedalen hängend gings schon wieder bergab. Bevor ich aber nach unten gefahren bin, hab ich mich auf dem Pass noch einen halbe Stunde in die Sonne gelegt. Die Sonne konnte ich bis dato fast nur auf der anderen Straßenseite sehen. Ich bin fast nur im Schatten gefahren, da die Sonne bereits in einem Winkel am Himmel stand, mit dem sie meine Straßenseite nicht erreichen konnte. Der Hasst River rechtsseitig von mir, formte sein Flussbeet durch die Natur. Teilweise hatte ich einen fantastischen Blick auf den zugeschneiten Mount Cook. (siehe Foto). Nach unzähligen Wasserfällen, Bäche und Flüsse zogen sich die gerbirgsartigen Berge zurück.
Wieder im Flachland angekommen war sofort das Küstenfeeling wieder da. Dieser grase Wechsel von bergig zu flach war, als wenn die Sonne gerade zum zweiten Mal heute aufging. Einen blauen Himmel ohne Wolken. Ein fast ausgetrocknetes Flussbeet und die Küste schon greifbar nahe. Noch ca. zehn Kilometer und ich habe Haast erreicht. Erst noch mal eine Pause und die letzte Banane reinschieben. Ich muss die neu erlangte Freiheit genießen. Mir kommt es vor, obwohl die letzten Stunden unbeschreiblich schön waren, dass ich nun wieder in einer anderen Freiheit bin.
Nun noch ein wenig die Beine ausradeln und pünktlich zum Abendessen 18:30 Uhr nach 142 Km in Hasst eingerollt. Ich musste erst mal nachfragen, ob das Hasst ist. Sieht hier aus wie ein etwas größerer Campingpaltz. Das Hotel, Motel, Campingplatz, Jugendherberge und das backpacker teilen die gleiche Einfahrt und auch das gleiche Gebäude. Komisch, ist aber so. Muss hier nur schlafen und Morgen weiter. Geplant habe ich nach Franz Josef zu fahren. Ist einen kleinen Tacken mehr wie heute. Fox Glacier liegt ca. 25 km zuvor und da soll man Eisklettern können (kann man in Franz Josef auch, ist aber überlaufen). Den Tip habe ich von meinem Zimmergenosse bekommen. Ein Franzose der in Sydney wohnt. Mhh, das wäre doch auch mal eine Herausforderung. Ausrüstung kann man komplett ausleihen und ist nicht so überlaufen wie in Franz Josef. Franz Josef soll eine nette Stadt sein. Da möchte ich vielleicht mal wieder zwei Nächte bleiben.
Die Strecke Morgen wechselt sich ab, zwischen Küste Straße und Straßen im Landesinnere. Wie immer mal sehen was der Tag so bringt.
weiter Fotos siehe [46-48] im Fotoalbum I.
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Farbenspiel auf dem Hawea See | | Leuchtfeuer im Sea Hawea | | Mount Aspiring National Park | | Brücke zu den "blue Pools" |
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Bild des Tages: Blick auf den Fox Glacier |
Tag 26: 06.03.2011 Haast => Fox Glacier (120 km) "Agatha Tour"
Und wieder etwas anders gelaufen wie geplant.
Heute Morgen hat meine Müdigkeit den Höhepunkt erreicht. Hätte das Kaiserwetter nicht bereits draußen auf mich gewartet, hätte ich dem “early bird“ heute mal richtig in die Schnauze gehauen.
Zum Glück mach ich morgen eine Rad Pause. Da der Supermarkt gestern Abend nicht viel hergab, konnte ich heute Morgen auch kein großes Frühstück und ganz zu schweigen ein ausreichendes Mittagsbrot richten. Daher gabs heute ein super schnelles Frühstück und pünktlich viertel nach acht saß ich auf dem Rad. Der fast wolkenlose Himmel strahlte bereits zu dieser Tageszeit, als wäre es nie anders gewesen. Dennoch war es kühl. Bin mit meiner Jacke losgeradelt. Nach ca. fünf Kilometer habe ich Diana getroffen. Diana habe ich nun bereits zum zweiten Mal getroffen. Das erste Mal vorgestern, kurz bevor ich „die-mit-Gas-bei-Windstärke-10-kochenden-Schwaben“ getroffen hatte. Sie ist eine Bikerin durch und durch und ist mit einem Sport Klapprad unterwegs. Sieht cool aus und fährt auch gut. Beim ersten Mal hatten wir nur kurz miteinander gesprochen, da ich noch bis Haast fahren wollte, sie nur bis in die Hälfte, hatte ich mich schnell von ihr wieder verabschiedet. Aber wie es ist, man trifft sich immer zwei Mal im Leben, denk daran! Sie ist auch in der IT Branche tätig, daher konnten wir uns lange Zeit über gewisse Themen austauschen. Diana hat auch ihren Mann vor Jahren verlassen. Somit waren die weiteren Stunden mit Inhalt gefüllt. Über „Werte“ im Leben und Gründe warum Menschen solche Entschlüsse fassen haben wir lange gesprochen. Die Frage nach dem „Warum?“ kann ich mir immer noch nicht beantworten.
So vergingen die Stunden. Die Landschaft veränderte sich halbstündlich. Einmal Küste, einmal ein traumhaftes Hinterland. Teilweise konnte man die Landschaft mit der Schwäbischen Alp vergleichen. Das Wetter hat sich nicht geändert. Es war den ganzen Tag einfach nur großartig. Beim ersten Berg hab ich die Jacke ausgezogen und dabei blieb es auch den ganzen Tag. Ich hab die in Summe, knappen 1000 hm kaum bemerkt, da das Rad und die Beine fast von alleine bei diesem Wetter liefen. An schönen Aussichtspunkten haben wir unsere Pausen eingelegt. Jedoch nicht lange, da die Sandfliegen uns fast auffraßen. Die Westküste ist für Sandfliegen bekannt. Sandfliegen sehen aus wie kleine Obst Fliegen, sind aber bissig wie Piranhas. Zerklascht man sie an der Wade, nachdem sie bereits gebissen haben, so spitzt das Blut. Ich habe Leute gesehen, die sehen aus als hätten sie die Masern. Wir sind Küstenabschnitte gefahren, da war so viel Holz angespült, ich glaube da könnte man Hamburg einen ganzen Winter damit heizen. Viele Leute haben, an einem Pausenplatz an der wir hielten, ihre Steine mit Wünschen und Sprüchen hingelegt (siehe Foto). Ein Spruch hat mir besonders gut gefallen: „The only regrets you have are the risk you don`t take”. “You only live once!!!” .
Der Wind war Heute auch auf unserer Seite bzw. fast im Rücken. Diana wird in Fox Glacier bleiben, sprich nicht die zwei Pässe nach Franz Josef Glacier mitnehmen. Da gestern mein Zimmergenosse bereits erwähnt hat, das Fox Glacier ein nettes Örtchen zum nächtigen ist und dies auch nicht so touristisch ist hatte ich mich schnell dafür entschieden auch dort zu nächtigen. Es wäre auch nicht mehr für mich möglich gewesen, die zwei Pässe heute zu fahren. Das ist wie beim Spinning. Richtet man sich darauf ein, zwei Stunden zu fahren ist das kein Thema. Fragt der Trainer fünf Minuten vor Schluss der ersten Stunde, wer noch Lust hätte eine Zweite zu fahren, ist das meistens nicht möglich. Das ist eine reine Kopfsache.
Die Westküste ist Einmalig in dem was sie an Natur und Wetterzonen bietet. Auf der einen Seite fährt man an einer Küste mit fast weisem Strand entlang. Ein bisschen weiter im Landesinneren hat man eine Flora wie im Regenwald und dreißig Kilometer weiter ist man am Gletscher Ground des Mount Cook. Abgefahren! In Fox Glacier werden viele Freizeitaktivitäten rund um den Gletscher angeboten. Der Gletscher ist hier die Attraktion. Es gibt halbtags Touren, ganztags Touren aber auch Helli hiking. Die halbtages Touren wandern nicht ganz so hoch und somit besteht die Gefahr, keine Eishöhlen zu sehen. Ich möchte unbedingt in eine Eishöhle. Da der Gletscher sich ca. einen Meter am Tag fortbewegt, kann man nie genau sagen, ob man auf eine Eishöhle trifft. Die Ganztages Tour ist mit zu lang. Fast acht Stunden. Weiterhin habe ich die Befürchtung, dass ich die nächsten Tage Muskelkater vom Wandern im Eis habe und ich nicht meine Tour fortsetzen kann. Daher habe ich mich für das Heli Hiking entschieden. Der Heli fliegt an den Obersten Punkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dort die Eishöhlen gebildet haben, ist am höchsten. Wir werden ca. drei Stunden im Eis wandern. Dann wieder im Helli zurück. Freue mich jetzt schon auf den Flug, da ich bisher noch nie in einem Helli gesessen habe.
Am Mittag gegen 17 Uhr werde ich mich mit Diana wieder treffen. Wir wollen an den Spiegel See mit dem Fahrrad fahren. Ist nicht weit. Dort spiegelt sich bei schönem Wetter am späten Nachmittag der ca. 3400 Meter hohe Mounts Cook auf der Wasseroberfläche, so dass kein Unterschied zum Original zu sehen ist. Die Wanderung um den See dauert ca. eine Stunde. Somit wäre das der perfekte Pausen Tag.
Morgen werde ich bis Franz Josef fahren. Das sind nur ca. 30 Kilometer, aber mit zwei Pässen. So sollte ich gegen Mittag ankommen und kann dann auch noch einen halben Tag Franz Josef genießen. Ich werde versuchen im „Alpine Glacier Motel“ bei Shelley`s Bruder abzusteigen. Dave und Shelley hatte ich kurz nach ihrer Hochzeit auf dem Weg zum Lake Tekapo getroffen. Mal sehen ob ich da Prozente bekomme.
Nach dieser Pause werde ich dann auf direktem Wege der Route Six (ca. 3 Tage) nach Abel Tasman folgen. Abel Tasman soll einer der schönsten Nationalparks in NZ sein. Dort möchte ich noch wandern und Kanufahren bevor ich über Picton und den Malborosound auf die Nordinsel verschwinde.
Wir sind hier in einem sehr gemütlichen Backpacker untergekommen. Mein verdientes Steak (da ich Morgen nicht Radfahre) habe ich mit einem reichhaltigen Salat bei Abendsonne im Garten genossen. Trotz gefühlter „easy Tour“ bin ich müde wie Hulle. Werde heute früh schlafen gehen.
Werde mir bei „Lascia ch‘io pianga“ über folgende Worte noch Gedanken machen: „You meet people for – a reason, - a season or a liftime"
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Aussicht auf die Westküste | | Westküste | | Wünsche und Sprüche auf weisen Steinen | | unzählige Brücken... |
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Westküste | | Spruch des Tages | | angeschwemtes Holz |
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Bild des Tages: "Natur pur" |
Tag 27: 07.03.2011 Fox Glacier (Rad Pause)
Perfekt ausgenutzter Tag.
Und wieder hat ein neuer Tag begonnen. Trotz dass ich heute eigentlich ausschlafen konnte, bin ich 6:30 aufgestanden und hab mir einen Kaffee gemacht. Samt Kaffee und Netbook hab ich es mir in einer Ecke in der Küche gemütlich gemacht und mein Tagebuch geschrieben. Es ist interessant, wie so ein backpacker morgens zum Leben erwacht. Bis ca. zehn Uhr war in ganz Fox Glacier kein Strom. Zum Glück haben wir hier einen Gasherd. Zu beobachten, wie jeder Zweite sich anstellt, diesen mit Streichholz statt mit elk. Zünder anzuzünden macht schon Spaß. Diana ist bereits 9 Uhr schon auf die Ganztageswanderung rauf auf den Gletscher. Ich habe erst kurz vor zwölf den Termin.
Schön mit einem zweiten Frühstück im Bauch hab ich mich gegen halb zwölf zum Office vom Heliflight gemacht. Wir waren ca. 12 Leute. Mit einem Bus von 1928 (Gründungsjahr des Unternehmens) wurden wir auf den 5 Km weiteren Heliplatz gefahren. Der Fahrer muss gute Oberarme haben. Diesen Bus mit dem überdimensionierten Lenkrad zu steuern ist schon eine Herausforderung. Dort angekommen, wurden wir erst mal eingewiesen, wie man sich in der Nähe und im Heli zu verhalten hat. Dann haben wir Schuhe und dicke Socken bekommen. Mit meiner kurzen Armi Hose (die mittlerweile sogar wieder mit dem original Knopf rutscht) sieht das schon sehr professionell aus. In zwei Gruppen zu je 6 Leuten wurden wir nach oben auf den Gletscher geflogen. Ich weiß nicht genau was ich mir unter Helifliegen vorgestellt habe, aber es war anders. Es ist einfach nur ein schweben. Kein drücken und rütteln, einfach nur frei in der Luft. Auch das Fliegen kommt einem nicht so schnell vor, ganz im Gegenteil, ich hatte teilweise das Gefühl, dass wir einfach nur in der Luft stehen. Neben dem Pilot sitzend, vorbei an Wasserfällen, die im Gletscher verschwinden, bis hin zum Landeplatz. Angekommen auf dem Fox Gletscher haben wir uns noch Krallen an die Schuhe gebunden. Mit Gepäck gings los auf eine ca. 2 Stündige Wanderung. Die Wanderungen sind generell so ausgelegt, so dass man von 10 – 80 Jahre jeder mitwandern kann. Also nichts Wildes. Aber sehr interessant. Es ist nicht kalt, dennoch ist es angenehm eine Jacke anzuhaben. Die Jacke solle auch ein bisschen Wasser abkönnen, da es in den Eishöhlen ziemlich feucht von oben und von unten ist. Die meisten sind durch den kleinen Bach (Knie hoch) in der Eishöhle gewandert, trotz dass unser Guide „Amanda“ kleine Tritte ins Eis geschlagen hatte. Ich habe versucht (und war auch erfolgreich) nicht bis zu den Knien im Eiswasser zu stehen. Immer zu zweit ist man in eine Höhle gegangen. Hier habe ich mich mit Gahjoung aus Korea angefreundet. Wir sind im gleichen Backpacker untergebracht und haben uns beim Frühstück bereits gesehen. Fotosession unter hellblauem Eis war Pflicht. Das hat etwas mit der Lichtbrechung zu tun. (Lufteinschlüsse und Medium Wechsel etc..).
Nach 2,5 Stunden Wanderung war dann aber auch wieder genug. Die Sonne knallt da oben doch ganz gut. Die kalte und reine Luft macht einen auch etwas matschig. Punkt 15:30 Uhr hat uns der Heli wieder am Ausgangspunkt der Wanderung abgeholt. Mit einem genialen Blick in Tal sind wir wieder wohlbehalten unten abgesetzt worden.
So jetzt hab ich Hunger. Nudeln sind mal wieder angesagt, da ich morgen radfahre, nicht lange aber hoch. Also gleich mal ab in Supermarkt und alles für Käse Nudeln mit Ei einzukaufen. Klingt langweilig hab aber einen richtigen Heißhunger darauf. Gahjoung ist auch in Supermarkt und hat sich mit Junkfood eingedeckt. Ich habe sie zum Kochen eingeladen. So habe ich wenigstens Unterhaltung beim Schnippeln des Salates gehabt. Nach dem Essen erst mal duschen und ein wenig Schreiben. Der Tag hat mich müde gemacht, so dass ich erst mal eine Stunde schlafen musste, bevor ich überhaupt den Rechner aufklappen konnte.
Morgen geht’s nach Franz Josef (benannt nach dem gleichnamigen Gletscher der wiederrum nach dem Kaiser von Österreich und König von Ungarn benannt wurde). Ich sollte bis Mittag da sein, so dass ich Franz Josef noch ein wenig genießen kann.
Link zum Heli Flug: "http://www.youtube.com/watch?v=xy0zrS6yQ1Q", sorry Daniel, musste sein..:-)
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Helii m Eis | | bis oben sind es ca. 4 Km | | ICE AGE 3 1/2 | | Man bin ich blau |
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Bild des Tages: Yeti 2011 |
Tag 28: 08.03.2011 Franz Josef Glacier (fast Rad Pause) " Ralf`s Tour"
Es war schneller vorbei als gedacht.
Türen und Fenster waren abgesperrt, so musste er nun zu jemand anders, der arme Vogel. Gegen 8:30 Uhr bin ich dann doch mal aufgestanden. Bis ein Uhr heute Nacht hatte ich noch mein Heli Video in Youtube hochgeladen. Beim Frühstück hatte ich eine Backpackerin aus Hamburg getroffen, die es eilig hatte auf den Bus zu kommen. Sie kam gerade vom“ Lake Matheson „ (der Spiegelsee). Da ich gestern zu müde war, um noch dorthin zu gehen, habe ich spontan den Entschluss gefasst, dieses noch zu tun. Schnell das Frühstück reingehauen und ohne Gepäck und Radklamotten auf zum 6 Kilometer entfernten See. Eigentlich darf man den Rundweg am See nur bewandern. Egal, bin mit dem Rad rum. Die Ausblicke und die Natur waren mal wieder umwerfend. Es war zwar bewölkt, dennoch hatte ich das Glück, dass es windstill war und dadurch der See so ruhig, dass sich seine Umgebung darin spiegelte. Ca. 30 Minuten habe ich mich am See aufgehalten. Dann wieder zurück, packen, zweites Frühstück und los. Es sind zwar heute nur ca. 30 Kilometer, dennoch sind zwei Pässe drin und Franz Josef möchte ich auch noch ein wenig genießen. Eibrot für den Mittag hatte ich bereits am Morgen zubereitet.
Endlich auf dem Rad und in den Bergen. Da ich kurz vor der Abfahrt noch von der Rezeptionsdame im Backpacker gewarnt worden bin, dass da zwei heftige Pässe sind, hatte ich mich auf heftige Berge eingestellt. Die kamen nicht. Konnte mein gesamtes Repertoire hoch und runter singen. Natur war schön, aber keine Herausforderung. Nicht mal meine Eibrote konnte ich essen war Franz Josef schon da.
Erst mal das „Alpine Glacier Motel“ von Sherlys Bruder Billy aufgesucht. Am Empfang saß Mark, der Mitstreiter von Billy. Ich habe ihm erklärt, dass ich Sherly und Dave kurz nach ihrer Hochzeit am Lake Takeapo am 18.2 getroffen hatte. Im Internet habe ich die Bilder von den Beiden gezeigt. Wir haben uns köstlich amüsiert. Später kam Billy noch dazu. Ich denke wir hatten uns fast eine Stunde unterhalten. Da es aber ein Motel war und ich mich mittlerweile an das abendliche Backpackerprogramm gewöhnt habe, habe ich mich für das Backpacker und gegen das Motel entschieden. Habe mich erst mal auf eine Coach im Aufenthaltsraum geflezt und Wild Hogs mit ein paar anderen angeschaut.
Gegen vier bin ich los. Wollte ein wenig Franz Josef erkunden. Ehrlich gesagt gibt es außer Gletscher Aktivitäten hier auch nicht viel. Da ich bisher noch keine echten Kiwis gesehen hatte, bin ich in so einen „Wild Life Centre“ gegangen. Die 23 NZ$ hätte ich mir sparen können. Erst ein Movie über die Geburt von Kiwis, dann weiter zu drei Nestern, von dem nur eines bewohnt war. So ein blödes Vieh, hat sich die ganze Zeit nur geputzt oder sonstige Wartungsarbeiten am Gefieder vorgenommen. Es ist dadrin fast dunkel, da die Teile auch noch lichtscheu sind. Fotos darf man nicht machen sonst fliegt man raus (wurde mir beim Bezahlen gleich angedroht). Nächster Raum, Movie über die Entstehung des Gletschers und ein Video über Delphinswim. Cool, und dafür habe ich nur 23 NZ$ hingeblättert. Naja nach guten 10 Minuten war ich wieder raus. Ich hatte mir, bevor ich los ging, Badesachen eingepackt. Es gibt hier in Franz Josef heiße Quellen. Jetzt ist das aber nicht so, wie bei uns im Süddeutschen, dass das Wasser warm bzw. heiß aus dem Boden kommt und noch ein wenig schwefelhaltig ist. Nein, es ist Gletscherwasser, welches geheizt wird. Drei Becken werden angeboten. 36°, 38° und 40°. Natürlich im Freien. In Summe ist das sehr angenehm. Nach anderthalb Stunden und schrumpeliger Haut bin ich wieder aufs Rad Richtung Supermarkt geradelt. Zur Abwechslung gibt’s heuite wieder Steak mit Salat.
Nun geht’s an die Planung für die nächsten Tage. Ich möchte versuchen, in den nächsten drei Tagen den Abel Tasman zu erreichen. Die Herausforderung auf dieser Strecke sind die mangelnden Übernachtungsmöglichkeiten.
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Lake Matheson | | Lake Matheson | | Lake Matheson | | Hot Pools |
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Original oder nicht? | | Original oder nicht? |
Tag 29: 09.03.2011 Franz Josef Glacier => Hokitika (131 Km) "Leidenstour"
Gefühlsschwankungen.
Warum? Warum gibt es in meinem Leben Tage wie den 15.11. oder den 4.1. Warum? Diese Gefühlsregung wurde heute Morgen eigentlich durch eine lieb gemeinte Mail ausgelöst. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich in eine Zeitmaschine zurück zum 4.1.2011 gebeamt worden und habe einer der schrecklichsten halbe Stunde in meinem Leben immer und immer wieder durchlebt. Zum Glück ist Kilometer vierzig ein kleiner Pass gekommen. Ich hab alles gegeben was ich konnte. Danach war eigentlich die Welt wieder in Ordnung. Noch ein Kaffee und es wäre alles gut. Maike hat die Biochemische Phase mit ihren endorphinen, serotoninen, cortison, adrenalin und noradrenalin gut erklärt. Hilft aber alles nichts. Wer hat die Scheiße eigentlich erfunden?
Mei Kleiner Freund, hat mich heute mal wieder auf Abwegen gebracht. "Rechts ab" hat er mir gesagt. Ich hätte nicht auf ihn, sondern auf das Schild „No Exit“ hören sollen. Aber ich hatte Zeit. Nach ca. 2 Kilometer stand ich vor einem ausgetrocknetem Flussbeet. Also nichts wie durch. Wenige Meter danach wurde mein Weg durch einen elektrischen Weidezaun gekreuzt. Mutig wie ich bin, hab ich die Sache erst mal umverdrahtet und weiter gings. Hoffentlich steht kein Bulle auf der Weide. Am anderen Ende der Weide angekommen, musste das Rad über ein Weidezaun drüber. Also Gepäckabspannen, Rad drüber und alles wieder aufsatteln. Zeit werde ich nicht eingespart haben. Schön wars aber.
Auf der rechten Seite, in Richtung Fanz Josef, stand Jammie aus Manchaster ziemlich hilflos. Er hatte Probleme mit seiner Gangschaltung. Ich als "mittlerweile-Profi-Gangschaltungreparierer" habe mit ein paar gekonnten Handgriffe das Ding wieder zum Fliegen gebracht. Da strahlt der Engländer (siehe Bild). Jeden Tag eine gute Tat. Meine war Heute getan.
Das Wetter war perfekt. Fast wolkenfrei mit ein wenig Seitenwind rollte es wie Hulle. Irgendwie habe ich mir einen Wurm eingefangen. Ich meine einen echten Ohrwurm. Pippi Landstrump. „2 x 3 macht 4 Widdewiddewitt und Drei macht Neune !! Ich hab ein Haus, ein kunterbuntes Haus ein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus…..“ die Lücken im Text konnte ich gekonnt mit einem Pfeifen umgehen.
Kilometer 60 bin ich in einem kleinen Café abgestiegen, da ich Hunger hatte. Mein super geilen Bananen Cake mit einem Kaffee“ long black“ habe ich mit zwei netten Schweizerinnen in der Sonne genossen. In zwei Wochen werden Sie weiter nach Brasilien nach Iguazu fliegen. Da war sie wieder menie Vergangenheit. Plötzlich stand Diana da. Sie ist heute Morgen etwas später in Franz Josef los. Wir hatten uns kurz unterhalten. Ihrer Mutter geht es nicht gut und ich habe ich auch kurz von der Mail erzählt. 5 Minunten sind wir zusammen gefahren, bis wir uns auf weiteres getrennt hatten, weil ich wieder Gesichter optisch verändern musste. Ich habe in die Pedale gehauen wie kein anders Mal. Ross, geplant war hier zu nächtigen, hatte ich gar nicht wirklich wahrgenommen. Ich wollte weiter. Also nächste Ortschaft, Hokitika. Klingt schon besser und ich habe noch dreißig Kilometer um mich auszutoben. In Ross habe ich mich noch kurz gestärkt. Bis dato hatte mich Diana wieder eingeholt. Die letzten 30 Kilometer bis Hokitika sind wir dann wieder zusammen geradelt. Die Straße führte uns parallel am Strand der Westküste entlang. Die Berge waren im Hintergrund unter einem, mit grauen Wolken bepackten, Himmel zu sehen. Über uns, Richtung Meer war es strahlend blau. Hokitika mit ca. 4000 Einwohnern ist ein sehr sympathisches Örtchen und ist bekannt für „the real green Stone“. Typisch Maori.
Heute Nacht sind wir zusammen in einem Motel untergebracht. Am Abend waren wir bei einer, im Reiseführer ausgeschrieben, Pizzeria. Alleine wegen dem Namen „Pipi Pizza“ hätte ich mir da nichts geholt. Mit unseren Pizzen haben wir uns an Strand gesetzt und den Sonnenuntergang genossen. Morgen geht’s weiter nach Westport.
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.. "wie die Holländer"..... | | ausgetrocknetes Flussbeet | | glücklicher Engländer (Jammie) | | Pipi Pizza in der Abendsonne |
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Bild des Tages: Strand von Hokitika |
Tag 30: 10.03.2011 Hokitika => Charlston (ca. 120 Km) "Daniel-Bettina-Mike-Hannes-Route "
@Autoliebhaber: Lieber Autoliebhaber ich bin überrascht, dass Begriffe wie „ESP“ noch zu Deinem Wortschatz gehören (Bei BMW heißt das eigentlich DSC). Begriffe, wie „Windeln wechseln“, „Kinderwaagen schieben“ "schreiende Kinder beruhigen“ passen besser in Deinen Alltag. Mich freut es sehr, dass ich Dir mit meinem Cabrio eine Freude machen durfte. Ein frisch gebackener Vater mit Zwillingen hat ja nicht mehr so viel Freude im Leben. Fahr noch ein wenig mit deinen zwei Granden durch die Gegend, bevor du wieder in den Familien Van umsteigen musst. Asche im Fußraum, Ketschup auf den Ledersitzen und Pommes untern Sitz ist alles kein Problem. Lass ich auf Deine Kosten reinigen. Brenn keine Löcher in die Sitze, denn im Gegensatz zu deinen Stoffsitzen sieht man das im Leder.
P.S. Radiere die Winterräder ruhig runter. Bis ich wieder da bin zieh ich eh die Sommerreifen mit Speichen Felgen auf :-)
P.P.S. Ich werde ab Mai dann mit mindestens zwei Granden durch die Gegend düsen, offen natürlich, und die sind volljährig :-)
P.P.P.S. Wenn es zu stark nach Lebensmittel und alten Kippen im Auto riecht, kann ich das Verdeck aufmachen. Krümel ist Frischluft bereits gewohnt.
P.P.P.P.S. Unbedingt daran denken. Sportwagen fahren nicht mit Diesel :-)
Ein Tag mit vielen Überraschungen und Zufällen.
Endlich mal wieder richtig gut geschlafen. Hab mir das Zimmer mit Diana geteilt. Ist schon ein Unterschied, ob man zu zehnt oder nur zu zweit im Zimmer schläft. Da ich gestern Abend mein UMTS Stick mit in Summe 2GB aufgebraucht hatte, bin ich heute gegen 9 Uhr als erstes in Vodafon Laden und hab mir für 50 NZ$ weitere 2GB gekauft.
Da Diana in Hokitika noch ein wenig bummeln wollte und nur bis Punakaiki fahren möchte haben wir uns heute Morgen getrennt. In Nelsen, sie wird dort ein paar Tage bei Ihren Freunden bleiben, sind wir, ich werde auf der Strecke vom Abel Tasman nach Picton durch Nelsen fahren, zum Kaffee verabredet. In Punakaiki sind die bekannten Pancake Rocks. Das sind Felsen, die bei Flut Wasser, welches von den Wellen mit voller Wucht in den Felsen rein gepresst wird, wie Fontänen wieder auswerfen. Diese wollte ich eigentlich auch noch anschauen, aber dazu gleich mehr.
Vierzig Kilometer bis Greymouth. Jochen hat zu Hause noch gesagt, dass der Name der Ortschaft nicht von ungefähr kommt. Da ich spät los bin passt es zeitlich in Greymouth Mittag zu machen. In „mothers kitchen“ bin ich dann erst Mal zum Mittag eingekehrt. Nudelpfanne mit Gemüse und Hänchenfleisch. Danach noch einen Kaffee long black und dazu ein carot Cake…mhhh. Das Leben kann so schön sein. Während des Essens musste ich erst mal ein paar Zeilen für den „Autoliebhaber“ schreiben :-). Da ich noch ca. 110 Km vor mir hatte, hab ich dann auch geschaut, dass ich mich nicht zu lange aufhalte. Ab wieder aus Rad und los. Raus aus Greymouth über eine sehr lange und schöne Brücke rechts weg auf die Route Nr. six, Richtung Westport. Ein Schild mit dem Hinweis „Westport 107 Km“. Es rollt, mit ein wenig Rückenwind, verdammt gut. Nach ca. 10 Kilometer Blick auf meine Hände und mir ist gerade das frisch angebräunte Gesicht weis angelaufen. Scheiße, wo sind eigentlich meine Handschuhe? Das letzte Mal als sie sah, lagen sie am Boden neben dem Fahrrad vor „mothers kitchen“, als ich den Helm angezogen hatte. So ein Mist, grad mal 10 Tage alt und ich Depp lass sie liegen. Verdammte Kake! Also wieder 10 Kilometer nach Greymouth zurück. Die Handschuhe lagen natürlich nicht mehr da. Enttäuscht habe ich den nächsten Bikeshop aufgesucht um Neue zu kaufen. Ich sag es ja, man trifft sich immer mehrmals im Leben. Denk daran! Wer kommt da nicht mit seiner Caroline um die Ecke. Gerry mein Weltmeister! Wie abgefahren ist das denn? Das kann kein Zufall sein. Was für eine Freude. Ich glaube schon bald der verfolgt mich. Gerry hatte Probleme mit seinen Mänteln. Die waren im Begriff sich aufzulösen. Währenddessen die Neuen montiert wurden konnten wir die Zeit nutzen, uns über das Erlebte der vergangenen Tage auszutauschen. Da ich immer noch ca. 110 Kilometer vor mir hatte und es mittlerweile 14.30 Uhr war, musste ich mich langsam sputen. Wir hatten uns verabschiedet mit den Worten, wir werden uns wieder sehen. Wahrscheinlich am Abel Tasman, da die Zwei in den nächsten Tagen auch dorthin fahren. Spätestens aber wenn wir unsere Wohnungen tauschen.
Wieder über die Brücke raus aus Greymouth sehe ich doch da am Straßenrand einen Handschuh liegen. Das ist doch meiner und wie kommt der dahin? Wo einer liegt, kann der Zweite nicht weit sein! Und so war es! Froh meine Handschuhe wiedergefunden zu haben (muss ich wohl auf mein Gepäck gelegt haben) und ein neues Paar an den Händen gings auf in Richtung Westport. Endlich!
Nach ca. 15 Kilometer war ich an der Küste angelangt. Mal wieder unbeschreibliche Blicke. Strahlend blaues Wasser, Felsformationen die aus dem Wasser ragen und endloslange Sandstrände. Nicht weil ich Power brauchte, nein, weil ich einfach Lust darauf hatte mit Musik zu fahren, hab ich mir mal wieder Moonbutica auf die Ohren gelegt. Außerdem tritt man mit Musik ein wenig schneller und das kann ich bei den vielen Kilometer heute brauchen.
Vorbei an endlosen Kilometer Strand. Felsformationen, die man nur aus Filmen kennt. Es war nicht echt. Es kann nicht echt sein! Ein Gefühl wie ich es selten bisher gefühlt habe. Eine Freude über, die in dem Moment erlebte Situation, so dass mir die Augen feucht wurden. Unbeschreiblich… Ich musste unzählige Male anhalten um zu versuchen, ein bisschen von dem Allem als Bild und Video festzuhalten. Durch das ständige Anhalten und Genießen der Ausblicke hab ich viel Zeit verloren, so dass ich für mich entschied, dass ich heute auch nur bis Punakaik fahre. Irgendwann erreichte ich das Info Center von Punakaik. Punakaik kann das aber noch nicht sein! Das müssen min. noch zehn Kilometer sein. Meinte ich! Außerdem standen mindesten 10 Reisebusse draußen. Die Dame am Infoschalter meinte zu mir, als ich sie nach den Pancake Rocks fragte, das sei der Nationalpark und ich sollte der Straße noch ca. 20 min folgen. Das passt doch gut mit meiner Berechnung zusammen. Also, Wasserflaschen füllen lassen und weiter. Als ich nach ca. 30 Minuten an einen steileren Berg kam, war mir klar, dass sie nicht die Straße meinte, sondern den Wanderweg. Ich war bereits 15 Kilometer weiter auf dem Weg nach Westport. Shit happens! Egal, die Flut ist eh nachmittags und nicht abends und nur dann spitzen die Dinger so richtig. So jetzt noch 50 Kilometer weiter nach Westport. Zwei Pässe hab ich noch auf dieser Strecke zu bewältigen und 18 Uhr haben wir auch mittlerweile. Auf dem Weg kam ich in Charlston vorbei. Ca. 30 Kilometer vor Westport. Die Pässe waren geschafft. Ich hatte erfahren, dass in Westport heute Pferderennen ist und es mit Unterkünften schwierig werden könnte. Daher war mein Entschluss schnell gefasst. Ich bleibe in Charlston. Westport hatte ich eh nur zum Schlafen angedacht und liegt auch ca. 10 Kilometer von meiner Route entfernt. Da das Motel bereits ausgebucht war, hatte ich eine Cabine auf dem örtlichen Campingplatz für 26 NZ$ gemietet. Das war wirklich eine Kabine . Manch eine Toilette hat mehr Quadratmeter. Ich möchte nur schlafen. Kein Bettzeug, nur eine stinkende Matratze. Zum Glück hab ich meinen Schlafsack dabei.
In die urig eingerichtete Küche habe ich mich erst mal zurückgezogen. Zum Glück hatte ich noch ein paar Nudel und ein wenig Tomatensoße im Rucksack. Diese angereichert mit ein wenig Käse gibt das schon ein gutes Abendessen. Aus dem Pub neben an, was gar kein Pub sondern ein privat Club ist (man muss seinen Namen in einem Buch eintragen wenn man ein Getränk haben möchte), hab ich mir noch eine Cola Light geholt. Einen Kaffee mit ein paar Cake`s dazu und der Abend ist gut. Nur mein frisch aufgeladener UMTS Stick bringt mir gar nichts. Null Empfang hier im Nirgendwo. Die Sandfliegen fressen mich auch schon wieder auf, so dass ich lange Klamotten anziehen muss. Zum Glück hab ich mir noch so ein Anti Mückensprey gekauft.
Morgen wieder ca. 110 Km nach Muchison. Die Tendenz ist Morgen eigentlich nur Hoch. Mit 1200 Höhenmetern ist das auch schon einiges. Ich muss dringend Morgen schauen, wo ich etwas zu essen finde. Meine Vorräte sind so weit aufgebraucht.
Marcus on Tour: http://www.youtube.com/watch?v=B0Zh9DxjS78
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Westküste | | 40 Kilometer Westküste | | Auf und Ab
| | Westküste |
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Bild des Tages: "..."
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Tag 31: 11.03.2011 Charlston => Muchison (110 Km)
The Lazy Cow.
Die Matratze hat ein bisschen gemufft, dennoch hatte ich eine ruhige und angenehme Nacht in meiner 3,5 qm Zelle. Die Sonne, die Meeresluft und nicht zu Letzt die Kilometer machen einen doch so müde, so dass es eigentlich egal ist wo man schläft. Hauptsache schlafen.
Zum Frühstück gab es noch ein wenig Toast und Kaffee, den ich Glücklicherweise im Rucksack gefunden hatte. Obst gibt’s leider keines mehr. Acht dreißig auf dem Rad und los.
Die Landschaft hat sich mal wieder komplett verändert. Keine Küste mehr sondern Berge, dicht mit Bäumen bewachsen. Sehr schöne Landschaft (siehe Bild des Tages). Dennoch fühle ich mich derzeit in Küstenregionen befreiter. Da es auf der gesamten Strecke nichts gibt, ein Hinweisschild „Nächste Petrolstation 98 km“ sagt schon alles, gibt es auch nichts besonders zu berichten. Auf und Ab mit der Tendenz zu Auf.
Zwischendurch konnte ich mal wieder ein Radfahrer glücklich machen, dem eine Speiche los war, nein nicht im Kopf, sondern am Rad. Ich hab ihm mit meinem neuen Speichenschlüssel ausgeholfen. Später hab ich ihn in Muchison wieder getroffen. Leider hatte er noch einen Platten bekommen und musste schlussendlich doch trampen. Während dem "Auf" konnte ich bewusst die Technienk aus dem Spinningkurs anwenden. Ziehen und Drücken. Ist auch mal interessant nur zu ziehen oder nur zu drücken. Einfach mal die Belastung zu ändern. Im Stehen bin ich heute auch einige Kilometer Berg rauf gefahren. Das Auf- und Absitzen auf 4 Rhytmen, hab ich aber dann doch gelassen.
Kurz vor Muchison bin ich noch über die „swinging Bridge“ gegangen. Hatte Heute genug Zeit. Nach meinem Bundgysprung ist, glaube ich, alles nur noch “Schnisischnasi“. Vielleicht noch Haitauchen mit Haien die seit drei Monaten nicht gefüttert wurden, oder ein Sprung aus einem Flugzeug ohne Fallschirm können mein Adrenalin in Wallung bringen. Oder etwas anders, aber darüber soll ich nicht mehr schreiben.
In Murchison angekommen, hab ich gleich links eine Accommodation „The Lazy Cow“ gesehen. Da muss man doch rein. So ein gemütlicher Backpacker hab ich bisher noch nicht gesehen. Wird von einem netten Ehepaar betrieben. Die Frau hat sogar frisch gebackenen Schokoladenkuchen und Muffins „for free“ bereitgestellt. (Erstes Stück for free, jedes weitere für 1 NZ$).
Schnell duschen und ein Buchungs-Office aufsuchen. Da ich Morgen eine große Tour nach Marahau (Gate zum Abel Tasman) vorhabe und vermutlich spät ankommen werde, möchte ich heute bereits eine Übernachtung und die Zwei-Tages-Kanu-Tour mit Übernachtung auf einem Hausboot buchen. Glücklicherweise hat alles geklappt. Übernachtung und Tour gebucht. Übermorgen werde ich bereits 8:30 Uhr abgeholt und ab aufs Kanu. Bin mal gespannt wie das wird. Danach die Monster Tour nach Picton.
@An Alle, die mein Tagebuch verfolgen: Ich habe das Gefühl, dass die Spendenbegeisterung nachlässt. Ich lege einen drauf. Ab jetzt werde ich jeden Cent der für eine gefahrene Strecke gesgespendet wird, noch zusätzlich spenden. Also, jeder der mich schröpfen möchte muss spenden. Feel free.
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... kurz nach 9 Uhr ... | | ... ein Kiwi? ... | | ... einfach mal lieb haben ... | | Swinging Bridge |
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| ... muß Liebe schön sein ... | | ... ich hab's überlebt ... | | ... was wll mir das sagen? ... |
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Bild des Tages: ... kein Strand ... | | "The Lazy Cow" |
Tag 32: 12.03.2011 Muchison => Marahau (146 Km)
Unausgeschlafen.
„Hey man, shut up, you mother fucker”. Tritt ans Bett. Es half alles nichts, als ich den komplett besoffen Lehrer aus Christchurch heute Nacht anschrie als er das gesamte Zimmer zusammen sägte. Schlimmer war noch die Alkoholausdünstung von ihm und seinem Kollegen.
Als ich gestern gegen 17 Uhr in „The Lazy Cow“ ankam, war ich noch voller Hoffnung, dass ich das Zimmer für mich alleine habe. Nach und nach trudelnden noch weitere Backpacker ein. Ein Pärchen aus der Schweiz und später noch mehrere Lehrer füllten nach und nach die Bude. Die Lehrer aus Christchurch bekommen auf Grund des Erdbebens und der darauf folgenden Schließung aller öffentlichen Einrichtungen auf Staatskosten frei. Dies hab ich bereits in mehreren Backpacker mitbekommen. Zwei haben es mit dem Alkohol überrtrieben. Gegen ein Uhr bin ich auf die Coach im Fernsehraum ausgewichen. Wie alle Betten hier in NZ ist auch die die Couch zu kurz. Ich bin es mittlerweile gewohnt, meine Füße durch die Metallstäbe hindurch zu pressen. Bei der Couth war das alles noch eine Nummer unbequemer. Frechheit sich so zulaufen zu lassen!
Unausgeschlafen wie ich war, habe ich mich dennoch 8:30 aufs Bike gesetzt. Hilft ja nichts. 146 Kilometer müssen getreten werden. Die Strecke hat heute, nach ca. 20 Kilometer, einen Pass zu bieten. Dann ging es bis auf die letzten 10 Kilometer tendenziell nur nach unten. Eher langweilig, so dass ich mir den Spaß mal wieder über die Musik rein holen mußte. Heute waren sehr viele Oldtimer Motorräder unterwegs. Mehrere Gruppen von min. 50 Motorräder haben mich überholt. Bei Kilometer 130 von Motueka nach Marahau fordert der letzte Pass noch mal alles von mir. Einer der steilsten Anstiege auf ca. 4 Kilometer, die ich bisher hier in NZ erlebt habe. Runter gings ebenso rasch. Meine neuste Herausforderung ist, nicht mehr so viel zu bremsen und versuchen die Gepäcktaschen in den Kurven aufzusetzen wie bei einer Harley Davidson der Auspuff. Dass ist fast noch besser als Haitauchen.
Pünktlich am Campingplatz, der gleichzeitig auch einen Backpacker hat, in Marahau angekommen, habe ich meine zwei Schweizer von gestern wieder getroffen. Wir teilen diese Nacht wieder das Zimmer. Endlich wieder am Meer. Im Norden der Südinsel. Morgen geht es mit dem Kanu in einer fünfer Gruppe aufs Wasser. Am Abend werden wir auf einem Hausboot übernachten. Bin mal gespannt ob die Tour Morgen eine Herausforderung wird oder eher so ein Touri Programm. Wie immer mal sehen was draus wird.
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...Merklineisenbahnwelt... | | ... ist das nicht süß ... | | ..... | | ... erster Blick heute aufs Meer im Abel Tasman ... |
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Bild des Tages: ... was soll ich den sonst den ganzen Tag machnen?... |
Tag 33/34: 13/14.03.2011 Abel Tasman (Kajaken)
Auf den Spuren der Maori.
Acht dreißig ist Treffpunkt am Kayakgelände. Mehrere Gruppen werden bereits in die Kayaktechnik eingewiesen. Die erste Herausforderung bestand bereits heute Morgen beim Packen. Klamotten, Badezeug, Handtuch, Wasch- und Duschzeug, Sonnencreme etc. plus Essen für zwei Tage muss alles in einen Rucksack passen. Fahrrad und den Rest meiner Sachen habe ich in einem Lagerraum im Backpacker für die nächsten zwei Tage unterstellen dürfen.
Nach dem die Formalitäten wie z.B. Angabe einer Telefonnummer im Notfall (Hallo! ich geh Kayaken und steige nicht in ein Raumschiff) , erledigt waren, wurden wir in die Sicherheitsbestimmungen eingewiesen. Sieht schon etwas merkwürdig aus, wenn acht Erwachsene peoples (auch Silberfüchse) auf dem Rasen üben, wie man im Falle des Kenterns wieder ins Boot kommt. Alles natürlich mit dieser komischen Kayakschürze, die man als Verschlussdeckel über dem Sitz nutzt und angelegter Rettungsweste. Zum Glück ist Greenpeace nicht vorbeigekommen und hat uns mit Wasser gekühlt. Gepäck verstauen und nach gefühlten zwei Stunden endlich aufs Wasser. Erst war ich skeptisch, ob das überhaupt etwas für mich ist. Gemütlich an der Küste entlang und nicht wie ein Halbwilder einen Fluss runter zu paddeln. Ich kann schon vorweg nehmen, es hat sich gelohnt und wie!
Es war mal wieder, wie bestellt, Kaiserwetter. Die Sonja ballerte aus allen Rohren. Mit vier Zweier Kayken sind wir in Marahau in Richtung Anchorange, wo wir auch auf dem Hausboot übernachten, gestartet. Ich war mit Paul, dem Guide in einem Boot. Vorbei an appletree bay, akersten bay, observation beach gegen den Wind. Zwischen durch haben wir Seehunde, unterschiedlichste Vögel und sonstige rumfliegende Tiere hautnah auf den Felzen vor den Buchten besuchen dürfen. Es gibt da so einen Vogel, Namen weiß ich leider nicht mehr, der ist so viel ich mitbekommen habe, sogar mit den Pinguinen verwand. Dieser Vogel kann mehrere Minuten, bis zu 15 Meter tief tauchen. Taucht irgendwann neben dem Kayak aus dem Nichts auf und schwimmt ans Land. Denn fliegen kann dieses dumme Teil mit nassem Gefieder nicht. Muss sich dann im Wind und in der Sonne, wie ein Strauß der sein Gefieder anhebt, trocknen lassen, um dann auf den nächsten Baum zu fliegen.
Am stillwell bay haben wir angelegt um einen Kaffee zu trinken. Paul hat mit einem Gaskocher gekonnt einen Kaffee aufgebrüht. Dazu gabs Muffins und Obst. Wie cool ist das denn. An einem einsamen Strand, fasst weiser Sand mit strahlend blauem Himmel zu sitzen und einen Kaffee mit einem Blaubeermuffin zu genießen. Das Leben kann so schön sein.
Nach ca. einer Stunde sind wir dann weiter. Aus der Bucht raus, bläst uns der Wind die Wellen ins Gesicht. Da heißt es nur noch Gas geben und durch. Die Arme können da schon etwas brennen. In der nächsten Bucht haben wir dann zum Launch angelegt. Mit Sandwich, O-Saft und Obst haben wir die nächste Stunde an Land verbracht.
In Summe waren wir ca. 5 Stunden Paddeln. In Anchorage angekommen, habe ich erst mal ein paar Bahnen im offen Meer gezogen. Die nächsten zwei Stunden habe ich in der Sonne mich braten lassen und ein bisschen geschlafen. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, ich möchte gerne diesen Moment mit jemand teilen. Leider bin ich alleine unterwegs! Da es ab 19 Uhr Dinner auf dem Hausboot gab, hab ich mich langsam an die Stelle des Strandes aufgemacht, wo man sich durch Handzeichen (winken und rufen wie blöd, da die Crew bereits am feiern war) bemerkbar machen soll, wenn man mit dem motorisierten Schlauchboot an Bord gebracht werden möchte. Dreißig Minuten später hatte sich dann doch ein Crew Mitglied dazu berufen gefühlt, mich vom Strand abzuholen. Auf dem Hausboot waren ca. 15 Gäste. Das BQ (Stecks, Würstchen und Salat) waren bereits angerichtet und ich konnte direkt mit einem Bier das BQ starten. Den Sonnenuntergang live auf dem Boot, gesättigt mit einem Bier in der Hand und in ein Gespräch verwickelt, zu erleben, hat schon was. Zu sehen, wie der Mond aufgeht und das Wasser wie einen hell erleuchteten Sternenhimmel schimmern zu lassen, ist kaum zu beschreiben. Die letzten Diskussionen über den Sinn des Lebens haben wir gegen 23 Uhr beendet. In der Kajüte zu zehnt war es schon ein wenig eng (ich lang unten und ich konnte nicht mal die Knie anziehen, ohne dass sie am Lattenrost des oberen Bettes angestoßen sind. Sadienen haben mehr Platz!). Aber bemerkenswert ruhig.
Da ich am nächsten Tag erst gegen 9:30 Uhr mit einem Wassertaxi abgeholt wurde, konnte ich es mir zeitlich leisten, um acht erst mal mit einem doppelt Salto vom obersten Deck ins Wasser zu springen. Die Sonne kam gerade mit ihren ersten Strahlen um die Ecke. Eigentlich hat das Wasser die gleiche Temperatur wie am Mittag des Vortages. Dennoch kommt es einem am Morgen wesentlich kälter vor. Nach 2 Minuten ist nichts mehr von der Kälte zu spüren. Dann wieder Bahnen ziehen. Zwischen Segelbooten durch, die einsam in der Bucht liegen und noch kein Leben darauf zu erkennen ist. Nach ca. 30 Minuten mit einer leichten Unterkühlung wieder aufs Boot, heiß duschen und zum zweiten Frühstück übergehen.
Das Wassertaxi hatte sich heute Morgen Zeit gelassen. Erst gegen 10 Uhr sind wir wieder abgeholt worden. Mit Vollspeed gings Richtung Onetahuti Beach, weiter in Norden. Von dort aus gings wieder in einer 4er Gruppe zurück Richtung Anchorange. Whity, unser heutiger Guide hat uns an Felzvorsprüngen mit Seehunden vorbeigeführt. Da wir bereits schon wieder steigender Wasserstand hatten, konnten wir zur „falls river bridge“ einbiegen. Wir sind eingetaucht in eine Bucht, die vom Wasser aus nicht zu sehen war. Weiter dem Fluss folgend ins Landesinnere. Teilweise war das Wasser so seicht, so dass wir mit unseren Kajayk aufgesessen sind. Einige verirrte Touris haben in der Bucht gebadet. Den letzten Rest hatten wir Rückenwind. Whity hat uns gebeten die vier Kajaks nebeneinder zu bringen und in dieser Position zu halten. Whity hat eine Segel ausgepackt. Die vier vorderen Personen haben jeweils das Segel an einem Band festgehalten. Die hinteren, äußeren Leute haben mit den Padeln das Segel angebunden und nach oben gehalten. Mit ca. 10 Knoten sind wir dann über die stürmenden Wellen in unseren Hafen eingebogen. 15:30 Uhr waren wir wieder in Anchorange angekommen, von wo aus wir dann mit dem Wassertaxi wieder nach Marahua gebracht wurden.
In Summe ist die Tour zu empfehlen. Es macht einen rießen Spaß mit dem Kajak an der Küste entlang zu paddeln. Teilweise, bei Gegenwind ist es richtig anstrengend. Ich denke die Buchten und Tiere bekommt man auf keiner anderen Tour in dieser Fülle und Nähe zu sehen.
Im Backpacker zurück, sind auch gerade Mari und Remo aus der Schweiz wieder von ihrer Tour zurückgekommen. Die Zwei habe ich bereits zum zweiten Mal getroffen. Das letzte Mal in Machison. Zum Abschluss haben wir zusammen noch ein Bier auf der Terrasse in der Abendsonne uns zu Gemüte geführt.
So jetzt heißt es für Morgen vorzubereiten. Eine harte Tour von ca. 170 km und über 2000 hm steht mir Morgen nach Picton bevor. Ich hoffe ich bekomme Übermorgen eine Fähre nach Wellington.
Seehunde in Action: http://www.youtube.com/watch?v=eWgPGrDkWWk
Fahrt mit dem Wassertaxi: http://www.youtube.com/watch?v=z30SOMzaPVk
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Trockenübung | | Launchtime am Beach | | Marcus in Action | | Sonnenuntergang vom Hausboot aus |
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BQ auf dem Hausboot | | Fische füttern am Morgen | | ...Vollgas... | | Seegeln mit dem Kajak |
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Bild des Tages |
Tag 35: 15.03.2011 Marahau => Havelock (137 Km) " Marlies & Tom"
Mussel Town.
Bis ich mich mal wieder von allen verabschiedet hatte war es schon fast wieder neun Uhr. Gesten Abend sind noch zwei Lehrerinnen (gerade das Studium fertig) aus Bayern angekommen (Sabine und Fredi). Wir hatten am Abend zusammen beim Bier und Sonnenuntergang noch ein wenig auf der Terrasse geschnackt. Ein Kilometer dann der Pass nach Motueka. Der hat es schon in sich. So frisch am Morgen macht es aber einen Höllenspaß den Berg rauf und beim Runterfahren die Wohnmobile weg zu klingeln.
Nach Motueka wurde die Route Nr. six zu einer Autobahnähnlichen Straße. Ca. 60 Kilometer bis Nelson hat sich die Situation nicht verändert. Ein Truck nach dem anderen haben sich im Abstand unter einem Meter an mir vorbei gedrückt. Der dadurch entstandene Sog war teilweise so heftig, so dass ich Mühe hatte, mein Fahrrad auch mit beiden Händen am Lenker, unter Kontrolle zu halten. Landschaftlich gibt die Strecke nichts her. Sumpfgebiete, die nur bei Flut unter Wasser stehen weit und breit. Im Schlamm sind mit Steinen Nachrichten hinterlassen worden (siehe Bild).
Die letzten zehn Kilometer vor Nelson (Richmond nach Nelson) gab es zum ersten mal einen Radweg, der durch eine Art Parklandschaft führte. Das war angenehm. In Nelson habe ich dann Diana getroffen. Eigentlich waren wir zum Kaffeetrinken verabredet. Am Abend zuvor hat sie mir per Mail abgesagt, da sie bereits heute schon in Richtung Marahau (will auch die Kajaktour machen)l os wollte und wir uns wahrscheinlich auf der Strecke begegnen. Auf dem letzten Kilometer hab ich sie dann getroffen. Sie war noch bummeln mit ihrer Freundin (Frauen…zzzzz).
In Nels0n am Hafen hab ich mich mit Hähnchen und Chips gestärkt. So ein gebratenes Hähnchen kann auch was. Gestärkt und mental auf die zwei bevorstehenden Pässe vorbereitet ging es wieder auf die Straße. Die Trucks wurden nicht weniger. Im Gegenteil und nun auch beladen mit Container die ich aus dem Hamburger Hafen kenne. Und tatsächlich was rollt da an mir vorbei. Ein Container mit dem Schriftzug „Hamburg Süd“. Das gibt einem doch ein wenig Heimatgefühl. Und so richtig wütend kann man auf so einen Brummi dann auch nicht mehr sein. Der erste Pass hat es schon in sich. Auf ca. 600 hm ziehen sich die Serpentinen. Baustellen mit Ampelanlagen bremsen mich immer wieder aus. Ha, da kann ich die blöden Trucks überholen und ihnen mal den Mittelfinger zeigen. Nach der Baustelle sind sie dann noch enger an mir vorbei gezogen. Arsch...
Das Wetter zog zu. Es wurde windig und es nieselte ein wenig. In den Bergen sieht das doch dann immer ein wenig bedrohlich aus. Für alle, die sich mal in meine Gefühlslage versetzen möchten sollten nun als erstes Pink Floyd auflegen (siehe Link weiter unten). Die ersten Serpentinen liegen bereits hinter mir. Die Radklamotten sind durchgeschwitzt. Der runterlaufende Schweiß an den Armen wird durch den aufgekommen Wind schnell abgekühlt. Gänsehaut ist zu sehen. Ein Truck gibt alles was er kann und drückt sich mit tobendem Gebrüll im Abstand von ca. einem halben Meter an mir vorbei. Pink Floyd mit vollem Anpressdruck und ca. 100 db „hey Teacher leaving Kids alone“…. Blick auf den Tacho zeigt 6,5 Km/h. Zwei Gänge hochschalten, Federung stabilisieren und aufstehen. Im Wiegeschritt und das nächste Ziel anvisiert von links nach rechts. Die nächste Serpentine hat keinen separaten Streifen für die Radfahrer. Nächster Brummi. Dieses mal wieder mit Hamburger Container. Anvisiertes Ziel erreicht. Setzen und runter schalten. Rum um die nächste Kurve, Wind von vorne der mich veranlasst wieder aufzustehen. Wieder Gang hochschalten (diesmal im Stehen) und drücken, ziehen, drücken, ziehen….. Die Knie schmerzen langsam. Der Schweiß an den Unterschenkel ist mittlerweile gefühlt auf null Grad abgekühlt. Es zieht noch mehr zu. Es nieselt und es ist kein Ende abzusehen. Das Gewicht des Gepäcks zieht bei jedem Tritt nach hinten. Immer noch vollen Anpressdruck auf den Ohren. Wieder eine Baustelle. Endlich mal die Knie entlasten und aus den Klicks. Nur kurz war die Pause. Wieder einklicken und aufstehen. Die ausgekühlten Knie und Oberschenkel brennen. Wohnmobile und Trucks geben alles. Eine gefühlte Stunde später innerlich aufgeheizt und von außen ausgekühlt habe ich den Pass erreicht. Stopp! Geschafft! Jacke auspacken, Trinken, das letzte Snickers rein und runter. Bremse wie gelernt einsetzen. 70 Prozent hinten, 30 Prozent vorne. In den Kurven drauf achten, das Pedal zur Kurvenmitte immer oben zu halten. (Aufsetzen bei ca. 60 Stundenkilometer und Brummi im Rücken) wäre jetzt blöd. Unten angekommen wieder mental auf den nächsten Pass vorbereiten. Das Wetter hat zum Glück ein wenig aufgeklart und es hat aufgehört zu nieseln.
Der nächste Pass war nur halb so hoch. In Summe 172 Kilometer ziehen sich hin. Das Wetter ist nicht wirklich besser geworden und 17:30 Uhr ist auch schon vorbei. Nun kam Plan B zum Zuge. (es ist immer gut einen Plan B zu haben). Übernachtung in Havelock. Ca. 35 Kilometer vor Picton. Da ich Morgen nur mit der Fähre in den Norden übersetzen möchte und fünf Mal am Tag eine Fähre übersetzt, kann ich morgenfrüh gemütlich nach Picton rollen.
In Havelock, bekannt auch durch die grünen Muscheln, gleich mal den nächsten Backpacker gesucht. Am Wochennende ist hier sogar das große Muschelfest. Das Zimmer teile iuch heute mit einem Muschelarbeiter. Der erklärte mir, das die grünen Muscheln nicht nur zum Essen da sind, sondern auch Medizin und Inhalationsöle daraus hergestellt werden.
Leider hatte der Supermarkt bereits 18:30 Uhr geschlossen (so wie fast alles in diesem Nest), so dass ich Essen gehen musste. In einer kleinen Bude hab ich mal zur Abwechslung Kartoffelbrei mit Würstchen, Soße und Salat gegessen. War mal wieder ein Highlight.
Abends beim Fernsehfilm "der letzte Samurai“ mit Tom Cruse hab ich erst mal Mails geschrieben. Gegen 12 Uhr bin ich todmüde ins Bett gefallen.
So, Morgen die letzten Kilometer bis Picton und dann heißt es Abschied nehmen von der Südinsel.
Eric_Prydz_vs._Floyd-Proper_Education_(Original_Version)
Eric_Prydz_vs._Floyd-Proper_Education_(Sebastian_Ingrosso_Remix)
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Nachrichten im Schlamm | | Havelock, die Stadt der grünen Muscheln |
Tag 36: 16.03.2011 Havelock => Picton (58 Km Plus Überfahrt nach Wellington)
@Claudia: Da wir uns nicht persönlich kennen, freue ich mich über Deine Spende besonders. Vielen Dank
@Ralph: auch Dir herzlichen Dank für die Spende. Die Bakterienfrage müssen wir bei Gelegenheit noch mal aufgreifen.
@Agatha: vielen Dank für die Spende und liebe Grüße in die Schweiz.
Alien in New York.
Es ist dunkel und grau. Wenn in den Bergen mal der Schmotter hängt ist der auch nicht so schnell weg zu bekommen. Die grauen, mit Wasser vollgepackten Wolken hängen gefühlt bis auf die Straße runter. Es ist kein Übergang von der grauen Straße zu den Wolken zu erkennen. Es hilft nichts, heute muss ich nach Picton. Es sind zum Glück nur 35 Kilometer. Frühstücken, Mails gucken und ab in die langen Klamotten. Warum auch immer, habe ich heute Morgen nicht in die Karte geschaut. Mein Lieblings- Radführer „Pedallers´Paradise“, den ich mir auch noch für den Norden kaufen muss, hat mir das Profil bereits angezeigt. Fast nur flach. Also ab aufs Rad und der Rout Nr. six weiter nach Picton. Das Wetter ist mit jedem Kilometer besser geworden. Die Jacke konnte ich bereits nach wenigen Kilkometer wieder ausziehen. Hauptsache mal die Berge hinter sich lassen und ins flache Land hinein. Nach ca. 15 Kilometer hat mich eine Autofahrerin angehalten, die mich ganz aufgelöst, in einem schlechten englisch, nach dem schnellsten Weg nach Picton gefragt hat, da sie auf die nächste Fähre gebucht ist. Da hab ich endlich begriffen, dass ich auch nicht ganz auf dem Richtigen Weg war. Scheiße! Und ich wollte heute nur 35 Kilometer Radfahren. Brote habe ich auch keine mitgenommen… für was auch….!
Ich hätte von Havelock über eine kleine Straße nach Picton radeln sollen. Jetzt weiß ich auch, warum die Schilder nach Picton mir auch immer sagen, „Picton noch 69 Km“. Der Weg führt über Blenheim. Mhhhh…. Einfach Mal Verstand einschalten Marcus! Aber heute Morgen war ich glaube ich zu müde und zu sehr in den Gedanken versunken um überhaupt etwas zu denken.
Dank meinem Navigationsgerät, hab ich mir eine Alternativroute ausgesucht. Wäre etwas für Wolfgang gewesen. Weinberge links und rechts. Ein Flussrauschen in der Ferne und die Sonne hatte den Regen schon wieder komplett vergessen. Nach dem die letzten Bauernhöfe passiert waren, ging die soeben noch schön geteerte Straße in eine Schotterstraße über. Mein Navi zeigte mir an, dass ich in ca. 5 Kilometer wieder auf der Rout Nr. one bin (meine geliebte Route Nr. One) wieder rauf nach Picton. Da abzusehen war, dass sich die Straßenverhältnisse wieder bessern, ich massig Zeit hatte, konnte ich die Strecke einsam durch die Weinberge genießen. Wie angekündigt hatte ich nach ca. fünf Kilometer meine Lieblingsstraße erreicht. Frrrummmmm, und noch mal frrrummmm…ein Truck nach dem andern. Noch 15 Kilometer bis Picton. Komm schon… das muss zu schaffen sein. Das Wetter zog wieder zu. Abgekämpft bin ich gegen 13 Uhr und ca. 60 Kilometer in Picton angekommen. Hey, wir reden über Picton, das Gate in Norden von NZ. Da ist Pinneberg größer. Das einzige was hier groß ist, sind die Fähren.
Im Office hab ich mir die Überfahrt nach Wellington gebucht. Hatte die Wahl die Fähre kurz nach zwei Uhr oder kurz nach sechs Uhr zu nehmen. Habe mich dafür entschieden, kurz nach sechs zu fahren und den Mittag noch ein wenig in der „Weltstadt“ Picton zu bummeln. Erst mal Mittag essen. Ein Schild mit Tagesgericht „Fisch des Tages“ hat mich angesprochen. Danach einen Kaffee mit einem Muffin und die Welt ist wieder schön. Gestärkt in den Park. Blick auf die Fähren. Ich war so müde, so dass ich, auf der frisch gemähten Wiese, neben einer ganzen Horde Möwen, ein Handtuch ausbreitete und eine Stunde die Augen anlehnte.
So nun aber, Stadt erkunden. Leider gibt’s da nicht viel. Ein paar Läden, aber soll ich jetzt shoppen gehen? So habe ich dann die nächsten zwei Stunden in einem Café verbracht. Meine Internetseite muss auch mal wieder gepflegt werden.
17:20 Uhr ist Bordingtime. Nachdem zuerst ein Güterzug in die Fähre gerollt ist, durfte ich mein Fahrrad über die Schienen in das Muffige und verdammt laute "Train Arial" der Fähre schieben. Kommt mir da unten wie in einem Horrorfilm vor. Muffig, lauf, verrostetes Metall und viel Dreck. Erst mal raus hier und die Decks erkunden. Neben dem Kasino, Kino, Shoppingcenter, Bars, Restaurants und nicht zu Letzt die Spielhölle gibt es unzählige Sitzmöglichkeiten auf drei Decks verteilt. Ich bin erst mal ganz nach oben an die frische Luft gegangen, um die Ausfahrt der Fähre nach Wellington durch den "Queen Charlotte Sound" (der zu den bekannten Marlboruogh Sounds gehört) im Freien zu genießen. Wo liegt eigentlich der Unterschied von zwischen einem Sound und einem Fjord? Ein Sound wird normalerweise von einem Fluß und ein Sound von einem Gletschern geformt. Die Entdecker des Doubtfull Sound nannten ihn fälschlicherweise Sound. Ist aber ein Fjord.
Ca. eine Stunde hat es gedauert, bis wir durch den Sound, auf dem offenen Meer angekommen waren. Im Hintergrund konnte man bereits die Berge des Nordens von Neuseeland sehen.
Die nächsten Zwei Stunden habe ich mich aufs zweite Deck in ein Restaurant verzogen. Mit Fisch and Chips habe ich an meiner Internetseite weiter gearbeitet. Punkt 21 Uhr sind wir in Wellington eingelaufen. Alleine schon das Fahrrad aus dem muffigen, nach Öl riechenden Arial der Fähre in eine dunkles Hafengebiet zu schieben, war mir eigentlich zu wider.
Es war bereits dunkel. Die Straße, die in die Stadt führte, war gut befahren und hatte nicht wirklich Platz für Fahrräder. So habe ich erst mal Licht ans Rad gefummelt. Zum Glück hatte ich bei der Buchung der Fähre, gleich einen Backpacker für zwei Nächte in Wellington mitgebucht. Ich wusste wo es lang geht und das war das einzige was ich an diesem Abend noch gut fand. Ich kam mir vor, wie ein kleiner Alien in New York. Nicht mal das angekündigte, ehemalige Hotel, welches nun ein backpacker ist, konnte mich überzeugen. Umzäunt von schrecklichen 60er Jahre Hochhäuser, hatte es jeglichen Charme verloren. Sirenen von Polizei und Krankenwagen, so wie man es aus Fernsehsendungen wie die „Straßen von San Francisco“ kennt.
Erst mal einchecken und weiter sehen. Puh ist das ein großer und unpersönlicher backpacker. Ich bin es aus den letzten Tagen gewohnt, eher die kleinere Nummer zu fahren. Naja, sind nur zwei Nächte und dann werde ich wieder eher etwas Ländliches suchen. Ich bin zurzeit nicht auf das Großstadtleben eingestellt. Habe noch zwei Leipziger aus der letzten Unterkunft getroffen. Im Aufenthaltsraum hatten wir noch bis ca. ein Uhr geschnackt.
Morgen erst mal die Stadt erkunden und die Routen für den Norden planen. Des Weiteren brauche ich noch eine Schraube für meinen Gepäckträger. Beim Entpacken meines Fahrrades, hatte ich festgestellt, dass nun an einer anderen Stelle eine Schraube fehlt...
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Schiiieeet Wetter in NZ | | Warum brauchen die NZländer so viel Zäune? | | Weinberge | | Ich und meine Schotterstraßen ... |
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mein Schlafplatz in Picton | | Picton von der Fähre aus | | Abschied von NZ-Süd... | | Queen Charlotte Sound |
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| Frachtraum in der Fähre | | Blick vom Bug der Fähre
| | Ausfahrt in den South Pacific Ocean |
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Bild des Tages: "Alien in Wellington"
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Management Summery Südinsel:
Summe Spende: 622,60 €
Gefahrene Kilometer: 2619 km
Gefahrene Höhenmeter: 23094 hm
Radfahrtage: 25
Radfahrfreie Tage: 14
Stunden auf dem Rad: ca. 174 Stunden (Annahme 15 Km/h)
Pannenstatistik: Zwei verlorene Schrauben, einen Platten, defekte Gangschaltung, gerissene Speiche
Eierstatistik: Habe mit Maike eine Wette laufen, wie viel Eier ich wohl auf meiner Reise essen werde. Komme auf rund 40 Eier:
Bekanntschaften: eine Menge. Ich hoffe mit dem einen oder anderen kann ich noch den Kontakt halten.
Sex: keinen. Wann denn?
Spaß: trotz keinem Sex, eine Menge.
Gesundheit: bis auf ein paar Knieprobleme alles bestens. Die Beine sind jeden Tag stärker geworden.
Psyche: schwankend
Als Tipp: Ich habe viele Leute kennen gelernt, die mit einem Lonley Planet oder der gleichen durch die Gegend laufen und alles was darin als "Gut" beschrieben ist auch machen wollen. Verursacht einen riesigen Stress. Meine Meinung: „Scheiß drauf“. Entdecke die Gegend, die Stadt für dich. Es darf auch mal eine schlechte Unterkunft oder ein schlechtes Lokal dabei sein. Das gehört dazu. Wer gibt dir die Garantie, dass das was in so einem Guide drin steht auch wirklich gut ist und deinem Geschmack entspricht.
Strecke:
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geplante Route | | gefahrene Route |
Ende Südinsel Teil II (01.03.2011 - 16.03.2011)
Südinsel Teil I (06.02.2011 - 28.02.2011) Nordinsel Teil I (17.03.2011 - 29.03.2011) Nordinsel Teil II (30.03.2011 - 15.04.2011)