Marcus Kretzschmar
Tagebuch meiner Neuseelandreise

Last Update 30.03.2011, 11:00 am _________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Nordinsel Teil I (17.03.2011 - 29.03.2011)

Tag 37: 17.03.2011  Wellington (Radfrei)

@Marlies & Tom: Vielen Dank für eure Spende. Schön von euch zu hören.

@an Alle NGLPer: Ihr werdet Morgen euer Abenteuer (leider ohne mich) nach Indien starten. Habt viel Spaß, nehmt viele Eindrücke für euch mit. Getreu dem Motto: "Bis an die Grenzen und darüber hinaus.....". Kommt alle Gesund wieder zurück. 

St. Patrick´s Day

Das ehemalige Hotel, als Backpacker zu betreiben, fand ich heute Morgen, nach einer Nacht gutem Schlaf, eigentlich eine gute Idee. Die Küche ist auch noch mit den Gastronomie Geräten ausgestattet. Den Kühlschrank entdeckt man erst auf den zweiten Blick. Es gibt einen Kühlraum der sich hinter einer dicken, eisernen Türe versteckt. Heute Morgen hatte ich erst mal frisches Obst und Joghurt für das Frühstück einkaufen müssen. Auf der Suche nach einem Supermarkt, musste ich gefühlt die halbe Stadt im Regen ablaufen, bis ich endlich einen Food Store gefunden hatte. Es war bewölkt, kalt und grau. Ich hatte so keine Lust Wellington zu erkunden. Daher hatte ich mir ein ausgedehntes Frühstück mit frischem Obst und Rühreier gegönnt. Gestärkt mit einem zweiten Kaffee hatte ich mich dann die nächsten zwei Stunden aufs Zimmer zurückgezogen, wo ich ungestört meine Homepage pflegen konnte.

Gegen 13:30 Uhr war ich soweit, Sonja auch. Die grauen Wolken hatten sich verzogen und Wellington lud mich ein, es zu entdecken. Mit gepacktem Rucksack und vollem Elan ging es los. Keine Stadt hat ein Flair zu bieten, wenn es regnet (außer Hamburg natürlich). Drei Dinge wollte ich auf jeden Fall noch besorgen. Erstens das Rad Buch  „Pedallers`Paradise“ von Nigel Rushton für die Nordinsel. Eine Schraube für den Gepäckträger und  Vitamintabletten, so eine Art von „Frubiosa“ die ich im Wasser auflösen kann. Langsam gehen meine Tabletten, die ich von zu Hause mitgebracht habe, zu neige.

Auf der Suche nach dem Buch habe ich die Stadt im Zickzack durchlaufen, da ich von einem Buchhändler zum Anderen geschickt wurde. Zwischen durch hatte ich Naturshops, Sport- und Bikeshops oder auch in Apotheken nach meinen Vitamin-Tabletten gefragt. Wellington, hat schöne Einkaufsstraßen mit vielen Einkaufsmöglichkeiten zu bieten. Alte Baustile aus den Kolonialzeiten wurden in den heutigen Baustil integriert. Nicht immer geschickt, dennoch ist das Stadtbild von Alt und Neu geprägt.

Es ist heute der 17. März. Das wurde mir langsam bewusst, als ich an irischen Kneipen vorbeilief, in denen die Leute bereits Mittags schon besoffen, mit aufgedrehter irischer Mussik tanzten, lachten und feierten. Alles war in grün, in den Nationalfarben von Irland, geschmückt. Die Leute hatten sich wie an Karnevall verkleidet. Alles natürlich in grün. Ob Alt oder Jung, Hauptsache grün, feiern und saufen. Tanzveranstaltungen mit Irischen Tänzen auf der Straße, Bierzelte in der Fußgängerzone und überall ausgelassene Iren und gefühlt auch Irre, prägten das Stadtbild.

Der St. Patrick’s Day ist der Gedenktag zu Ehren des irischen Nationalheiligen Patrick von Irland, der an einem 17. März im 5. Jahrhundert gestorben sein soll. Er gilt als der erste christliche Missionar in Irland.

Lust auf ein Bier hätte ich schon, aber ich habe in den nächsten 3 Tagen fast 400 Kilometer vor mir. Daher ist "Non-Alkohol" mit Nudeln angesagt. In einer Passage, die mich sehr an das Lavantenhaus in der Mönckebergstraße erinnerte, hatte ich meinen Mittagskaffee, natürlich mit einem Muffin, genossen. Es regnete schon wieder. Der Regen hielt mich nicht davon ab, einer Opernsängerin in der Fußgängerzone zu zuhören. Ich setzte mich auf eine Bank. Es muss etwas von Mozart oder Verdi gewesen sein. Genau kann ich es leider nicht sagen. Aber es war schön. Augen zu, leichter Regen im Gesicht, so dass es nicht auffiel, dass ich feuchte Augen hatte, genoss ich eine Arie nach der anderen. Nach ungefähr einer halben Stunde hatte ich mich wieder auf den Weg gemacht, den nächsten, mir empfohlenen, Bücherladen zu stürmen.

Ich kann mich einfach nicht an die Geschäfts- Öffnungszeiten in NZ gewöhnen. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass wir bereits 17:30 Uhr hatten. Als ein Rolltor nach dem anderen geschlossen wurde, ist mir eingefallen, dass ich noch für das Abendessen und das Frühstück einkaufen wollte. Verdammte Kacke. Den ganzen Tag renn ich an den Supermärkten vorbei und nun haben sie geschlossen. Die größeren Supermärkte, die bis 20 Uhr aufhaben sind meisten etwas außerhalb. Aber wo? Da viel mir ein, dass ich neben dem Hauptbahnhof wohne. Bekanntlich hat so ein Bahnhof einiges zu bieten. Tatsächlich, in dem historischen Gebäude befanden sich Einkaufsmöglichkeiten. Essenstechnisch voll ausgestattet, ging ich wieder zurück in mein Backpacker-Hotel. Buch und Vitamintabletten hatte ich als Ausbeute für diesen Nachmittag zu verzeichnen. Eine Schraube hatte ich leider nicht gefunden. Gut! Wenn ich in Hamburg den Jungfernstieg und anschließend die Mönckebergstraße nach einer Schraube absuchen würde, hätte ich wahrscheinlich auch keinen Erfolg. Ich werde Morgen mal bei einer Werkstatt unterwegs anhalten und nach einer Schraube fragen.

Als Abendessen, gab es mal wieder Käsenudeln, mit Ei und Salat. Dazu viel Orangensaft. Ivette aus Leipzig, die ich aus Marahau kannte, leistete mir Gesellschaft. Rene, mit dem Sie unterwegs war, hatte sich anderweitig beschäftigt. Aus der großzügigen Hotelbar, wie soll es heute auch sein, war irische Volksmusik und Gelächter von besoffenen Iren, zu hören. Gegen 22 Uhr hatten wir uns in Richtung Hotelbar aufgemacht. Ein Bier ist kein Bier! Draußen stürmt und gießt es, als wenn der da oben nicht möchte, dass ich morgen wieder aufs Bike sitze. Bis halb zwei hatten wir zusammen mit Rene noch ein wenig Billard gespielt. Bei einem Bier bliebs dann leider auch nicht.

Ab ins Bett, muss morgen wieder Kilometer schruppen.

Fazit des heutigen Tages: Wellington ist eigentlich gar keine schlechte Stadt. Man muss sich nur drauf einlassen.

 

         

Feiernde Iren am St.Patricks´Day

 

Universitätsgelände v. Wellington

 

Shopingpassage stilgerecht..

 

Schule aus...

 

   

Bild des Tages: Ire oder Irrer?

 

typisches Stadtbild von Wellington

Tag 38: 18.03.2011  Wellington => Shannon (112 Km) "Helli & Jenny"

Und wenn´s dann mal läuft.

Das späte ins Bett gehen und das letzte Bier, hielt mich nicht davon ab, heute Morgen kurz nach sieben, bei fast blauem Himmel, aufzustehen. Die gesamte Crew in meinem Zimmer, vier Mann und eine Frau, schliefen noch. Ein reichhaltiges Frühstück, viel Obst, Kaffee und Nutella Brötchen haben den letzten Alkohol verdrängt. So jetzt fertig packen. Musste noch den Gepäckträger reparieren, da ich gestern keine Schraube mehr gefunden hatte. Dem Kabelbindererfinder sei mal wieder Dank ausgesprochen. Gepäckträger gefixt, Gepäck verladen musste ich nun schauen, wie ich aus diesem morgendlichen Verkehr rauskam. Heute hieß es die Route Nr. one (die im Norden nicht im Süden) in Richtung Norden zu fahren. Mir ist bewusst gewesen, dass das nicht die schönste Strecke sein wird, die ich bisher gefahren bin und auch noch fahren werde. Das es aber so schlimm wird, hätte ich mir in meinen schlimmsten Träumen nicht einfallen lassen können.

Mein Navi führt mich zielgerichtet auf die Route Nr. One. Vorbei am Hafen, wo ich vor zwei Tagen mit der Fähre von Picton her gelandet war. Es war nicht so richtig schönes Wetter. Die Jacke hatte ich vorsorglich schon mal an. Das war auch gut so. Als Warnweste, im grell leuchteten gelb, verrichtete sie in den nächsten Minuten beste Dienste. Es ging eine Auffahrt hoch. Oben sah ich schon, eine Straße ähnlich einer Autobahn. Mhh.. so richtig zwischen Autobahn und Bundesstraße unterscheiden die hier in NZ nicht. Schilder sind irgendwie alle grün. Ein Schild mit Fahrradverbot hatte ich auch nicht gesehen und zu guter Letzt weiß mein Navi auch, dass ich kein Auto bin. Also hoch die Auffahrt. Die Leusels dieser Welt haben mir in diesem Moment den Mittelfinger mit zusätzlichem Horn gezeigt. Die Auffahrt oben angekommen, war mir klar geworden, ich befinde mich auf der Autobahn. Scheiße! Und ich war noch keine drei Kilometer weit gekommen. So was jetzt tun? Fahrrad zurückschieben, mit der Gefahr, dass mich so ein Brumme Rückwerts platt macht, oder bis zur nächsten Ausfahrt einfach mal ignorieren, dass ich auf einer Autobahn bin und gute Miene zum schlechten Spiel machen. Vielleicht wie ein Auto gucken? Ein winkender Bauarbeiter, der alles stehen und liegen lassen hatte, als er mich mit gepacktem Rad auf dem doch sehr schmalen Seitenstreifen sah, hatte mir meine Entscheidung abgenommen. Muss wohl der Vorarbeiter von der Leitplanken-Reparatur-Kolonne gewesen sein. Er packte mein Rad in seinen Pickup und setzte mich ca. 2 Kilometer an der nächsten Ausfahrt wieder ab. Cooler Typ. In Deutschland hätte ich eine Radiodurchsage verursacht. Achtung:  „Verrückter mit vollgepacktem Fahrrad, Krümel an der Seite und Wahrweste rollt über die Autobahn“. Man, Man, Man, was muss ich noch alles mitmachen. Nach dem mich hier „Chef Papa of Leitplankenbauer“ abgesetzt hatte, durfte ich auf der gleichen Straße, auf einer Art Gehweg weiter fahren. Wie bescheuert ist das denn? Gleich mal eine Rampe hoch. Man muss sich vorstellen, man fährt die A 7 von Hamburg nach Hannover. Vielleicht noch ein wenig hügeliger. Rechts ist ein Gehweg und da fahren Radfahrer. Das geht doch nicht! Also noch mal die Karte ausgepackt. Eine kleinere Straße führt zickzack an der Route Nr. One entlang. Zwar durch alle Ortschaften aber besser als die ganzen Abgase zu schlucken. Bin auch durch die Frauenstadt „Tawa Shopping Village“ durchgefahren. Nur Shopping Malls und Outlet Center.

Man ging mir die Strecke auf den Sack. Es windete auch noch ganz schön. Die Trucks, die die Malls belieferten, zwängten sich dicht an mir vorbei und ich war müde. Wie lange soll das den noch dauern? Augen zu und durch. Ich quälte mich die nächsten 40 Kilometer an der Rout Nr. One vorbei bis ich wieder auf diese musste. Zwischen durch eine Käseschnitte eingeschmissen, die gefühlt auch schon nach Abgasen gerochen hatte. Und weiter!

Irgendwie hat der Wind gedreht. Die Straße war nur noch zweispurig, was aber nichts daran änderte, dass die Trucks langsamer an mir vorbei fuhren, und es lief irgendwie ganz gut. Ich ließ es einfach rollen. Gedanken bei allem Möglichen. Fast schon am Zielort (Levin) angekommen, ging rechts die 57 Richtung Palmerston North, weg. Ein Blick in die Karte verriet mir, dass ich über die 57 und dann die 54 die Route Nr one für die nächsten ca. 100 Kilometer umgehen könnte. Cool! Es läuft. Daher war schnell der Entschluss gefasst, nicht nach Levin sondern nach Palmerston zu fahren. An einem Obststand hatte ich mich noch mal versichert, dass im worst case auch noch Shannon, eine Ortschaft auf halbem Wege, dazwischen liegt und eine Schlafmöglichkeit bietet. Also rollen lassen. Shannon hatte ich schneller erreicht als geplant. Da ich Hunger hatte, bis Palmerston nur noch 30 Kilometer waren und wir erst kurz nach 3 Uhr hatten, gönnte ich mir ein Päuschen im kleinen Park. Da viel mir auch ein Hotel mit einem Pub auf. Hat mich an die Absteige in Lumston, eine Station vor Queenstown, erinnert. Gestärkt und das Ziel bereits im Auge wieder auf´s Bike und los. Es rollt mit Rückenwind einfach gut. Und alles was ich heute fahre, muss ich Morgen nicht fahren.

Fünf Kilometer hatte ich zum Glück erst nach meiner letzten Pause hinter mich gebracht, als dieses, schon bekannte, Knacken zu hören war. Knack! Verfickte Scheiße! Wenn´s schon mal rollt. Speiche gebrochen. Sofort angehalten und den Schaden erst mal begutachtet. Diesmal zum Glück auf der richtigen Seite des Hinterrades. Die Speiche hat es diesmal nicht am Inneren Niet genommen, sondern außen am Gewinde. Daher muss die Speichenmutter auch ausgetauscht werden und das geht nur, wenn man komplett den Mantel mit Schlauch und Felgenband runternimmt. Also abpacken, Hinterrad raus, Mantel mit Schlauch runter. Als ich die gerissen Speiche rausziehen wollte, ist mir fast das Gesicht eingefroren. Verdammte Kacke! Ich habe eine Scheibenbremse und die Scheibe verhindert, dass ich die Speiche rausziehen, bzw. eine Neue stecken kann. Also Bremsscheibe runter. Aber wie ohne einen „Torks-Schlüssel“? Die Bremsscheibe ist mit fünf Tork-Schrauben festgemacht. Ich weiß wo meiner liegt. Bei Arne im Keller. Da bringt er mir nun nicht viel. Ist mir beim Packen des Werkzeuges auch nicht aufgefallen, dass ich so blöde Schrauben am Fahrrad habe. Also Gerissene Speiche irgendwie rausfummeln (hat danach ausgesehen wie eine Fusilli Nudel), Mantel und Schlauch wieder drauf und Rad eingebaut. Ich hatte auch versucht, die neue Speiche von der anderen Seite durch zu fummeln, nur dann ist sie zu kurz. Muss auch mal mit einer Speiche weniger gehen. Zu mindestens fünf Kilometer zurück nach Shannon. Dreißig Kilometer mit Höhenmeter nach Palmerston wäre ich so nicht gekommen. Da ist mir die Frage von Ralph und Maike in Sinn gekommen. „Wozu dienen eigentlich die Speichen?“. Lieber Ralph, liebe Maike: stellt euch die Gesamtheit der Speichen wie ein Partnerschaft oder eine Ehe vor. Bricht ein Teil weg, so eiert der andere Teil ziemlich blöde in der Gegend rum. Das Gegengewicht, -Zug ist nicht mehr da.

Mit eierndem Rad, Gegenwind und ein komisches Gefühl im Bauch bin ich wieder in Richtung Shannon gefahren. Aufstehen war nicht, da hat das Rad fast blockiert. Schleifgeräusche, von der Bremsscheibe und Schutzblech verursacht, machten meine Laune nicht besser. Gewicht nach vorne auf den Lenker verlagert und auf keinen Fall zu stark treten oder Gewicht rein hängen. Rollend die nächste Tankstelle mit angrenzender Werkstatt in Shannon erreicht. Die sind alle so freundlich hier in NZ. Der Typ von der Tanke hat mir gleich ein ganzer Torks-Kasten gegeben. Auf der Seite der Tankstelle, hatte ich mein Rad heute zum zweiten Male auseinander genommen. Bremsscheibe ab und Speiche auswechseln. Das Hinterrad erst mal ohne Mantel in den Rahmen eingespannt. So konnte ich das Ei beim Drehen in der Felge sehen. Also Felge richten. Zum Glückhatte ich das von meinem Vater gelernt. Improvisiert mit Mantelheber und Klebband habe ich mir eine Felgenrichtvorrichtung gebaut. So konnte ich genau sehen, welche Speiche ich anziehen musste. Bis auf wenige hundertstel Millimeter konnte ich die Felge zentrieren. (Wenn das mit der Ehe auch so einfach ginge). Mantel drauf und Fertig. Nicht ganz. Die Achse war auch noch lose. Warum auch immer. Mit zwei 17ner Gabelschlüssel konnte ich diese wieder etwas anziehen. Ist aber gar nicht so einfach einer Neuseeländischen Werkstatt metrische Gabelschlüssel zu finden. Die arbeiten noch viel mit Inch. Nach dem ich mein Fahrrad wieder fertig gepackt hatte, war es mittlerweile auch schon halb sechs. Lust nach Palmerson zu fahren hatte ich auch nicht mehr. Also ab ins Pub. Coole Bude. Voll mit Eingeborenen die Pferdewetten abschlossen. Überall Großbildschirme mit Pferderennen, Auswertungen und Zeiten. Die Tische vollgestellt mit halb ausgetrunkenen Biergläsern und ein Geschreie in Richtung der Bildschirme. Ein Schein nach dem Anderen wurde in so eine Wettautomaten eingezahlt.

Das Hotel geht auch als Backpacker durch. Für 20 NZ$ habe ich sogar ein Einzelzimmer bekommen. Nachdem ich geduscht und gegessen hatte (Steak mit Salat und Chips) musste ich erst mal schlafen. Ausgeruht habe ich mich ab 21 Uhr mal wieder meiner abendlichen lieblings Beschäftigung, dem Internet, zugewandt.

 

      

Hotel mit Pub in Shannon

 

Speichenbruch der Zweite

 

Baustelle

 

      

Demontage der Bremsscheibe

 

Felgenzentriervorrichtung vom Feinsten

 

... ich habe fertig ...

  

Bild des Tages: "Zum Glück bin ich ohne Frau unterwegs..."

 

Tag 39: 19.03.2011  Shannon => Taihape (138 Km)

Nachtrag: Durch einen Formelfehler und einer zusätzlichen Spende hat sich der Spendenbetrag (Südinsel) auf 571,05 € erhöht. Achtung! Um noch mal darauf hinzuweisen. Ich spende den gleichen Betrag zusätzlich (siehe Spalte "Marcus on Top"). Daher wird der Spendenbetrag in doppelter Höher pro Zeile ausgewiesen.

@Sascha: Danke für den Hinweis (Formelfehler)

@Daniel: Fast zehn Jahre nichts voneinander gehört. Vielen Dank für die Spende. Ich werde mich bei euch melden, sobald ich im Süden bin..

Schweinehund.

Es war mal wieder schön, im Einzelzimmer zu schlafen. Die hygienischen Verhältnisse in dieser Buze sollte man aber besser komplett ausblenden, da man sonst Angst haben müsste, sich sämtliches Zeug zu holen. Als ich heute Morgen in der Küche mir das Frühstück zubereitete, klebte ich nicht nur am Boden fest, sondern alles war so fettig, sogar meine Kaffeetasse. Bah.. da hab ich mir gestern ein Steak mit Salat zubereiten lassen… Besser nicht weiter drüber nachdenken.

Richtig schön war das Wetter nicht, als ich mich heute Morgen aufs Bike setzte. Aber naja, muss halt sein. Bis Palmerston Nord hatte ich mich so durchgeschleppt. Ich war drauf und dran, mich nach einer Zug- oder Busverbindung nach Taupo zu erkundigen. Die Strecke gibt nicht viel her, es ist windig und zu Regen könnte es auch jeden Moment kommen. Nein! Das kommt nicht in die Tüte. Meinen Schweinehund hab ich mindestens zweimal getreten. So schleppte ich mich die nächsten dreißig Kilometer weiter. Ich komme mir ein wenig wie Forest Gump vor. Als er lief und lief. … Ich fuhr und fuhr…manchmal gings bergab, manchmal bergauf, manchmal hat es geregnet, wenn ich Hunger hatte aß ich etwas, wenn ich müde war schlief ich ein wenig …. :-). Die Jacke hatte ich im viertelstündlichen Takt an- und abgezogen. Als ich gerade mal wieder die Jacke angezogen hatte, weil es anfing wie aus Kübeln zu schütten hupt es hinter mir. Ne das glaub ich jetzt nicht! Meine Schweizer, Maria und Remo aus Marahau. Verfolgen die mich auch? (macht Gerry und Caroline doch schon).

Die beiden sind auch auf dem Weg nach Taihape. Da es nur ein backpaker in Taihape gibt, haben wir uns für heute Abend verabredet. Maria wird etwas feines Kochen. Und auf einmal lief es wieder ein wenig runder. Ich hatte ein Ziel vor Augen. Dennoch hatte ich mir zum dritten Male heute "Frankie goes to Hollywood" aufgelegt. Passt irgendwie gut zur Stimmung. Die "Fantastischen Vier" waren zuvor dran. Da kommt aber nicht wirklich Stimmung auf.

Ich fragte mich schon die ganze Zeit, wo eigentlich die angekündigten 1300 hm für heute bleiben. Sie kamen. Ab ca. Kilometer 70. Beim downhill hat sich dann meine dritte Wasserflasche (eine Pet Flasche), die ich unter die Spanngurte auf dem Gepäckträger gespannt hatte, mit einem lauten Aufprall auf der Straße, die sie nicht überlebt hatte, verabschiedet. Scheiße! Nicht drüber nachdenken. Bei ca. 60 Stundenkilometer muss ich mich auf die Straße konzentrieren. Als dann mal wieder das Wasser knapp wurde, da die Sonne rauskam und ich die Höhenmeter schruppte, kam mir der Golfplatz, in der Nähe einer Schlucht, gelegen. Ich bin mit meinen schicken Radklamotten inmitten der pink tragenden Sweetshirt Träger kaum aufgefallen. Schnell noch ne Kleinigkeit gegessen und weiter. Nur noch vierzig Kilometer, bis ich endlich von Maria etwas gekocht bekomme. Es zog sich noch ganz schön… aber es war nicht mehr windig und kalt.

Gegen 18 Uhr in Taihape im Backpacker angekommen, hatten die zwei mich bereits erwartet. Es gab Spagetti Bolognese mit viel Salat. Daran könnte ich mich gewöhnen. Im Backpacker sind wir, bis auf einen älteren Mann der eine Art Comic Buch schreibt und zeichnet, alleine. Selten so gute Zeichnungen gesehen. Überall liegen DINA 3 große Zeichnungen rum. Er wohnt über mehrere Monate hier und nutz so seine Creative Phase. Übrigens, Taihape ist bekannt für Gummistiefel. Angeblich wurde hier der Gummistiefel erfunden. Dazu gibt es auch jedes Jahr ein Fest mit Gummistiefelrennen und Gummistiefelweitwurf. Am Ortsausgang, soll auch der größte Gummistiefel der Welt (aus Wellblech) stehen. Werde ich Morgen mal drauf achten.

Die Strecke Morgen nach Taupo wird noch mal hart werden. Ca. 140 Km mit 1400 hm. Die ersten 50 Kilometer wird es bis auf 1000 Meter hoch gehen. Dann Tendenz nur noch nach unten. Kurz vor Taupo wird es noch ein kleines Hügelchen geben und dann erst mal schauen, was Taupo so bietet.

 

         

Ein Auf und Ab

 

Hügellandschaft

 

Wohl ein bisschen zu viel gewollt...

 

Achtung! kaufsüchtige Frauen kreuzen die Straße

 

Bild des Tages: Freudiges Wiedersehen mit Maria und Remo aus der Schweiz

 

Tag 40: 20.03.2011  Taihape => Taupo (142 Km) 

Nachtrag:

Und weitere Spenden sind für die Südinsel eingegangen. Somit hat sich der Gesamtbetrag Südinsel auf 621,69 € erhöht.

Es darf auch für die Nordinsel gespendet werden!

@Vincent, Lukas, Claudia und Michael: vielen Dank für eure Spende….. freue mich euch bald wieder zu sehen.

Jakobsweg durch die Wüste.

Warum auch immer, stand ich heute Morgen neben mir. Gefühlt habe ich mal wieder zu wenig geschlafen. War müde wie Hulle, dennoch müssen die 140 Kilometer heute geschafft werden. Gestern Abend haben wir noch „The Bucked List“ mit Jack Nicholson und Morgan Freeman angeschaut. Der Sprung aus dem Flugzeug hat mich an meinen in Queenstown erinnert :-). Den Rechner hab ich erst gegen ein Uhr ausgemacht. 7:30 Uhr war aufstehen angesagt. Brote richten, noch ein wenig mit Remo schnacken, Maria hatte noch geschlafen, und dann ab aufs Bike. Dann hatte ich meine Brille nicht gefunden. So eine Scheiße…. Alleine so ne kleine Sache hatte mich heute Morgen vollkommen aus dem Konzept gebracht. Ich brauche eine Pause und muss mal ausschlafen… Ich hatte sie, eigewickelt im Stromkabel, bereits im Rucksack verstaut. Trinkflaschen standen auch noch in der Küche… wie verhext heute Morgen. Ich spüre eine regelrechte innere Unruhe in mir.

Klar war, dass ich heute den ganzen Tag die Route Nr. six bis Taupo fahren werde. Es gibt keine Alternativroute. Da Sonntag war, war der Truckerverkehr auch nicht ganz so schlimm. Das Profil meiner Strecke hat mir angezeigt, dass ich die ersten 50 Kilometer tendenziell nach oben fahre um dann die zurückgelegten Höhenmeter auf den nächsten 90 Kilometer wieder runter zu rollen. Ein langer Anstieg drückte mir den Schweiß ins Gesicht. Hat aber Spaß gemacht. Eine ewig lange, dreispurige Straße, ohne dass man das Ende der Steigung nur erahnen konnte. Maria und Remo fuhren in dem Moment kurz an mich heran und verabschiedeten sich noch mal aus dem fahrenden Auto. Die zwei werden im Nationalpark ein wenig wandern gehen, einen Abstecher nach Taupo machen und dann nach Rotorua weiter fahren. Dort werden wir uns treffen und ggf. zusammen raften. Da freue ich mich jetzt schon drauf. Nach ca. 30 Kilometer hatte ich Waiouru erreicht. Der Hunger hat mich dazu veranlasst, bei „Sub Way“ einzukehren. (war acht Kilometer vorher bereits angekündigt. Bis ich da war, war mein Hunger dann auch soweit). Gestärkt mit einem Baguette und Wasserflaschen aufgefüllt gings weiter.

Ein Straßenschild, wie ich es nur aus den Skigebieten kenne, ließ mich etwas stutzen. „Passstraße offen. Achtung bei Schnee und Eis, Schleudergefahr auf die nächsten 50 Kilometer“. Waassss…? Wo komme ich den dahin? Die Straße hieß auch noch „Desert Street“. Puh, hatte dann erst mal meine Wasserreserven geprüft. Meine dritte Flasche hatte ich immer noch nicht ersetzt. Hatte aber noch zusätzlich einen halben Liter Cola Light dabei. Sollte langen. Kaum das Straßenschild passiert, verschwanden die Bäume fast so, als wurden sie vom Erdboden einfach verschluckt. Nach wenigen Kilometer waren nur noch Gräser und Büsche, max. ein Meter hoch, zu sehen. Die dreispurige, nicht zu wenig befahrene Straße, schlängelte sich durch die Wüste. Links und rechts Schilder mit dem Hinweis, „Bleiben Sie für Ihre eigene Sicherheit auf der Straße, Army Military Area“. Spinnen die alle… müssen die jetzt die gesamte Wüste für ihre Kriegsspiele nutzen....:-.(. Aber warum sollte ich auch von der Straße ab? Vielleicht zum Pinkeln... wäre mal schön gewesen. Aber es gab kein Baum. Die Büsche waren zu niedrig. Blöd…. Muss aber! Zum Glück gabs auch mal Böschungen die etwas höher waren. Blödes Gehupe gabs trotzdem… Mittelfinger raus und gut war.

Fünfzig Kilometer können sich ganz schön ziehen, wenn es außer Straße und Büsche nichts gibt. Links von mir hatte ich freien Blick auf ein, in der Karte eingezeichnetes, Skigebiet. Der Berg war mnit Schnee bedeckt. Die Straße schlängelte sich durch die Landschaft, als hätte jemand, der Schwierigkeiten hat gerade Linien zu ziehen, versucht hier eine Straße einzuzeichnen. Trotz gefühlt flacher Landschaft, hatten die Berge es in sich. Sie zogen sich. Es roch irgendwie nach Nichts. Nicht nach Blumen, nach Bäume (woher auch!) irgendwie nur nach Straße. Ist mir die letzten Tagen bereits schon  aufgefallen, dass es auf der Nordinsel anders riecht als im Süden. Nicht diese Natur wie ich sie liebe, sondern eher Straße, Teer, Abgase und „nicht riechende Luft“… Ich hoffe das wird sich noch mal ändern. Genau das ist es, was das Radfahren ausmacht. Die Umwelt wird intensiver wahrgenommen. Zu mindestens mache ich das. Es ist gut warm. Es bildet sich Schweiß auf der Haut. Meine Trinkreserven sollten langen… hoffte ich zu mindestens. Wenn nicht, Autos fahren genug. Obwohl die Landschaft eigentlich nichts hergab, war sie spannend und interessant. So anders... Wie in einem amerikanischen Film cruiste ich durch die Landschaft. Ich hatte zuvor auf so einer großen Fläche so viel ödes Land noch nicht gesehen. Und ich fahre noch mitten durch… coole Sache. In den drei Stunden, die ich brauchte um die Wüste zu durchqueren, konnte ich mir viele Gedanken machen. Mit eine wenig „Frankie goes to Hollywood“ ließ ich meine Vergangenheit Revue passieren. Vielmehr aber, machte ich mir Gedanken darüber, wie es weiter gehen wird wenn ich wieder zu Hause bin. Was wird sich ändern? Was hat sich geändert? Ist es einfach nur die Zeit, die die Wunden heilt oder werden mir die Erinnerungen der letzten drei Monate helfen, über alles hinweg zu kommen. Markus hat am 18.2 einen Spruch ins Gästebuch geschrieben, der mir seither nicht mehr aus dem Sinn geht. „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. „. Es waren nicht nur Steine, es waren Felsen! Aber auch daraus kann ich etwas bauen. Ich werde daraus etwas bauen! Was genau weiß ich nicht. - Es wird nicht das Alte sein. - Ob es besser ist weiß ich auch nicht. - Aber es wird gut werden. - Vielleicht sogar perfekt. Perfekt ist etwas, das Bestand hat. Unsere Liebe hatte keinen Bestand, daher kann sie auch nicht perfekt gewesen sein. Ich schaue nach vorne und bin überzeugt, dass alles seinen Sinn hat. Für meinen Neustart habe ich mir für mich persönlich auch etwas ganz Besonderes ausgedacht. Dazu mehr in Auckland.

Nach rund 40 Kilometer hat der Erdboden die Bäume Stück für Stück wieder freigelassen und in der Landschaft verteilt. Kaum bemerkbar war irgendwann wieder ein Wald um mich herum entstanden. Nun erst mal eine größere Pause um den Motor wieder zu füllen. Ich hatte alles, was ich noch an Vorräten hatte, verschlungen. Apfel (meine Allergie gegen Kernobst ist plötzlich weg), Orange, Snickers. Käsebrote, Joghurt und m&m. Puh..,. jetzt ist mir schlecht aber wieder gestärkt. In Turangie erst mal für den Abend im Supermarkt eingekauft, da ich nun weiß, wann die Läden in NZ schließen. Fast 40 Kilometer durfte ich am See Taupo entlang radeln. Es war so warm und es roch nach Seeluft. Urlaubsfeeling pur. Ich hatte die Kilometer kaum bemerkt. Es rollte einfach. Immer wieder bin ich abgestiegen und habe ein paar Fotos geknipst. Durch spießige Vororte von Taupo durch gefahren, bis ich dann doch endlich nach einem langen Tag in Taupo angekommen war. Hundertvierzig Kilometer und 1300 hm in den Beinen merkt man schon. Auch wenn es eine interessante Strecke war. Im „Go Global“ backpacker eingecheckt und Wäsche aufgesetzt, hatte ich erst mal Taupo ein wenig erkundet. Verschlafenes Nest mit ein paar wenigen Attraktionen. Bin heute Abend mal Indisch essen gegangen. Auch mal wieder etwas Feines. Morgen soll es regen. Aber auch egal! Will einfach mal schlafen. Werde auch heute Abend bei Zeiten zu Bett gehen.

         

Größter Gummistiefel der Welt

 ... Nichts ... 

Skigebiet "Whakapapa"

 

Landschaft Lake Taupo

 

   

Bild des Tages: mein "Jakobsweg"

 

Lake Taupo

Tag 41: 21.03.2011  Taupo (Radfrei)

Lebe deinen Traum.

Endlich mal wieder ausschlafen…. bedeutet bei mir bis kurz nach acht. Dann musste ich raus. Bin dafür auch schon vor zwölf gestern Abend schlafen gegangen. Mit einem richtig guten Frühstück mit viel Obst, ausgedehnt über zwei Stunden, hab ich den Tag begonnen. Leider war es regnerisch, so dass mein Tag am See buchstäblich ins Wasser viel. Also hab ich ein wenig Taupo erkundet. Die Attraktionen, die hier angeboten werden, hab ich entweder schon gemacht (Ski diving, Bungy) oder will ich noch in Rotorua machen (Rafting, Hot Pools). Eine leere Kneipe nach der anderen, mehr hat Taupo derzeit nicht zu bieten. In einem Bikeshop hatte ich mir einen Tork-Schlüssel besorgt. Wer weiß, wann die nächste Speiche bricht:-(. Wie immer, bin ich ins Schnacken gekommen. Wo ich herkomme, was ich vorhabe etc… da gab mir der Verkäufer, ein junger Typ der auch viel Fahrrad fährt, einen guten Tipp. Von Rotorua aus soll ich Richtung Pauanui fahren. Diese halb Insel ist Coromandel. Soll super schön sein. Schöne Strecken zum Fahren aber auch schöne Strände und Landschaften. Hier werde ich mich ca. drei Tage aufhalten. Danach werde ich mit der Fähre, die montags und mittwochs nicht fährt, direkt von Coromandel nach Auckland übersetzen. Den Weg nach Auckland mit dem Rad zurückzulegen soll langweilig sein.

Somit habe ich wieder ein Ziel vor Augen. Sonntag den 27.3 plane ich mit der Fähre nach Auckland überzusetzen. Dort werde ich alles für meinen Rückflug fixen (Radkarton etc.) und dann noch mal für ca. zwei Wochen in Norden die Ostküste abfahren, bevor ich am 15. nach Sydney verschwinde.

Ich fühle mich heute so relaxed. Als wenn alle Last von mir gefallen wäre. Ich freue mich auf die nächsten Tage und was ich noch alles erleben darf. Der heutige Tag ist so entspannt. Nachdem ich mit dem Bikeshop-man geschnackt hatte, hatte ich mir erst mal ein Soft-Eis (ab und zu liebe ich das) bei MC Donalds gegönnt mit dem ich mich an See zurückgezogen hatte. Am See angekommen, konnte ich Golfer beobachten, wie sie von einer Drivingrange vom Land aus versucht hatten, die Bälle auf einer künstlich angelegten Insel auf dem Wasser zu versenken. Mhh… die haben die Bälle versenkt…. Aber nicht auf der Insel :-).

Nachdem ich das Eis am See genossen hatte war ich mal wieder müde wie Hulle. Das Wetter macht mich auch so müde. Irgendwie noch mehr hier rum hängen hatte ich keine Lust. Also erst mal ein Mittagschläfchen. Mein Körper nimmt sich gerade alles was er braucht. Nach zwei Stunden erholsamen Schlaf hatte ich mich wieder auf Tour begeben. Hunger machte sich breit. Da bin ich an so einer Nudel Factory vorbei gekommen. Barmi Goreng hatte ich mir bestellt. Hätte ich mal bleiben lassen sollen. Puhh, war die schlecht.. und mir hinter her auch. Barmi Goreng werde ich wieder in Hamburg in der Schlemmergasse beim Rathausmarkt essen. Kann ich nur empfehlen, wenn man am Samstag shoppen geht und ein wenig Hunger bekommt.

Jetzt noch ein Kaffee und das Leben ist wieder schön. Dazu wie immer etwas Süßes. Bananen-Schoko-Kuchen und das mit Ausblick auf den See. Danach noch selbst gemachtes Eis, mhhh.... Die nächsten zwei Stunden hatte ich in diesem Café verbracht und meine Internetseite gepflegt. Es ist traumhaft, einfach das zu machen was man möchte. Die nächsten Tage zu planen und sich darauf freuen, was die nächsten Tage so alles mit sich bringen werden. Lebe Deinen Traum…

Auf dem Weg Morgen nach Rotorua werde ich nach ca. 40 Kilometer einen Abstecher an den See Okareka machen. Dort soll es heiße Pools geben. Hab das heute in den kleinen Flyern gesehen, die in den Info Centers ausliegen. Das sind Seen, die im Vulkangebiet vor sich hin brodeln und noch ein bisschen Schwefel ausspuken. Wie immer, mal sehen was der Tag Morgen so bringt. Hauptsache es regnet nicht.

 

Bild des Tages: "Lebe deinen Traum"

Tag 42: 22.03.2011  Taupo => Rotorua (82 Km) "Sebastian`s Weg"

Kampf der Giganten.

Es regnet…. Laut Wettervorhersage soll es ab Mittag wieder besser werden. Mittags wollte ich aber schon an den heißen Quellen sein…. Was tun?…. Egal ich bin nicht aus Zucker… ich habe gut gefrühstückt, es ist bereits acht dreißig Uhr und ich werde mich jetzt mal wassertauglich anziehen. Wie bereits schon mal erwähnt, es ist ein Unterschied im Regen los zu fahren oder in Regen zu kommen. Ich hasse die erste Variante. Aber ich lasse mir von so einem Regen auch nicht vorschreiben, wie ich meinen Tag gestalten kann!

Zum Glück bin ich losgefahren. Es ist zwar hart, sich auf einer dreispurigen Straße gegen LKW’s zu stellen, die man in der Wasser-Gischt, die sie um sich herum mitziehen, gar nicht erkennen kann. Man hört nur ein lautes brummen, schaut kurz über die rechte Schulter um und sieht einen aufgeblähten Wasserballon auf sich zukommen, in diesem Moment ist man auch schon nass. Und zwar von oben bis unten. Einmal nass, macht das Kämpfen zweimal spaß. Musik auf die Ohren und los. Krieg gegen die Trucks.

Kurz nach Taupo hab ich mir erst mal die Wasserfälle angeschaut. Das besondere an diesen Wasserfällen ist, dass das Wasser weiß-blau wie Eis, fast leuchtend aus einer Schlucht in ein großes Becken geschleudert wird. Paar Fotos und dann gleich wieder aufs Rad. Es regnet immer noch die verdammten Katzen und Hunde. Weitere fünf Kilometer weiter hat Taupo auch hot pools zu bieten. Die hab ich auch gleich noch mitgenommen. Ist schon phantastisch, was die Natur so alles bietet. In den schönsten Farben sind hier pools entstanden, die dampfen und Wasser spuken. Man darf in einigen Becken sogar baden. So, diese Tümpel auch noch im Gepäck der Eindrücke und Erinnerungen und weiter gings. Nach ca. 40 Kilometer bin ich dann endlich an den heißen Quellen angekommen. Das Wetter hatte sich so zugezogen, dass ich keine Lust hatte, mir noch mehr Dampf und Geschmotter anzusehen. Schwefel riecht einfach komisch.

Wenige Kilometer weiter hat die Sonne es geschafft, die dicken Regenwolken zu verdrängen. Regenjacke aus, Vespern und weiter… noch ca. 50 Kilometer bis Rotorua. Außer ein paar schöne Berge hatte die Landschaft bis dahin wenig zu bieten. Wahrscheinlich bin ich von der Südinsel landschaftlich zu verwöhnt worden. Dennoch hat es viel Spaß gemacht, die letzten Kilometer in der Sonne zu strampeln und sich die Kleidung trocken zu fahren. In Rotorua habe ich es mir gegönnt, in einem 5* Backpacker einzuchecken. Statt 26NZ$ zahl ich nun 31NZ$ / Nacht. Sind umgerechnet zurzeit ca. 15 €. Alles blitzeblank sauber. Hier kann man es aushalten. Als ich an der Rezeption mir Rafting und „Wai-O-Tapu“ für den nächsten Tag buchte, sprach mich Bruni an. Bruni hat sich ein Jahr Auszeit von ihrem Lehrerinnendasein genommen und tingelt nun mit Rucksack durch die Welt. Wir hatten uns gleich gut verstanden, so dass wir erst mal Kaffee trinken gegangen sind. Als wir Hunger bekommen hatten, hatten wir uns in der gemütlichen Fußgängerzone ein Lokal ausgesucht. 350g Rip-Ey-Steak. Auch mal wieder gut. Noch ein paar Bier in der Bar neben an und der Tag war richtig gut. (@an Clubgründer: Club bitte noch bestehen lassen).

         

.. viel Dampf um viel ...

 

weiß-blauer Wasserfall bei Taupo

 

... ein Kunstwerk ...

 

... gestylte Lanschaft ...

 

Bild des Tages: "Natur pur"!

Tag 43: 23.03.2011  Rotorua (Radfrei)

Nur für harte Männer.

Ein bisschen unausgeschlafen gings am nächsten Morgen neun Uhr nach „Wai-O-Tapu“. Bruni ist, trotz, dass sie nachts nicht schlafen konnte und das Zimmer wechseln musste, weil sie nur mit Irren im Zimmer nächtigte, auch mitgekommen. „Wai-O-Tapu“ ist die größte und farbenreichste Vulkanlandschaft, die Neuseeland zu bieten hat. Es stinkt erbärmlich. Mir war irgendwie den ganzen Morgen schlecht. Dennoch konnte ich die Farben und das Blubbern der Seen einigermaßen genießen. Zurück im Backpacker musste ich erst mal schlafen um gegen halb drei wieder fit fürs Rafting zu sein. So! Das ist mal wieder etrwas für harte Männer :-).

Im Schlauchboot, ausgestattet mit Schwimmweste und Helm, einen Fluss runter zu raften das hat schon was. Zur Probe sind wir erst zwei kleinere Wasserfälle runter. Drei Meter und danach noch einen Meter. Das Boot taucht vorne komplett ins Wasser ein, verbiegt sich wie eine Banane um dann wieder mit einem Auseinanderschnellen von Bug und Heck in die Ausgangsform zu gelangen. Geübt und fast schon wie Profis sind wir den sechs Meter Wasserfall angegangen. Ist wie beim Bungy. Überlegen ist nicht, Augen zu und durch. Der Guide schreit kurz vorher runter, Paddel festhalten und Kopf an die Brust (damit man sich nicht die Zähne am Knie oder sonst wo ausschlägt). Bei dieser Höhe verschwindet das Boot komplett in den Wassermassen. Das Wasser ist warm. Ca. 20° -25 °. Beim Aufprall auf der Wasseroberfläche tauchten wir komplett ein. Die Wucht des Bootes, als es sich wieder in die Ursprungsform zurück sprengte, ließ mich und eine weiter Person im rückwertigen Doppeltsalto mit halber Schraube (die Olympischen Spiele 2011 hätten wir gewonnen) elegant vom Boot absteigen. Im Sog des Wasserfalls eingezogen, ist es gar nicht so einfach zu erkennen, wo oben und unten ist… Kajakboote, die für den Notfall gerichtet waren, gaben uns wieder die Orientierung. Ist das Geil….

Die dritte Gruppe (wir waren in Summe mit drei Booten unterwegs) hatte das Boot gleich komplett umgeschmissen. Acht Mann im Wasser, ein umgekipptes Boot, ein Wasserfall der alles mitreißt und drei Kajakboote die versuchen die Situation wieder in Griff zu bekommen... sieht schon filmreif aus. Dann noch ein wenig baden in den Fluten und die ca. 45 Minuten raften waren rum. Coole Sache. Sollte man unbedingt in Rotorua mitnehmen.

Trocken in meinem Fünfsterne Backpacker wieder angekommen, habe ich erstmal den Mantel meines Rückrades gewechselt. Als ich gestern nach Rotorua eingefahren war, hatte ich erst die Straßenbauarbeiter im Verdacht gehabt, dass sie ihre Arbeit nicht richtig gemacht hätten. Das Holpern kam aber nicht von der Straße, sondern von meinem Mantel, der irgendwie eine Beule bekommen hatte. Ich nehme an, er hat ein Gewebebruch auf der Seite erlitten. Scheiße! Und das nach 3100 Kilometer. Darf das sein? So ein Reifen sollte min. 5000 Kilometer halten. Da das Profil auch nicht mehr so gut aussieht und ich einen neuen Mantel dabei hatte, diesen ich auch nicht unbedingt im neuen Zustand wieder nach Hause zurück nehmen muss, hatte ich diesen noch gewechselt. Wäre blöde, wenn bei sechzig Stundenkilometer bergab, mit Truck im Rücken der Mantel platzen würde :-(. Tut bestimmt weh...

Meinen Hunger hatte ich heute mal wieder mit Nudeln, viele Eier (Eierstatistik aktuell bei ca. 50 Eiern), Käse und Würsten, was ich alles liebevoll in der Pfanne zusammen gebraten hatte, gestillt. Zum Nachtisch noch eine 2 Liter Eisbox „coockie and Cream“ (musste ich vorhin im Supermarkt mitnehmen, da ich einen Heißhunger darauf hatte), die ich mit Bruni teilte. Bruni hat noch einen Flasche Wein mitgebracht.

So konnten wir den Abend auf der Terrasse mit einer Flaschen Wein und interessanten Gesprächen ausklingen lassen. Morgen werde ich noch mal in Rotorua bleiben und mal einen Bummeltag einlegen. Schönes Wetter ist angesagt. 

         

... viel blubber um nichts ... 

... pünklich 10:15 Uhr spritzt es jeden Tag ...

 

... Champagner Pool ...

 

Man ist der abgefahren...

 

         

... Spaß ...

 

... noch mehr Spaß ...

 

... noch viel mehr Spaß ...

 

... am Spaßesten ....

  

Bild des Tages: "... verdammt, wo ist eigentlich Steuerboard ? ..."

Tag 44: 24.03.2011  Rotorua (noch mehr Radfrei)

Early Bird.

Wie am Tag zuvor kurzfristig beschlossen, hatte ich heute einen Bummeltag eingelegt. Einfach mal nichts tun. Ausschlafen und lange und ausgiebig Frühstücken. Als Erstes bin ich heute Morgen in ein Einzelzimmer mit Doppelbett einquartiert worden. Ich glaube die kleine süße Tanya (mit „y“ ist schon richtig) an der Rezeption hat ein Auge auf mich geworfen :-). Zimmer mit voll integriertem Badezimmer und das für 30 NZ$ kann man nicht meckern. Endlich mal wieder durchschlafen. Gegen 12:30 Uhr hatte ich Bruni in ihren Bus verabschiedet und bin dann mal auf Erkundungstour in Rotorua gegangen. Die gesamte Stadt stinkt einfach nur nach Schwefel (nach faulen Eiern, die ich aber nicht in die Eierstatistik aufnehmen werde…sorry Maike). Da ich frische Luft liebe und generell geruchsempfindlich bin, könnte ich mir nicht vorstellen in Rotorua zu leben. Wahrscheinlich sind die Einheimischen bereits süchtig nach faulen Eiern und brauchen den Gestank, wie ein Drogensüchtiger seine Drogen.

Habe nach speziellen handgefertigten Maori Accessoires gesucht. Ist gar nicht so einfach in so einem Touri-Ort. Bin mit meinem Bike, auf Anraten einiger Ladenbesitzer, ein wenig Außerhalb gefahren. Konnte mich in einem kleinen Laden ein wenig in die Geschichten, Sagen und Symbole der Maori einlesen. So gibt es z.B. die Geschichte, dass sich ein junger Mann und eine junge Frau nicht lieben und sehen durften. Sie kam von Tikitere und er von Rotorua. Und weil sie von ihrem Vater zu Hause festgehalten wurde, sprang sie in den See und schwamm zu ihrem Liebsten. Das waren immerhin 3,2 Km. Entweder war sie gut trainiert oder war über beide Ohren verliebt. Die Geschichte wurde in eine Figur eingearbeitet. Diese musste ich doch gleich mal mitnehmen. Weiterhin haben die Maori Symbole wie das „Koru“ welches für den Neuanfang steht. „Hei Matau“ steht u.A. für die Förderung der Willenskraft und Stärke. Ist spannend sich mal mit der Maorigeschichte auseinander zu setzen. So konnte ich doch einige schöne Dinge finden und mir ein schönes Paket nach Hause schicken.

Zum Mittag musste es seit langem mal wieder MC Donalds sein. Zu mindestens kann ich hier umsonst ins Internet. Gestärkt und Internetseite gepflegt machte ich mich auf den Weg. Ein Markt wurde mitten auf der Straße, die zuvor für den Durchfahrtsverkehr natürlich gesperrt wurde, aufgebaut. Auch hier konnte ich handgemalte Bilder in Öl mit den Maori Symbolen ergattern. Ansonsten gabs nur Fresserei und Gemüse.

Seit zwei Tagen wollte ich bereits in die warmen Quellen zum Baden und ggf. noch eine Massage mitnehmen. Heute habe ich endlich Zeit dazu. Nicht nur die Luft riecht hier nach faulen Eiern, sondern das Wasser selbst. Daran muss man sich schon gewöhnen. In einem Becken war das Wasser so heiß, so dass ich gefühlt ohne Haut an den Beinen wieder rausgehopst bin. Es hat sich angefühlt, als wenn ich zu Hause die Badewanne volllaufen lasse und hab vergessen das kalte Wasser dazu zu drehen. Es ist nicht auszuhalten. Hätte ich zuvor das Warnschild gelesen, so hätte ich gewusst, dass es sau heiß ist. In einem nur 40° warmen Becken, konnte ich meine Verbrennungen wieder kühlen. In Summe war das schon eine coole bzw. heiße Veranstaltung. Draußen in Natursteinbecken liegend, auf einen See schauend und im warmen Wasser rumflezen macht schon spaß. Eine Massage hatte ich leider nicht mehr bekommen, da keine Termine mehr frei waren.

Aufgeheizt und ein wenig hungrig, hab ich mir auf dem Markt noch ein warmes Abendessen gegönnt, bevor ich todmüde in mein Doppelbett gefallen bin.

Morgen geht’s weiter Richtung Norden. In Katikati möchte ich Übernachten. Mal sehn was der Tag so bringt.

   

Koru

 

Hei Matau

  

   

Twist

 

Manaia

 

Bild des Tages: "... es gibt ihn tatsächlich ..."

Tag 45: 25.03.2011  Rotorua => Katikati und ein wenig weiter (102 Km)

@Frank: Alles Gute zum Geburtstag..... langsam gehts auf 40. zu :-)

Essen wie bei Muttern.

Alleine im Zimmer und dann noch in einem großen Bett, da kann man schon mal ausschlafen. Zu mindestens bis kurz nach acht. Noch kurz auf die Post und die erstandenen Bilder von gestern Abend nach Hause geschickt und wieder los. Das Wetter sieht nicht gerade einladend aus, aber es regnet nicht… noch nicht. Heute möchte ich bis mindestens Katikati kommen. Zum einen weil der Name so gut klingt, zum Anderen, weil mein kleines Radbuch mir sagt, dass es hier drei Bckpackers geben soll. Die Straßen sind groß und gut befahren. Ein Genuss ist es heute nicht.

Die Planung meiner weiteren Strecken hat mich gestern auf eine Idee gebracht. Ich fahre nach Auckland komplett in den Norden, bis „Cape Reinga“. Das sollte der nördlichste Punkt von Neuseeland sein. Wenn dann die Tage nach Auckland nicht mehr reichen sollten, so werde ich mit dem Zug zurück fahren. Auf die Strände nördlich von Auckland freue ich mich besonders. Da bekomme ich hoffentlich auch mal so ein richtiges "Badeurlaubfeeling".

Leider hatte es auch schon bald nach meiner Abfahrt in Rotorua angefangen zu regnen. Das Positive war, es hat nur einmal geregnet. Das Negative, es hat nicht mehr aufgehört. Aber einmal nass und man spürt den Regen nicht mehr. Mal wieder auf dreispurigen Straßen den Krieg gegen die LKW`s eröffnet. Regen von oben, Wassergischt von den vorbei donnernden Trucks und gefühlt auch noch von allen anderen Seiten. Es gab nicht viel zu sehen. Gegen 16 Uhr nach 92 Kilometer in KatiKati angekommen, wollte ich einer der beschriebenen Backpacker aufsuchen. In einer Information hat man mir dann erklärt, dass die alle geschlossen haben und das es schwer werden wird, günstige Schlafmöglichkeiten zu finden, weil zurzeit die Kiwi Ernte sattfindet und die Erntearbeiter alle Zimmer belegen. Mhh, das ist blöd. Hatte dann bei einem Motel angefragt. Fünfundachtzig NZ$ und das noch so unfreundlich gesagt, so dass ich dankend verneint habe. Bin eh schon nass, so kann ich auch noch 26 Kilometer weiter nach Waipo fahren und dort mein Glück versuchen. In Waipo kann ich zur Not immer noch ein Motel.

Gesagt getan, saß ich wieder auf meinem Radel, im Regen natürlich, in Richtung Waipo. Nach ca. 7 Kilometer hab ich ein Schild linkszeigend am Wegrand gesehen. „Accommodation“.

Mh, da klopf ich doch mal an. Links abgebogen über eine sehr lange, geschotterte Auffahrt zu einem Grundstück. Als Motel, Hotel oder sonstige Unterkunft war das Gebäude nicht zu erkennen. An der großen Wohnzimmertüre, die komplett verglast war und ich bereits das komplette Innere des Hauses besichtigen konnte, angeklopft sprang sofort der Hausherr aus seinem Sessel hoch. Als ich ihm erklärte, dass ich ein Zimmer für mich alleine suche, aus Katikati komme und dort alle Backpacker geschlossen hatten, druckste er ein wenig rum. Er meine, er hätte ein Zimmer ich soll es mir doch erst mal ansehen. Mh… meinte ich zu ihm er soll mir doch erst mal einen Preis nennen. Das ganze Haus roch bereits nach Essen. Lammbraten….. Er bestand aber darauf, dass ich erst einmal alles inspiziere. Gut, dann halt auch das. Im Nebenhaus, ein Gästehaus, zeigte er mir ein Zimmer mit allem was man braucht. Cool, und was soll es kosten? fragte ich ihn. Er druckste noch mal rum, versicherte sich rück bei seiner Frau (ich glaube die hat die Hosen an) und meinte mit den Worten es sei halt kein Backpacker ob ich mit 50 NZ$ zufrieden wäre. Natürlich bin ich das! Will nur noch aus meinen nassen Sachen raus. Außerdem sieht es richtig schnuckelig aus. Er brachte mir gleich noch ein Glas frisch gepressten Orangensaft von seiner eigenen Ernte und war stolz wie Harry als ich diesen lobte. War wirklich richtig gut. Er meinte um sechs Uhr gibt’s Essen, seine Frau hätte gekocht und ich bin dazu eingeladen. Da sag ich doch nicht nein :-).

Als Willkommensgeschenk hat er mir gleich noch einen weiteren Liter frisch gepressten O- Saft mit einer Tüte voll Orangen gebracht. Ich glaubte es nicht. Dreißig Orangen, soll ich an einem Vitaminschock sterben oder warum macht er das? Er meinte ich hätte Taschen am Fahrrad und könnte diese mitnehmen. Naja mal sehen.

Frisch geduscht und mit viel Hunger habe ich, wie es sich nach deutscher Pünktlichkeit gehört, Punkt sechs and der Türe angeklopft. Ein Gastgeschenk hatte ich nicht dabei. Gerade fertig gekocht, gab es Lammbraten vom feinsten mit Gemüse und Kartoffelpüree. Ich musste mich sogar in ein Gästebuch eintragen, da die Zwei, doch schon ein wenig älter, stolz darauf sind wer alles bei ihnen schon genächtigt hatte. Nach ca. einer Stunde Essen und guter Unterhaltung gabs auch noch Pudding mit Früchtesalat. … Wie bei Muttern…..

Gestärkt, tappelte ich bei Regen, mit fünf Liter Wasser, die er noch frisch für mich aus seinen eigenen Brunnen gezapft hatte, in meine kleine Hütte. Fernseher an und erst mal ein wenig auf dem Bett rumfletzen. Nach diesen vielen Nächten in Mehrbettzimmern hatte ich die Stille bzw. das Brasseln des Regens auf dem Dach mit ein wenig Filmgebrabbel aus dem Fernseher genossen.

Es soll das ganze Wochenende regnen. Naja jetzt erst mal schlafen und dann schauen wir weiter. 

         

... mal wieder Alpakas ...

 

... der Schluchtenbeschützer ...

 

... ob der wohl mit dem Early Bird verwand ist? ...

 

Wilkommensgeschenk ... viel Orangen und  O-Saft ...

 

Tag 46: 26.03.2011  Katikati und ein wenig weiter (Zwangspause, Regen)

Essen wie bei Muttern Teil zwei.

Und es regnete die ganze Nacht. Dazu kam noch, dass es orkanartig stürmte. Ich bin gestern bereits von einem Mann gewarnt worden, dass es heute so schlechtes Wetter geben sollte. Gut, was soll ich tun? Bei Regen und Sturm auf Rad oder einfach mal den freien Tag genießen. Ich entschied mich für die zweite Variante. Tappelte schnell durch den Regen zu Max dem Hausherr, um ihm zu sagen, dass ich noch eine Nacht bleiben werde mit der Hoffnung ein weiteres Mal ein Abendessen offeriert zu bekommen :-).

Den Tag konnte ich mal richtig nutzen um meinen Schlaf nachzuholen und ein wenig in meinem Buch zu lesen. Es gibt hier sonst nichts. Wäre blöde ein Buch, welches ich mehr als 4000 Kilometer über die Insel schleppe, ungelesen wieder mit nach Hause zu nehmen.

Ausgeruht gegen Mittag klopfte Max an meiner Türe und fragte mich ob ich mal den Beach von Waihi sehen möchte. Natürlich will ich das! So ist er mit mir im Auto den Strand abgefahren und hat mir einiges über Wasserstände, Fluten, Hafen und sonstige interessante Dinge erzählt. Wir sind an drei Stellen ausgestiegen und haben den Strand begutachtet. Zum Glück hat es da mal nicht geregnet. Nach eineinhalb Stunden waren wir wieder zurück. Das war cool. Mit den Worten: „Um sechs gibt’s Essen“ verabschiedete er sich. Mhhh, auch für mein leibliches Wohl wird gesorgt. Die nächsten zwei Stunden hab ich einfach nur rumgeflezt um dann mit einem rießigen Hunger zum Abendessen zu gehen. Diesmal gabs Hühnchen. Nicht so wie im Flieger, nein, richtig frisch und gut mit Gemüse. Danach hab ich den Beiden noch meine Homepage gezeigt. Sie waren doch schon sehr beeindruckt.

Nun werde ich noch die nächsten Tage planen. Mein Plan ist, am Dienstag die Fähre von Coromandel nach Auckland zu nehmen. So habe ich zwei Tage Zeit (Sonntag ud Montag) die Gegend zu erkunden. Die Fähre geht bereits um neun Uhr am Diensatg Morgen. Die Überfahrt sollte nicht mehr als eineinhalb Stunden dauern. Den Tag werde ich nutzen um am Flughafen alles für mein Bike zu fixen. Am 30. / 31. möchte ich dann in den Norden starten. Ich müsste eigentlich in 6-7 Tagen am nördlichsten Punkt von Neuseeland angekommen sein. „Cape Reinga“. Sollten die Tage für die Rückreise nicht mehr langen, so werde ich den Bus oder die Bahn nehmen.

         

... Beach bei Sauwetter ...

 

Meine Unterkunft

 

Tauranga

 

Ongare Point

 

Tag 47: 27.03.2011  Katikati => Tairua (90 Km)

Suchtgefahr.

Max und Lorraine hatten mich noch ganz herzlich verabschiedet, bevor ich wieder in die Pedale getreten war. Es war schwül warm. Die Luftfeuchtigkeit ist vergleichbar wie diese im Amazonas. Man hat das Gefühl Sonja möchte all das Wasser, welches die letzten Tage gefallen war, auf einmal aufsaugen. Der Schweiß stand mir bereits am Ende der Hofauffahrt im Gesicht. Aber es macht wieder richtig Spaß auf dem Rad zu sitzen. Es riecht alles nach Pinien, Gräser, Wälder und was weiß ich für tolle Gerüche die Natur heute freigibt. Ich inhaliere die Gerüche regelrechtlich. Endlich riecht die Nordinsel auch mal so wie die Südinsel. Der Verkehr ist auch sehr überschaubar. - Zumindestens die ersten Kilometer.

Irgendwo bei Coromandel muss gestern ein Oldtimer Treffen gewesen sein. Es haben sich alle Oldtimer, die es in NZ gibt, dort versammelt oder vielleicht auch noch ein paar mehr. Auf jeden Fall war die Gegenseite der Straße vollgestopft mit diesen alten Dingern. Die ersten hundert waren noch nett anzusehen. Nach einer gewissen Zeit nervten die Abgase und der Lärm. Hey!… Ich will die Natur genießen ihr Penner mit euren Krachdingern… Zum Glück kommen die mir alle entgegen und müssen mich nicht überholen. Mein erster Plan war eigentlich nach Pauanui zu radeln. Max hat mir freundlicherweise den Rat gegeben, nach Tairua zu radeln. Das war gut, da die beiden Städte am gleichen Hafen liegen, nur dass Pauanui über eine Stichstraße von ca. 10 Kilometer zu erreichen ist und ich diese Morgen wieder zurück radeln müsste. Zwischen durch hatte es ein bisschen genieselt. Die Abkühlung tat gut. Ich fühle mich heute, als wäre alle Last von mir abgefallen, als ob Heute "der erste Tag meines neuen Lebens"  begonnen hat. Ich schaue nach vorne. Ich habe bereits einen Koffer voll Erlebnisse die ich mit nach Hause nehmen kann und nicht nur das, ich habe eine Menge Ideen für mein „neues Leben“. Über viele Dinge denke ich bereits ganz anders und ich freue mich auf Ostermontag :-). @Claudia: danke für Deine Worte. Die Strecke nach Tairua hat es dennoch in sich. Auf und Ab. Als wenn Riesenmaulwürfe (hier muss ich an Jessica denken…sorry Jessi…und keine Angst ich werde ihnen nichts tun) ein Hügel neben dem anderen aufgeschüttet hätten und ich als kleine Ameise darin mit meinem Bike rum radle….  Nein, ich bin nicht besoffen, mir geht es grad nur gut.

Gegen 15 Uhr bin ich bereits in Tairua angekommen. Es waren nur 90 Kilometer. Im Backpacker eingecheckt und erst mal an Strand. Ist das Geil hier. Im Info Center habe ich mich nach der Fähre von Coromandel nach Auckland erkundigt. Zum Glück hab ich das getan. Die Fähre geht am Dienstag erst um 16:30 und nicht wie ich dachte um 9 Uhr morgens. (da fährt sie in Auckland ab :-(. So habe ich noch einen ganzen Tag mir den oberen Teil von Coromandel anzuschauen und Coromandel selbst soll auch eine schöne Stadt sein. Als die Fähre gefixt war bin ich weiter auf einen Aussichtspunkt geradelt. Da gings ganz schön hoch und ich hatte nur Flip Flops an. Die letzten 10 Minuten kann man nur laufen. Ein Mann, der gerade an seinem Ferienhaus mit Meerblick pröddelte hat mir angeboten mein Fahrrad bei ihm im Hof abzuschließen. Er ist mit seiner Familie vor 10 Jahren von England nach NZ gezogen…. Ich glaube das muss ich auch tun :-). Ich ärgere mich im nachhinein, dass ich ihn nicht gefragt hatte, was so ein Häuschen mit Meerblick kostet. Wäre vielleicht eine mögliche Option für mein neues Leben.

Auf dem Aussichtspunkt angekommen, konnte ich die 360° Sicht genießen. (siehe: http://www.youtube.com/watch?v=pHK1ne62VAA). Beim Abstieg hatte ich noch ein wenig mit der Katze gespielt, die mich bereits beim Aufstieg begeistert hatte. Sie erinnerte mich an meine Sina. Unten angekommen hab ich erst mal eine Führung durch das Ferienhaus bekommen. Man, Man, Man das könnte ich mir auch für mich vorstellen…

So jetzt noch schnell einkaufen. Auf dem heutigen Speiseplan steht mal wieder Nudeln mit Käse und Ei… Erhöhe die Eierstatistik auf 56 Eier. Du kannst nicht gewinnen Maike…sorry…

@ClubGründer: Ich denke du kannst den Club schließen. Nicht was du denkst! Nein, es hat mit den Drogen zu tun. Fahrradfahren ist wie eine Droge und ich brauche mehr davon. Mit den Frauen hier auf der Insel wird’s wohl nichts mehr. Die haben alle Angst davor, dass meine Waden besser rasiert sind als ihre.  

Es ist mal wieder ein richtig gemütlicher Backpacker. Wir sitzen hier und schauen zusammen „P.S. ich liebe Dich“. Dieser Schnulz passt im Moment gut zu meiner Stimmung und hilft mir mein Tagebuch zu schreiben. Morgen geht’s auf nach Coromandel…. Jippijahej…

         

gut-riechende-Natur...

 

Oldtimer...

 

noch mehr Oldtimer...

 

und noch mehr Oldtimer...

 

      

   

... und noch einer ....

 

Küste von Pauanui

 

Hafen von Tairua

 

verspielte Katze...

 

Bild des Tages: "Farbenspiel im Sonnenenuntergang"

Tag 48: 28.03.2011  Tairua => Coromandel (86 Km) "Daniel: Der Weg ist das Ziel"

Der Weg ist das Ziel.

Trotz das ich mich heute richtig freue und bock aufs Radeln hatte, nervte mich das Packen. Jeden Morgen die Taschen packen und das Rad bestücken ist nach dem 40zigsten Male nur noch lästig. Mit Eibrot ausgestattet machte ich mich auf den Weg. Das Profil zeigte mir, dass ich gleich nach Tairua einen Berg zu bewältigen hatte sowie kurz vor Corelmando, so dass ich praktisch Downhill nch Coromandel rollen kann. Kaum darüber nachgedacht, stand ich bereits im Berg. Es ist einfach geil. Es kann nicht steil genug sein und Heute sind 1300 Höhenmeter angesagt. Die Landschaft bietet das gesamte Spektrum an Flora die es nur geben kann. Es riecht einfach nur geil. Warum kann es nicht überall so riechen! Der Planet gibt bereits um 10 Uhr schon alles was er kann. Ich habe bereits mit 30iger Sonnen Creme vorgesorgt. Den ersten Berg hinter mich gebracht, hätte ich zum Hot Beach abbiegen können. Sind aber 10 Kilometer in Summe 20 Kilometer und ich habe heute ziemlich Höhenmeter vor mir. Außerdem komme ich noch an ein paar Strände vorbei.

In Whitianga hab ich meinen Mittagskaffee am „Mercury Bay“ genossen. Es war so schön im Sand zu sitzen und das Meer zu riechen. Die Wellen zu hören und zu beobachten, wie die Flut langsam die Wellen höher und höher an den Strand hebt. Vom Stand abgewandt, nur 5 Kilometer, stand ich wieder im Berg (siehe: Marcus im Berg). Diese Abwechslung zwischen Küste und tiefste Berglandschaft hab ich so noch nicht erlebt. Down Hill zum nächsten Strand bei Kuaotunu. Ich habe ein paar Teenager beobachtet wie sie mit so einem halben Surfbrett raus sind. Ich war drauf und dran mit in die Fluten zu springen. Da ich aber noch ein paar Kilometer vor mir hatte und ich mich komplett umziehen hätte müssen, hatte ich mich entschieden, ein paar Orangen von Max am Strand zu verdrücken und weiter zu radeln. Die Küste war so unbeschreiblich schön. Die Wellen wurden immer höher. (siehe:Strand von Coromandel).

Bald hatte ich Kilometer 75 erreicht. Ich wusste, dass nun „der“ Berg für Heute kommen musste. Um die Kurve und da war er. Puh, ich sah bereits von unten wie sich die Serpentinen durch Sträucher und Bäume sich den Weg auf den Gipfel bahnen. Ich kann mich an dieser Stelle nur wiederholen: "Ist das Geil“. Viele würden jetzt sagen "der spinnt der Alte". Aber so im Berg, die Bäume links und rechts, kleine Wasserfälle die die Felswände entlang auf die Straße fallen. Ich bin mitten drin in der Natur. Die Sonne brennt. Der schweiß läuft und ich schreie vor lauter Adrenalin im Blut. Links- ,rechts, im Stehen, wieder im Sitzen. Die Steigung in den Serpentinenkurven ist so steil, so dass es kaum möglich ist, diese im Sitzen zu treten. Das Rad schwingt von einer Seite zur Anderen. Ich hatte bewusst keine Musik aufgelegt. Ich bin mitten drin und die Musik würde nur stören. Gefühlt war ich nach 45 Minuten auf dem Gipfel. Da eine einzelne Person den Wunsch geäußert hatte, dass ich mal wieder ein Bild von mir einstellen sollte, hatte ich mich, oben angekommen, auch mal abknipsen lassen. So jetzt erst mal Pause auf dem Aussichtspunkt. Orangen von denen ich gefühlt schon elfundneuzig gegessen hatte, waren mal wieder meine Pausennahrung.

Nach dem ich ausgeschwitzt, das Adrenalin runter gefahren und mich gestärkt hatte, hatte ich den Weg nach unten nach Coromandel eingeschlagen. Nur noch rollen lassen und ich war da. In Coromandel angekommen, hat die Suche nach einem Backpacker etwas länger gedauert, da die Information bereits um fünf schon geschlossen hatte und es bereits halb sechs war. Ich habe dennoch eine richtig nette kleine Jugendherberge gefunden. Ich bevorzuge die kleinen gemütlichen, im Gegensatz zu den großen, eher neuer eingerichten Unterkünfte.

Die Strecke heute war echt der Hammer. Die muss man, wie der RailTrail im Süden, den ich leider nicht geradelt bin, radeln wenn man mit dem Bike in NZ unterwegs ist. Der letzte Berg ist zwar nichts für Herzkranke, aber mit einem guten Rad sollte man da hoch kommen. Heute, würde ich sagen passt das Sprichwort, „Der Weg war das Ziel“. Eigentlich ist das, das Lebensmotto orientierungsloser Zeitgenossen, die in Ermangelung eines klar gesteckten Zieles kurzerhand den Weg dahin als eigentlichen Sinn ihres Daseins postulieren. Dazu zähle ich nicht!Denn ich habe klare Ziele und die verfolge ich, auch wenn ich vor kurzem aus der Bahn geschmissen wurde und ich meine Ziele etwas nach schärfen musste.

Ich grübelte heute Abend lange darüber, von wem der Spruch eigentlich ist. Konfuzius, ein chinesischer Philosoph (551 v. Chr – 479 v. Chr) hat sich mit der Ordnung des Lebens beschäftigt. Er hatte die klugen Sprüche aufgeschrieben. Über die Suche nach dem Urvater der Weisheit bin ich noch über eine weiter Weisheit von Konfuzius gestolpert, die mir sehr gut gefällt: „Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“  Da kann man doch mal ein paar Minuten drüber nachdenken. Oder?

So genug mit dem Philosophieren. Ab in die Realität. Duschen, einkaufen, kochen und Tagebuch schreiben. Morgen noch ein wenig die Gegend von Coromandel  abfahren und um halb fünf auf die Fähre nach Auckland. Ich freue mich auf den morgigen Tag. 

         

...ist das echt ?...

 

wie im Urlaub...

 

muss auch mal wieder drauf...

 

Im Hintergrund ist noch das Meer zu sehen..

 

         

Bilderbuch oder?...

 

einsame Palme...

 

Natur ...

 

Ausblick nach Coromandel

 

   

Bild des Tages: "mir fehlen die Woirte"

 

Bergbezwinger durchgeschwitzt...

Tag 49: 29.03.2011  Coromandel (50 Km plus Fähre nach Auckland) Güclü: "The wizard is back"

@Helli und Jenny: Danke für eure Spende. Speichenbruch past ganz gut :-)

Krümel on Board.

Man war das eine Matratze heute Nacht. Nein, ich meine wirklich die Matratze. Die war durch- und ich wachgelegen. Irgendwann war dann auch mal Zeit zum Aufstehen. Endlich…. Der heutige Tag hat sehr entspannt begonnen. Erst mal Frühstücken und dann den nördlichen Teil von Coromandel abfahren. Da die Fähre um 16:30 von Coromandel fährt, hatte ich mir erst überlegt, mein Gepäck im Backpacker zu lassen um es bei der Rückfahrt durch Coromandel wieder abzuholen. Schlussendlich hab ich mich doch entschlossen alles mitzunehmen. Hab ich später kein Stress und ich bin es mittlerweile gewohnt mit Gepäck zu fahren. Ich glaube ohne geht das schon gar nicht mehr.

Ich bin ca. 20 Kilometer in Richtung Norden gefahren. Heute hätte ich wieder in Postkartenmotiven abtauchen können. In das Landschaft-, Meer-, Muschel-, Strand-, Tiere-, Bäume-, Best Picture oft the day-, und mindestens noch in weitere elfundzwölfzig Postkartenmotiven. Da ich mich nicht entscheiden konnte und die Postkarte wahrscheinlich so groß geworden wäre, so dass sie nicht mehr in mein Gepäck gepasst hätte, hab ich mich entschieden auf der Straße zu bleiben. Unterwegs habe ich braune Alpaks gesehen.(siehe: Alpakas). So knuffig…. Hatten aber leider nicht ins Gepäck gepasst und Krümel war auch schon eifersüchtig. Eigentlich wollte ich nach Colvill fahren um dort einen Kaffee zu trinken. Dann hatte ich aber meinen Strand, bereits nach 20 Kilometer gesichtet. Planänderung! Verzicht auf Kaffee und an den Strand flezen..

Bin sofort in der Sonne eingeschlafen…. Puh da kommt ein Urlaubsfeeling auf. Nach meinem „wohlverdienten“ Mittagsschlaf bin ich erst mal den Strand abgelaufen. Eine Muschelpracht wie ich sie zuvor in dieser Menge und Schönheit so noch nie einem Strand gesehen hatte. Darf man eigentlich Muscheln von NZ nach Deutschland mitnehmen? Egal! Ich deklariere sie als spezielles Fahrradwerkzeug, dann wird es schon gehen. Nach zwei Stunden Sonnenbaden und einer Stunde Mittagsschlaf hab ich mich wieder auf den Rückweg gemacht. Da ich noch so viel Zeit hatte, hatte ich noch Ostergeschenke besorgt und verschickt. 20 – 25 Tage braucht das Paket nach Deutschland. Ob das der Osterhase pünktlich liefert? Mal sehen….

Nun endlich meinen Kaffee…  in der Sonne und einen Muffin dazu mhhhh. So ein relaxter Tag muss auch mal sein. Da die Fähre nicht direkt von Coromandel abfährt musst ich mich dann doch noch sputen die letzten zehn Kilometer hinter mich zu bringen. Ein Partyfischerboot hatte am Anleger fest gemacht. Um die Reling herum standen aufrecht die Angelrouten und eine Horde voll Männer… komische Männer, teilweise gut angezogen, teilweise in Gummistiefel und dreckiger Kleidung, als kämen sie direkt vom Schafeverladen. Hauptsache Bier und Eis waren dabei. Man, man, man, zum Glück muss ich da nicht einsteigen.

Die Fähre war pünktlich. Ich musste mit meinem vollgepackten Fahrrad einen Weg durch den Passagierraum nach hinten aufs Deck bahnen, da der Bootsanleger so klein war, so dass die Fähre nur den vorderen Eingang nutzen konnte. Krümel konnte es erst gar nicht erwarten und später wurde es ihm schlecht. (siehe: Krümel on Board).

Auf dem Weg nach Auckland hatte die Fähre auch einen Zwischenstopp auf „Waiheke Island“ eingelegt. Ich war drauf und dran von der Fähre runter zu gehen und noch eine Nacht auf der Insel zu bleiben. Ich will aber noch in den Norden und da fehlen mir langsam die Tage. Dazu kommt noch, dass es mittlerweile fast schon sechs Uhr war und ich zum nächsten backpacker bzw. in die nächste Ortschaft noch 15 Kilometer radeln müsste. Ob ich ein Zimmer bekommen würde weiß ich auch nicht. Weil ich mich tatsächlich nicht entscheiden konnte, weil auch einige Leute mir geraten haben auf die Insel zu gehen, habe ich schlussendlich eine Münze geworfen. Münze sagte ganz klar „Auckland“. Gut, dann nicht, und ab nach Auckland. Angekommen habe ich mich wie jeden Abend auf die Suche nach einem Backpacker gemacht. Was soll ich sagen. Es ist eine große Stadt und alles ist nicht mehr so freundlich. In einem großen Backpacker habe ich eingecheckt. Es fängt schon damit an, das Fahrrad an der Straße stehen zu lassen und rein zu gehen. Ich traue hier keiner Person. Die Küche war auch nicht so, dass sie mich einlud selbst mein Essen zu kochen. Daher bin ich Pizza essen gegangen. Schön in einer Seitenstraße mit einem Bier… das war ein guter Entschluss.

Morgen geht’s zum Flughafen. Mal schauen wie ich dahin komme.

   

      

Küstenstraße bei Coromandel

 

.... summmmmm.....

 

... Mein Schatzzzzzzzz.....

 

Bootsanleger Richtung Auckland

 

         

Krümel on board

 

Abschied von Coromandel

 

... Farbenspiel ...

 

Auckland

 

   

Bild des Tages: "am knuffigsten"

 

"Mein Strand"

 

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